Produktion

Produzentenverband und Film- und Medienverband NRW fordern bundesweites Drehverbot

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben der Produzentenverband und der Film- und Medienverband NRW ein bundesweit einheitliches Verbot von Dreharbeiten für fiktionale Kino- und TV-Produktionen gefordert.

24.03.2020 08:16 • von Jochen Müller
Erwin M. Schmidt, Geschäftsführer des Produzentenverbands (Bild: Produzentenverband)

Um die Ausbreitung der Corona-Pandemie zu verlangsamen und Beteiligte zu schützen fordern der Produzentenverband und der Film- und Medienverband NRW eine "sofortige, bundesweit gültige Regelung, die den Abbruch aller laufenden und die Verschiebung aller Dreharbeiten ermöglich, ohne die Verantwortung für diesen Schritt allein auf die einzelnen Produktionsunternehmen abzuwälzen", wie es in einer gemeinsamen Pressemitteilung der beiden Organisationen heißt.

Ansammlungen von mehr als zwei Menschen seien aktuell verboten, Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen erlassen worden. Für Dreharbeiten für fiktionale Kino- und TV-Produktionen seien die Regelungen hinsichtlich Durchführung, Verschiebung oder Abbruchs jedoch bundesweit lückenhaft und böten den Beteiligten keinen verbindlichen rechtlichen Rahmen.

Die Tatsache, dass bei Dreharbeiten häufig viele Menschen für längere Zeit auf einem engen Raum beisammen sind und die gebotenen Abstände untereinander nicht eingehalten werden könnten mache es unmöglich, Dreharbeiten derzeit durchzuführen.

"Da es aufgrund der föderalen Struktur bislang keine einheitliche Regelung hierzu gibt, fordern wir Bundesländer, Kommunen, Arbeitsschutz- und Gesundheitsbehörden dringend dazu auf, von den ihnen gesetzlich zustehenden Möglichkeiten Gebrauch zu machen, und interpretationsfreie Verordnungen oder Allgemeinverfügungen zu erlassen und einen einheitlichen rechtsverbindlichen Rahmen für den Abbruch bzw. die Verschiebung von Dreharbeiten zu schaffen", heißt es in der Mitteilung von Produzentenverband und Film- und Medienverband NRW wörtlich. Dieser müsse auch für die Produktionen gelten, die bereits in den letzten Tagen unterbrochen worden waren.

Aktuell handelten Produktionen ohne eine zuverlässige rechtliche Grundlage bzgl. des Zugangs zu etwaigen Rettungs- und Entschädigungsmaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen auf eigene Faust. "Hier ist ein klarer Schritt der Behörden gefragt, um eine rechtliche Sicherheit zu schaffen, ebenso wie die Solidarität der Fernsehsender als Auftraggeber, Verantwortung über die bisherigen Zusagen hinaus zu übernehmen", so die Mitteilung weiter.

Die Forderung von Produzentenverband und Film- und Medienverband NRW im Wortlaut