Kino

"Wir wollen für die Branche da sein"

Zu allen schlechten Nachrichten der letzten Tage nun auch das: die CineEurope will sich mit ihrem Ausweichtermin ausgerechnet auf die Tage der Filmmesse setzen. Organisator Martin Molgedey setzt auf den Dialog.

24.03.2020 12:50 • von Marc Mensch
Filmmesse-Organisator Martin Molgedey (Bild: BF)

Vorwürfe will MMmedia-Geschäftsführer Martin Molgedey den Organisatoren der CineEurope nicht machen, auch wenn deren angestrebter Ausweichtermin (wir berichteten) nicht nur für ihn, sondern auch für die deutschen Kinobetreiber, Verleihvertreter und Dienstleister keinesfalls schlechter hätte gewählt werden können - läge er doch exakt zeitgleich zur Filmmesse 2020, die vom 4. bis 6. August im Kölner Cinedom stattfindet. "Man wird seitens der Organisatoren in den USA getan haben, was derzeit leider an allen Ecken und Enden geschehen muss: den erstbesten potenziell sicheren Ersatztermin zu nehmen, den man bekommen konnte", so Molgedey.

Er selbst hofft natürlich darauf, dass der Termin, wie es ohnehin in der Pressemitteilung der CineEurope-Organisatoren anklingt, tatsächlich nicht in Stein gemeißelt ist - und er setzt vor allem auf den Austausch mit europäischen Kino-Dachverband UNIC, dessen offizieller Kongress die CineEurope ist und der dementsprechend als Mitorganisator und Mitverantwortlicher fungiert.

"Sie vor die Wahl zu stellen, welche Veranstaltung sie wahrnimmt, kann natürlich nicht im Sinne der Branche sein", so Molgedey. "Denn gerade dann, wenn wir diese unfassbar schwierige Zeit hoffentlich überstanden haben, wird es ein enormes Verlangen nach Austausch bei einem wirklich zentralen Treffen geben, der alle namhaften Akteure unseres Marktes vereint. Die Filmmesse füllt diese Rolle in Deutschland seit 13 Jahren als zentraler und stetig wachsender Treffpunkt aus - und die Teilnahme ist vor allem auch für jeden Akteur erschwinglich. Aus diesem Grund sind wir sowohl mit den Kolleg*innen in Barcelona als auch mit den Verleihfirmen, Sponsoren, dem Cinedom, der Stadt Köln und Kinobetreibern in Kontakt, um eine für die gesamte Branche gute Lösung zu finden."

Tatsächlich, so Molgedey, sei die Filmmesse trotz der immens schwierigen Situation nicht nur weiterhin voll auf Kurs, sondern man habe bereits erste Überlegungen angestellt, sie um einen Tag zu verlängern - um dem zu erwartenden Bedarf an Austausch gerecht zu werden. "Wir wollen für die Branche da sein!", so Molgedey. "Und wir wollen vor allem gemeinsam mit allen Akteuren daran arbeiten, dass die Filmmesse zu einer wahren Leuchtturmveranstaltung wird, die direkt im Anschluss an das bundesweite Kinofest - mit dem sich die CineEurope dann ebenfalls überschneiden würde - weiter nach Außen strahlt und auch der Öffentlichkeit nachhaltig signalisiert: Wir sind wieder da! Wir hatten ja bereits einige Maßnahmen im Köcher, um auch die Öffentlichkeit etwas in die Filmmesse mit einzubinden, an dieser Stelle würden wir gerne noch nachlegen."