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Corona-Hilfsprogramme der Bundesländer

Nahezu alle Bundesländer sind dieser Tage mit neuen Hilfsprogrammen an den Start gegangen, die sich unter anderem an gewerbliche Unternehmen richten, die nicht vom Hilfspaket für Kleinstunternehmen des Bundes erfasst werden, zuletzt kamen u.a. NRW und Berlin hinzu, wo Antragstellungen ab morgen möglich sind. Die restlichen Ländern folgen zeitnah. Wir geben einen Überblick.

26.03.2020 15:56 • von Marc Mensch
In nahezu allen Bundesländern läuft die Antragstellung für Corona-Hilfen bereits (Bild: imago images/ZUMA press)

Während der Bundesrat am 27. März über die am 25. März vom Deutschen Bundestag verabschiedeten Hilfspakete entscheiden wird, haben die meisten Bundesländer bereits eigene Programme auf den Weg gebracht, die sich auch an gewerbliche Unternehmen richten, die vom Bundes-Hilfspaket für Solo-Selbständige und Kleinstunternehmen nicht erfasst sein werden. Die Grenze bewegen sich je nach Programm in der Regel zwischen zwischen maximal 50 und 250 Beschäftigten. Zudem verlangen die Programme regelmäßig einen "akuten Liquiditätsengpass".

Wir geben an dieser Stelle einen kurzen Überblick, der ausdrücklich ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit erfolgt. Insbesondere für Kinobetreiber sei ergänzend auf die ausführlichen Informationen verwiesen, die der HDF Kino und die AG Kino-Gilde auf ihren Seiten sammeln, diese Informationen sind dabei jeweils ausdrücklich offen zugänglich und nicht auf die Mitglieder der Verbände beschränkt.

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Für mehrere Hilfsprogramm der Länder besteht die Antragsmöglichkeit seit 25. März, weitere kommen am 27. März hinzu - die Programme sind jeweils auf die Ländernamen verlinkt. Es handelt sich jeweils um Links auf Seiten, bei denen von regelmäßiger Aktualisierung auszugehen ist. Ein wiederholter Blick lohnt sich deshalb bei den Bundesländern, die ihre Programme noch nicht finalisiert haben. Die knappe Darstellung an dieser Stelle erfasst u.a. nicht Hilfskreditmöglichkeiten über die KfW - unter den Links finden Sie jeweils ausführliche Informationen.

Bayern: Die Bayerische Staatsregierung hat ein Soforthilfeprogramm eingerichtet, das sich an Betriebe und Freiberufler richtet, die durch die Corona-Krise in eine existenzbedrohliche wirtschaftliche Schieflage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Anträge können von gewerblichen Unternehmen und selbstständigen Angehörigen der Freien Berufe (bis zu 250 Erwerbstätige) gestellt werden, die eine Betriebs- bzw. Arbeitsstätte in Bayern haben. Die Antragstellung läuft.

Baden-Württemberg: Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg hat ein Soforthilfeprogramm aufgelegt: Gewerbliche Unternehmen, Sozialunternehmen und Angehörige der Freien Berufe, die sich unmittelbar infolge der Corona-Pandemie in einer existenzbedrohenden wirtschaftlichen Lage befinden und massive Liquiditätsengpässe erleiden, werden mit einem einmaligen, nicht rückzahlbaren Zuschuss unterstützt. Anträge können von gewerblichen und Sozialunternehmen, von Soloselbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen mit bis zu 50 Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) gestellt werden, die ihren Hauptsitz in Baden-Württemberg haben. Die Antragstellung läuft.

Berlin: Als Reaktion auf die dynamische Ausbreitung des Coronavirus und die damit verbundenen wirtschaftlichen Folgen unterstützt das Land Berlin die Berliner Wirtschaft mit verschiedenen Maßnahmen. Hier ist die Antragstellung für Landes- und Bundesmittel ab 27. März in einem Antrag möglich.

Brandenburg: Die "Soforthilfe Corona Brandenburg" ist ab sofort beantragbar. In diesem Rahmen kann ein Zuschuss von 9.000 Euro bis zu 60.000 Euro in Abhängigkeit der Anzahl an Beschäftigten (0 bis 100 Beschäftigte) für gewerbliche Unternehmen, Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe erfolgen. Auf der Informationsseite sind unter anderem auch Informationen zu diversen Hilfsprogrammen der KfW verlinkt.

Bremen: Im Rahmen eines von der Senatorin für Wirtschaft neu aufgelegten Förderprogramms können Unternehmen in Bremen und Bremerhaven, die durch die Auswirkungen des Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind, Soforthilfen von bis zu 5.000 EUR im vereinfachten Verfahren und bei besonderem Bedarf bis 20.000 EUR erhalten. Die Unterstützung wird als Zuschuss zu den laufenden Betriebskosten gewährt. Erfasst sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten und weniger als zwei Millionen Euro Jahresumsatz sowie Freiberufler. Die Antragstellung läuft.

Hamburg: Derzeit können noch keine Anträge zur Hamburger Corona Soforthilfe (HCS) gestellt werden, die Seite wird jedoch laufend aktualisiert. Geplant war bereits vor etlichen Tagen ein Zuschuss zwischen 2500 Euro (für Solo-Selbständige) und 25.000 Euro für Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern.

