Kino

Christine Berg: "Wir müssen alle an einem Strang ziehen"

Christine Berg, HDF-Vorstandsvorsitzende, unterstreicht, dass es in dieser existentiell bedrohlichen Zeit mehr denn je wichtig ist, füreinander da zu sein. In einem exklusiven Statement für Blickpunkt:Film plädiert sie u.a. für die Umwidmung des Zukunftsprogramms Kino in einen Soforthilfefonds.

23.03.2020 07:12 • von Barbara Schuster
Christine Berg (Bild: HDF Kino)

Christine Berg, HDF-Vorstandsvorsitzende, plädiert in einem exklusiven Statement für Blickpunkt:Film u.a. für die Umwidmung des Zukunftsprogramms Kino in einen Soforthilfefonds.

"Zu allererst möchte ich betonen, dass wir für unsere Mitglieder in dieser Krise immer ansprechbar sind, denn wir müssen in dieser existenziell bedrohlichen Zeit unbedingt zusammenrücken und alle füreinander da sein. Auf unserer Website www.hdf-kino.de und über unsere Sondernewsletter bemühen wir uns, den Kinos eine ständig aktualisierte Übersicht aller einzuleitenden Soforthilfen zu geben. Dazu gehören z.B. die Möglichkeiten zur Beschaffung zinsloser liquider Mittel über die KfW, die Lohnkostenerstattung über das Kurzarbeitergeld und die Beantragung von Steuerstundungen.

Natürlich sind wir erleichtert, dass die Politik bereits zahlreiche Maßnahmen zur Unterstützung unserer und vieler anderer Branchen in die Wege geleitet hat.

Konkret erhoffen wir uns an einigen Stellen noch Ausweitungen und Ergänzungen, wie die schnelle, eindeutige Klärung von Entschädigungsansprüchen auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes, Lösungen für unsere zahlreichen Minijobber, die häufig auf ihre Kinojobs angewiesen sind, sowie auch die Übernahme von Mietzuschüssen. Zusätzlich machen wir uns für eine Umwidmung des Zukunftsprogramms Kino in einen Soforthilfefonds stark.

Es freut uns, dass die FFA unseren Forderungen nach akuter Unterstützung der Kinos durch die Stundung von Darlehen und Abgaben nachgekommen ist. Auch die GEMA hat angesichts unserer Forderungen eine Stundung aller Zahlung zugesagt.

Ganz wichtig ist, dass wir uns in dieser Situation immer vor Augen führen, dass alle Betriebstypen - vom kleinen Kino auf dem Land bis hin zum Multiplex in der Großstadt - gleichermaßen betroffen sind und wir daher nach außen einig und mit einer Stimme sprechen sollten. Nur so können wir unseren Forderungen nach Unterstützung ausreichend Nachdruck verleihen.

Gleiches gilt auch gegenüber unseren Partnern aus den Bereichen Produktion und Verleih. Nur wenn wir alle an einem Strang ziehen und uns gegenseitig unterstützen, werden wir diese existenzielle Krise überstehen und hoffentlich bald wieder in gut besuchten Kinos tolle Filme ansehen können."

Eine ausführliche Darstellung der laut HDF notwendigen Maßnahmen finden Sie hier.