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Jörg Schönenborn: "Wir stehen zu unseren Produktionszusagen"

Der ARD-Koordinator Fiktion, Jörg Schönenborn, spricht gegenüber Blickpunkt:Film von der Herausforderung, die das Coronavirus für das Programm der ARD darstellt. Er denkt aber auch bereits an die Zeit danach - und was diese für Zuschauer und Produktionen bedeutet.

21.03.2020 17:13 • von Michael Müller
Der ARD-Koordinator Fiktion und WDR-Programmdirektor Jörg Schönenborn (Bild: WDR/Herby Sachs)

"Das Coronavirus hinterlässt sichtbare Spuren in unseren Programmen", sagt der ARD-Koordinator Fiktion und WDR-Programmdirektor für Information, Fiktion und Unterhaltung, Jörg Schönenborn, gegenüber Blickpunkt:Film. "Fast jeden Abend 'ARD extra', ausführliche Sondersendungen in den Dritten, verlängerte politische Talks. Die hohen Zuschauerzahlen stehen für ein enormes Informationsbedürfnis. Dem nachzukommen, ist eine große Kraftanstrengung. Was die aktuellen Redaktionen und Newsrooms leisten, ist herausragend. Sie machen mit weniger Personal und deutlich knapperen Produktionskapazitäten sehr viel mehr Programm."

Gleichzeitig thematisierte Schönenborn im Bezug auf das Coronavirus auch den Wegfall von vielen Programmstunden bei Sport, Unterhaltung und dem Kulturleben. "Wohl oder übel werden wir in den nächsten Wochen mehr aus unseren Archiven zeigen. Noch haben wir hochklassige fiktionale Erstsendungen im Angebot, die auch in der ARD-Mediathek für einen starken Anstieg der Nutzung sorgen. Aber der plötzliche Stillstand bei vielen Produktionen wird bald sichtbar werden."

In diesem Zusammenhang hielt der ARD-Koordinator Fiktion fest: "Wir stehen zu unseren Produktionszusagen. Dreharbeiten, die unterbrochen werden mussten, sollen wieder aufgenommen werden, wenn die Lage es zulässt. Geplante Produktionen bekommen neue Liefertermine. Wir werden Auftragsproduzenten bei der Bewältigung dieser Krise nach Kräften unterstützen. Der Rahmen dafür ist gesteckt."

Mit Blick auf die Zukunft nach der Corona-Krise sagte Schönenborn: "Wenn jetzt im Frühling wochenlang nicht gedreht werden kann, wird uns im Herbst in der Fiktion viel Programm fehlen. Die Produktionskapazitäten waren schon in normalen Zeiten recht knapp, das wird nicht besser sein, wenn de Drehs wieder anlaufen. Wir brauchen auch in Zukunft starke Partner für erstklassige Fiktion. Gemeinsam werden wir daran arbeiten, dass die Phase zusätzlicher Wiederholungen unser Publikum nicht allzu lange an die Krise erinnert."