Produktion

Filmverbände fordern Verlängerung der Anwartschaften auf ALG I

Gemeinsam mit dem Bundesverband Regie fordert der Bundesverband Herstellungs- und Produktionsleitung eine Änderung des SGB III. Dem Aufruf, der die Lage der Filmschaffenden in der aktuellen Krise verbessern soll, hat sich ein Dutzend weiterer Verbände angeschlossen.

28.04.2020 13:54 • von Marc Mensch
Vielen Filmschaffenden droht nach Darstellung der Verbände die "Corona-Armut" (Bild: imago images/ZUMA Press)

Die Lage der Filmschaffenden hat sich nach Darstellung des Bundesverbands Herstellungs- und Produktionsleitung (BHP) und des Bundesverbandes Regie (BVR) in der aktuellen Krise durch die Vielzahl der gesetzgeberischen Maßnahmen nur in Einzelfällen verbessert. Die Hilfspakete blieben demnach für all jene ohne Auswirkungen, deren Ansprüche auf Arbeitslosengeld in den Wintermonaten traditionell aufgebraucht worden seien und die nun seit Mitte Februar ohne Ansprüche auf Arbeitslosengeld seien oder deren Ansprüche innerhalb der nächsten Tage endeten. Sie könnten nach derzeitiger Gesetzeslage nur ALG II beantragen.

"Man muss es ganz klar sagen: Vielen Filmschaffenden droht Corona-Armut. Existenzängste und Perspektivlosigkeit sind schon real, während letzte Ersparnisse verbraucht werden und die Mai-Miete nicht bezahlt werden kann. Die Bundes- und Länderinitiativen erreichen das Gros der Filmschaffenden nicht. Der Shutdown bleibt trotz vermeintlicher Lockerungen real, sonstige Hilfen, etwa nach dem Infektionsschutzgesetz, sind nicht in Sicht", erklärt Stefan Hering als Vorstandsmitglied des BVR.

In einem an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und den Ausschuss für Arbeit und Soziales im Bundestag adressierten Schreiben fordern BHP und BVR vor diesem Hintergrund eine Verlängerung bestehender ALG-I-Ansprüche für Arbeitslose, deren Arbeitslosenunterstützung in oder kurz nach der Krise endet/enden wird, respektive eine Neugewährung von ALG-I-Anwartschaften für alle, die weder in einem Filmprojekt arbeiten, noch Kurzarbeitergeld beziehen konnten. Dem Aufruf hat sich ein Dutzend weiterer Verbände angeschlossen.

Die Neuregelung soll für den derzeit absehbaren Zeitraum des Shutdowns in der Filmbranche gelten. Die Verbände gehen aktuell von einer Wiederaufnahme der Dreharbeiten Ende Mai aus. Soweit auch dann effektive Lockerungen nicht möglich seien, müsste erneut über eine Verlängerung nachgedacht werden.

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