Kino

Jan Philip Lange: Branchenspezifische Rückversicherung vonnöten

Der Coronavirus ist in der Branche voll angekommen. Jan Philip Lange, Geschäftsführer und Produzent von Junifilm, musste jüngst eine Produktion auf Eis legen - "und so geht es ja vielen", schreibt er. Blickpunkt:Film erreichte seine Anregung einer Kooperation zwischen Staat und Filmförderanstalten auf der einen und den Filmversicherern auf der anderen Seite.

16.03.2020 20:06 • von Barbara Schuster
Jan Philip Lange (Bild: Junifilm)

Der Coronavirus ist in der Branche voll angekommen. Jan Philip Lange, Geschäftsführer und Produzent von Junifilm, musste jüngst eine Produktion auf Eis legen - "und so geht es ja vielen", schreibt er. Blickpunkt:Film erreichte seine Anregung, die er an Förderer, das BKM und die FFA geschickt hat, "weil ich denke, dass das ein entscheidender Faktor ist, um unserer Branche zu helfen", so Lange.

Hier die Anregung im Wortlaut:

"Seit spätestens letztem Donnerstag bricht das Coronavirus mit Macht in unsere Branche ein und legt Projekte auf Eis mit noch unabsehbaren Folgen für die Produktions- und gesamte Medienwirtschaft. Die angekündigten Maßnahmen zur Unterstützung begrüße ich sehr.

Aus meiner Praxis möchte ich folgende Anregung geben, sofern diese nicht schon längst Teil der Diskussionen bei Ihnen ist:

Für Produzenten ist, neben der Fürsorge für die Mitarbeiter*innen, das größte Problem und ein wesentlicher Grund, warum derzeit Produktionen ausgesetzt werden, dass durch den Pandemiestatus Ausfall- und Sachausfallversicherung im durch das Coronavirus verursachten Schadensfall nicht greifen. Da dieser Status vermutlich noch Monate, wenn nicht Jahre, anhalten wird, muss hier eine Lösung gefunden werden, die Produktionen ab einem Zeitpunkt, zu dem die Gefahr einer bedrohlichen Größe an Infektionen gedämmt ist, wieder möglich machen.

Wenn Staat und Filmförderungen hier mit den Filmversicherern kooperieren und eine Art branchenspezifische Rückversicherung bilden könnten, wäre m. E. viel gewonnen. Ziel müsste sein, dass die Filmversicherer wieder Deckung im Schadensfall auch durch Corona zusagen können und sich in einem Schadensfall dann an Staat und Förderer als Rückversicherer wenden können."