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DAFF: 100 Prozent Kostenübernahme bei Drehabbruch

Der Präsident der Deutschen Akademie für Fernsehen, Gerhardt Schmidt, fordert von den Sendern eine vollständige Unterstützung der Produzenten bei Mehrkosten durch Drehabbrüche.

26.03.2020 18:02 • von Frank Heine
DAFF-Präsident Gerhardt Schmidt (Bild: DAFF / Katrin Hauter)

Gerhard Schmidt sieht die TV-Sender in der Pflicht. Der Präsident derDeutschen Akademie für Fernsehen wandte sich in einem Schreiben an die Branche und fordert die vollständige Übernahme der für Produktionsformen durch Drehabbrüche entstandenen Mehrkosten. Andernfalls befürchtet er eine Beschneidung der vertraglichen Ansprüche von freien Mitarbeitern und Mitarbieterinnen, Festangestellten und Dienstleistern. Schmidt ruft seine Kolleginnen und Kollegen auf, für eine hundertprozentige Kostenübernahme zu kämpfen.

Gerhardt Schmidts Schreiben im Wortlaut:

"Liebe Produzent*innen, liebe Filmschaffende,

es ist verständlich, dass in der momentan für alle Produktionsfirmen existenziell bedrohlichen Situation viele das Angebot von ARD und ZDF, 50 Prozent der Dreh-Abbruchkosten zu tragen, mit Erleichterung und Dankbarkeit zur Kenntnis genommen haben.

Dennoch muss die Forderung aufrechterhalten bleiben, dass die Sender letztendlich 100 Prozent der Abbruch- oder Zusatzkosten abzüglich der möglicherweise von Bund und Ländern gezahlten Zuschüsse übernehmen.

Denn wie sollen die mittleren und kleinen Produktionsunternehmen die restlichen 50 Prozent aufbringen? Wahrscheinlich, indem sie die vertraglichen Ansprüche freier und festangestellter Mitarbeiter*innen und Dienstleister mit Hinweis auf die Krise entsprechend beschneiden. Das aber hätte katastrophale Auswirkungen auf die gesamte Film- und Fernsehwirtschaft!

ARD und ZDF haben das Geld, haben die Liquidität und hinter sich den politischen Willen von Bund und Ländern, die Corona- bedingten Abbruch- und Zusatzkosten zu 100 Prozent zu übernehmen.

Es sieht in dieser für uns dramatischen Situation aber so aus, dass die Sender eben nur 50 Prozent der Kosten tragen wollen, um die anderen 50 Prozent als Reserve für andere bzw. sender-interne Kosten verbuchen zu können.

Wir dürfen das im übergeordneten Interesse der gesamten Fernsehwirtschaft nicht zulassen. Dies müssen unsere Verbände kompromisslos fordern und durchsetzen.

Letztendlich entscheidet über die Akzeptanz dieser Kosten die KEF, und es ist völlig undenkbar, dass die KEF diese von den Sendern natürlich nachweisbaren und krisenbedingten Ausgaben nicht anerkennen würde.

Lasst uns für eine hundertprozentige Kostenerstattung kämpfen und nicht mit halbherzigen Kompromissen zufrieden geben."