Hessen: Das Land Hessen bietet ein breites Spektrum finanzieller Förderprodukte an, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei Investitionen und mit Betriebsmitteln zu unterstützen. Die Antragstellung läuft.

Mecklenburg-Vorpommern: Antragsberechtigt für die Corona-Soforthilfe sind im Haupterwerb tätige gewerbliche Unternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen sowie Soloselbstständige und Angehörige der Freien Berufe einschließlich Kulturschaffende mit bis zu 49 Beschäftigten, die durch die Coronapandemie in eine existenzbedrohliche Wirtschaftslage und in Liquiditätsengpässe geraten sind. Die Antragstellung läuft.

Niedersachsen: Die Antragstellung ist angelaufen für die "Niedersachsen-Soforthilfe Corona" für Kleinunternehmen und Soloselbstständige: Zuschuss des Landes für Soloselbstständige und Kleinunternehmen, mit bis zu 49 Beschäftigten. Es wird ein Liquiditätszuschuss gestaffelt nach der Anzahl der Betriebsangehörigen von 3.000 Euro bis zu 20.000 Euro zur Verfügung gestellt. Ebenfalls Anträge können ab sofort für den Niedersachsen-Liquiditätskredit für kleine und mittlere Unternehmen gestellt werden: Dieser stellt Kredite zwischen 5.000 Euro bis maximal 50.000 Euro zur Liquiditätshilfe für kleine und mittlere Unternehmen, Freiberufler und Soloselbstständige bereit. Ziel ist es, grundsätzlich tragfähige Geschäftsmodelle, die aufgrund von temporären Umsatzrückgängen im Zuge der Coronakrise einen erhöhten Liquiditätsbedarf aufweisen, zu unterstützen.

Nordrhein-Westfalen: Um den Schaden für Solo-Selbstständige und Kleinstunternehmen in Folge der Corona-Krise abzufedern, hat der Bund ein Soforthilfeprogramm Corona aufgelegt. Die Landesregierung hat beschlossen, das Angebot des Bundes 1:1 an die Zielgruppen weiterzureichen und dabei zusätzlich den Kreis der angesprochenen Unternehmen noch um die Gruppe der Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten zu erweitern. Anträge können von gewerblichen und gemeinnützigen Unternehmen, Solo-Selbstständigen und von Angehörigen der Freien Berufe, einschließlich Künstler/innen, mit bis zu 50 Beschäftigten (umgerechnet auf Vollzeitkräfte) gestellt werden, die im Haupterwerb wirtschaftlich und damit dauerhaft am Markt als Unternehmen/Freiberufler/Selbstständige tätig sind, ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben und ihre Waren oder Dienstleistungen bereits vor dem 1. Dezember 2019 am Markt angeboten haben. Die Website mit den elektronischen Antragsformularen wird am Freitag (27. März 2020) im Laufe des Tages online gehen.

Rheinland-Pfalz: Die Antragsdetails für Rheinland-Pfalz befinden sich (Stand: 26.03.) noch in der Finalisierung.

Saarland: Die saarländische Landesregierung erweitert ihr Maßnahmenpaket, um saarländischen Unternehmen in der Corona-Krise zu helfen. Neben steuerlichen Hilfestellungen wird es auch ein Soforthilfeprogramm für Kleinunternehmer geben, bis es gegebenenfalls ein entsprechendes Bundesprogramm gibt. Kleine Unternehmen und Selbstständige können so 3.000 bis 10.000 Euro Soforthilfe bekommen. Dafür stellt das Land bis zu 30 Mio. Euro sofort zur Verfügung. Die Antragstellung läuft.

Sachsen: Gefördert werden Einzelunternehmer (Solo-Selbständige), Kleinstunternehmen und Freiberufler in Sachsen, mit einem Jahresumsatz oder einer Jahresbilanz bis zu einer Mio. Euro. Die Darlehenshöhe des zinslosen Darlehens bewegt sich im Regelfall von mind. 5.000 Euro bis max. 50.000 Euro.In besonders zu begründenden Ausnahmefällen kann im Einzelfall auch ein Höchstbetrag von bis zu 100.000 Euro nach einem Zeitraum von vier Monaten im Rahmen einer Aufstockung auf den Regelbetrag gewährt werden, wenn nachweisbar ein höherer Bedarf besteht. Die Antragstellung läuft.

Sachsen-Anhalt: Die Arbeit an einem Hilfsprogramm läuft, die Antragstellung soll ab 30. März möglich sein.

Schleswig-Holstein: Im Rahmen des dortigen Soforthilfeprogramms sind kleine Unternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten (Vollzeitäquivalente) sowie Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe antragsberechtigt. Gewährt werden als Zuschuss bis zu 9.000 Euro für Gewerbetreibende und Selbständige mit bis zu fünf sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften und bis zu 15.000 Euro für Gewerbetreibende und Selbständige mit über fünf bis zu zehn sozialversicherungspflichtigen Vollzeitarbeitskräften. Die Antragstellung läuft.

Thüringen: Gefördert werden Unternehmen mit Betriebsstätte in Thüringen mit bis zu 50 Beschäftigten. Gestaffelt nach der Anzahl der beschäftigten werden bis zu 20.000 Euro gewährt. Die Antragstellung läuft.