Produktion

UPDATE: Erfolg für Filmschaffende

Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di meldet, sei es in Gesprächen mit der Potsdamer Agentur für Arbeit und der brandenburgischen Landesregierung gelungen, Zusagen für die Genehmigung von Kurzarbeit für die von Studio Babelsberg auf Produktionsdauer beschäftigten Filmschaffenden zu erreichen.

07.04.2020 17:50 • von Marc Mensch
Studio Babelsberg hat Kurzarbeit für seine auf Produktionsdauer befristet Beschäftigten beantragt (Bild: Studio Babelsberg)

UPDATE: Studio Babelsberg betont in diesem Zusammenhang, dass die Studioleitung zu keinem Zeitpunkt Gespräche mit der Gewerkschaft ver.di geführt habe und ver.di somit keinen Druck auf die Entscheidungsträger habe ausüben können. "Ver.di war zu keinem Zeitpunkt in die Überlegungen der Studioleitung zu diesem Sachverhalt eingebunden", so Vorstand Christoph Fisser.

Ursprüngliche Meldung:

"Die Auffassung der Geschäftsführung, dass Kurzarbeit für befristet Beschäftigte grundsätzlich nicht möglich sei, hat sich als falsch herausgestellt. Gemeinsam mit der Landesregierung haben wir nun aber ein Einlenken des Studios erreicht", kommentiert ver-Gewerkschaftssekretär Hikmat El-Hammouri eine Wendung, die zahlreichen ursprünglich gekündigten Filmschaffenden ein Auskommen sichert, nachdem Produktionen wie "Matrix 4" und "Uncharted" wegen der Coronavirus-Krise die Arbeiten in Babelsberg hatten abbrechen müssen. Nachdem es in Gesprächen mit der Agentur für Arbeit Potsdam und der Landesregierung gelungen sei, Zusagen für eine entsprechende Genehmigung zu erhalten, habe Studio Babelsberg Ende vergangener Woche Kurzarbeitergeld für seine auf Produktionsdauer beschäftigten Filmschaffenden beantragt.

Eine umgehende Lösung zu finden, sei nicht zuletzt deswegen so dringen gewesen, weil Produktionen wie die genannten bereits vor zwei Wochen eingestellt worden seien. "Für viele unserer Mitglieder ist die aktuelle Krise existentiell und es war deshalb wichtig, dass Kündigungen abgewendet und Verdienstausfälle der betroffenen Filmschaffenden so schnell wie möglich aufgefangen werden. Dafür ist Kurzarbeit das richtige Instrument", unterstrich El-Hammouri.

In diesem Zusammenhang kritisierte der Gewerkschaftssekretär jedoch, dass Studio Babelsberg es weiterhin ablehne, den von ver.di, BFFS und Produzentenallianz (aus der Studio Babelsberg bereits 2016 ausgetreten war) für die Filmproduktionsbranche abgeschlossenen Kurzarbeits-Tarifvertrag zu übernehmen. "Die betroffenen Filmschaffenden erhalten nun lediglich die gesetzlichen 60 Prozent ihres ausgefallenen Nettoverdienstes für die Dauer der Kurzarbeit statt zusätzlich eine Aufstockung auf die volle Tarifgage. Andere Filmproduktionsunternehmen, auch in Babelsberg, haben hier deutlich mehr Fairness gegenüber ihren immer nur kurzzeitig beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewiesen", sagt El-Hammouri.