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"Kurzfilm nicht abschalten"

In der vergangenen Woche hatte 3sat die Medienpartnerschaft mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen aufgekündigt, was zur Folge hat, dass der Kurzfilm aus dem Programm des Senders verschwindet. Dagegen protestieren jetzt 13 deutsche Filmverbände und Dutzende von Filmemachern in einem Offenen Brief an ZDF-Intendant Thomas Bellut.

19.03.2020 15:40 • von Jochen Müller
ZDF-Intendant Thomas Bellut (Bild: ZDF)

13 deutsche Filmverbände wie die AG DOK, die AG Kurzfilm und der Verband der deutschen Filmkritik haben in einem Offenen Brief an ZDF-Intendant Thomas Bellut gegen die Streichung des Kurzfilmsendeplatzes bei 3sat protestiert. Wie berichtet, hatte der Sender in der vergangenen Woche die seit 1999 bestehende Medienpartnerschaft mit den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen gekündigt, womit der letzte Kurzfilm-Sendeplatz bei 3sat wegfällt.

Eine Entwicklung, die die Unterzeichner des mit "Kurzfilm nicht abschaffen" überschriebenen Offenen Briefs als "sehr problematisch" bezeichnen. "Sowohl die Förderung von neuen filmischen Handschriften als auch die Ansprache eines jüngeren Publikums gehören zum Kern des öffentlich-rechtlichen Programmauftrags. Generelle Programmvielfalt, auch der filmischen Formen, ist ein Auftrag der öffentlich-rechtlichen Sender. Wir müssen feststellen, dass der Kurzfilm aus 3sat und ZDF dann offenbar verschwunden ist. Dafür haben wir kein Verständnis", heißt es in dem Schreiben, in dem die Unterzeichner Bellut abschließend dazu auffordern, "sich für eine Zukunft des Kurzfilms im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie die Nachwuchsförderung einzusetzen und die Medienpartnerschaft mit den Kurzfilmtagen fortzusetzen".

Der Offene Brief im Wortlaut

Unterstützung erhalten die Verbände in ihrer Forderung u.a. von Dutzenden Filmemachern, die sich in eigenen Statements äußern. So erklärt beispielsweise Edgar Reitz: "Ich finde es einen Skandal, wie sich die öffentlich-rechtlichen Sender ihrer kulturellen Verantwortung entziehen. Im Falle des Kurzfilms ist es darüber hinaus ein Zeichen von Ignoranz und Phantasielosigkeit." Christoph Hochhäusler erklärt: "Innovation ist auch und gerade im deutschen Film ohne den Kurzfilm nicht denkbar. Im Netz explodiert die Kreativität kurzer Formen, allein es fehlt oft an der richtigen Rahmung, den besten Arbeiten zu Sichtbarkeit zu verhelfen und ihren Macher*innen die Weiterarbeit zu ermöglichen. Es stünde dem öffentlich-rechtlichem Rundfunk gut zu Gesicht, hier tätig zu werden."