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GVL stellt 46 Millionen Euro für Tonträgerhersteller bereit

Im Zuge der Corona-Nothilfe kündigt die GVL nun Vorauszahlungen für Tonträgerhersteller an. Das Paket soll bis zu 46 Millionen Euro umfassen.

26.03.2020 12:45 • von
Verspricht "spürbare und rasche Hilfe": GVL-Grschäftsführer Guido Evers (Bild: Dirk Deckbar)

Im Zuge der Corona-Nothilfe kündigt die Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL) am 26. März 2020 Vorauszahlungen für Tonträgerhersteller an. Das als "eine weitere kurzfristige Hilfestellung" frisch verabschiedete Paket soll bis zu 46 Millionen Euro umfassen, mit den Auszahlungen habe man bereits begonnen, heißt es aus Berlin:

"In Abstimmung mit ihren Gremienvertretern hat die GVL beschlossen, alle berechtigten Tonträgerhersteller mit einer Abschlagszahlung auf die erst für September 2020 geplante Erstverteilung für das Nutzungsjahr 2019 zu unterstützen." Damit wolle man "einen weiteren Beitrag zur finanziellen Unterstützung" der Berechtigten leisten und zudem "den akuten wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie vor allem auf die unabhängigen Labels entgegenwirken", teilt die Verwertungsgesellschaft mit.

"Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen die gesamte Musikwirtschaft ins Mark", weiß GVL-Geschäftsführer Guido Evers. Viele Hersteller hätten "unsichere Monate" vor sich: "Umso mehr liegt es mir am Herzen, hier möglichst sofort Entlastung zu schaffen. Schnelle Hilfe ist das Gebot der Stunde, bevor die angekündigten staatlichen Unterstützungen greifen werden." Mit den Abschlagszahlungen, "die gerade auf den Konten unserer Hersteller eingehen" leiste die GVL "spürbare und rasche Hilfe".

Als als Gesellschafter der GVL meldet sich auch Florian Drücke, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), zu Wort: "Mit der Entscheidung für Abschlagszahlungen hilft die GVL nun im Rahmen einer schnellen und unkomplizierten Lösung, was wir sehr unterstützen." Die Gelder kämen den berechtigten Herstellern "unverzüglich zu Gute" und würden so "kurzfristig einen weiteren finanziellen Puffer" schaffen. "Das Geld wird bereits in diesen Tagen ausgezahlt; in der schwierigen und extrem herausfordernden Situation, in der sich die Unternehmen zurzeit befinden, eine wertvolle Hilfsmaßnahme."

Zudem verspricht die GVL, weiter "mit Hochdruck an Vorauszahlungen für ausübende Künstler" zu arbeiten.

Neben diesen Vorauszahlungen sollen somit auch Tonträgerhersteller, "die ausschließlich freiberuflich tätig sind, ebenso wie die ausübenden Künstler von der Corona-Nothilfe" profitieren können. Für diese Soforthilfe stellt die GVL "im Rahmen ihrer sozialen Zuwendungen" bis zu vier Millionen Euro bereit.

__Update, 16.30 Uhr: Diese Sofortmaßnahme, so teilt die GVL inzwischen ergänzend mit, die "ganz überwiegend in Bedrängnis geratenen Künstlern zu Teil" werde, sei "paritätisch auch aus Mitteln der Hersteller finanziert". Für "die Record Labels in der GVL" sei das "ein ganz bewusster Akt der Solidarität in Zeiten, in denen die Branche zusammenstehen muss".

Für die bereits zuvor angekündigte Corona-Nothilfe seien "bereits mehrere tausend Anträge eingegangen"die "mit größter Priorität bearbeitet werden". Daneben aber arbeite man weiter "mit höchstem Einsatz auch an der Zahlung von Vorschüssen für ausübende Künstler", heißt es aus Berlin. Allerdings müsse man hier "solide Schätzungen" für künftige Verteiljahre durchführen: "Dies nimmt - anders als die Vorschussberechnung für eine Herstellerverteilung - mehr Vorbereitungszeit in Anspruch. Konkrete Informationen hierzu werden zeitnah folgen."

Unabhängig davon aber werde man bis Mitte April mehr als 20 Millionen Euro an die ausübenden Künstler nachverteilen.

Text: Knut Schlinger