Kino

Corona und die Branche: Christian Kremer, Dienstleister

Wie schlagen Sie sich während der Corona-Krise? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino- und Filmbranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert werden. Hier berichtet Christian Kremer, Geschäftsführer von Airscreen.

27.04.2020 11:44 • von Barbara Schuster
Christian Kremer (Bild: Airscreen)

Wie schlagen Sie sich während der Corona-Krise? Blickpunkt:Film hört sich um und befragt Mitglieder der Kino- und Filmbranche, mit welchen Schwierigkeiten sie konfrontiert werden. Hier berichtet Christian Kremer, Geschäftsführer von Airscreen.

Wie behaupten Sie sich in der Corona-Krise?

Im März sah die Situation zunächst eher düster aus, der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr katastrophal ein. Seit Anfang April wurde jedoch der Schalter umgelegt und wir bekommen Hunderte Kauf- und Mietanfragen zum Thema Autokino aus der ganzen Welt. Wieviele davon wir in Verkäufe oder unsere Partner in Veranstaltungen verwandeln können, wird sich zeigen. Da jedoch nicht nur Glücksritter im Markt sind, die mit wenig Budget und Ahnung schnell reich werden wollen, sondern seriöse Kinobetreiber und Event-Veranstalter mit Erfahrung, Budget und Personal, sind wir guter Dinge für die nächste Zeit. Das Autokino-Konzept hat Zukunft - auch in einer Nach-Corona-Zeit.

Mit welchen Schwierigkeiten haben Sie zu kämpfen?

Ein Problem haben wir auf jeden Fall: Eine Nachfrage in dieser Stärke trifft uns natürlich nur bedingt vorbereitet. Die Nachproduktion läuft auf Hochtouren, und da wir nicht auf China angewiesen sind, funktioniert das auch schon wieder ganz gut. Weitere Zulieferer haben z.T. Beschaffungsschwierigkeiten, aber auch da haben wir es geschafft, schnell Alternativen zu finden. Ein Beispiel sind die UKW-Sender. Wir hatten einen guten Vorrat und waren dennoch binnen weniger Tage ausverkauft. Der Hersteller hat sein Werk corona-bedingt schließen müssen, eine Nachlieferung wurde unmöglich. Hier haben wir jedoch eher durch Zufall eine sehr gute Alternative gefunden und sind zum Glück schon wieder lieferfähig.

Wann, hoffen Sie, wird das Geschäft normal weitergehen können?

Ich produziere und verkaufe schon seit über zwei Jahrzehnten Equipment für Open-Air- und Autokinos - unsere Marke Airscreen steht natürlich im Fokus. Vor Corona kamen im Schnitt auf zehn Autokinos sicherlich 100 Open-Air-Kinos. Nach Corona ist dieses Verhältnis eher umgekehrt. Viele Kinobetreiber setzen jetzt auf Drive-in, hoffentlich können sie dann im Spätsommer noch Freiluftkinos veranstalten. Das wird dann sicher mit einer Besucherbegrenzung und einem definierten Abstand zwischen den Zuschauern stattfinden müssen, aber damit kann man leben. Und hoffentlich geht es dann spätestens im Herbst wieder so halbwegs geregelt weiter in den Indoor-Kinos. Ich kann es für die Kinobetreiber, die ja häufig auch unsere Kunden und z.T. gute Freunde sind, nur hoffen.