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RTL Group legt Fokus auf Streamingbereich

Die RTL Group hat Umsatz und Gewinn im vergangenen Jahr gesteigert. Für die nahe Zukunft peilt das internationale Medienunternehmen bis zu sieben Millionen Abonnenten im Streamingbereich an.

13.03.2020 11:41 • von
Gebäude der RTL Group in Luxemburg (Bild: RTL Group)

Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio, die RTL Group, hat seine Jahresbilanz 2019 vorgelegt. Der Umsatz wuchs demnach um 3,2 Prozent, der Gewinn mit 10,1 Prozent auf 864 Millionen Euro. Der Kapitalzuwachs erklärt sich größtenteils durch den Verkauf von Universum Film. Die RTL Group legt zukünftig den Fokus vermehrt auf den Bereich Streaming und plant bis zum Jahr 2025 fünf bis sieben Millionen Abonnenten für ihre Streamingdienste in Europa zu gewinnen.

Das Wachstum des Umsatzes auf insgesamt 6,65 Milliarden Euro speist sich zu einem großen Teil aus dem Digitalgeschäft von Fremantle und der RTL Group. Der Umsatz im Digitalbereich stieg um 8,9 Prozent und macht vom Gesamtumsatz der Mediengruppe inzwischen 16,1 Prozent aus. Das zeigt sich gut an den Zahlen des deutschen Streamingdienstes TVNow und des niederländischen Streamingdienstes Videoland, die zusammen genommen ihren Umsatz um 46,7 Prozent auf 135 Millionen Euro steigerten. Ende 2019 hatten beide Dienste gemeinsam 1,44 Millionen zahlende Abonnenten.

"Befördert durch die starke Performance unserer drei größten Wirtschaftseinheiten hat die RTL Group alle Finanzziele 2019 erreicht", sagte der CEO der RTL Group, Thomas Rabe. Das seien der gewachsene Umsatz um 3,2 Prozent, die trotz größerer Investitionen stabil gebliebene EBITA und der gestiegene Gewinn um 10 Prozent.

Rabe nannte als Wurzeln des Erfolgs die Stärkung des Kernbereichs durch die Konsolidierung ihrer Sender, die verstärkten Investitionen in die Streamingportale sowie das weltweite Content-Geschäft und die Forcierungen von Partnerschaften in der europäischen Medienindustrie. Rabe lobte besonders die Bemühungen im Bereich Streaming: "Wir haben einen besonderen Fokus darauf gelegt, Streaming Champions in den Ländern zu werden, wo die RTL Group führende Medienunternehmen und Sender betreibt und wert auf eine offene europäische Plattform legt." Der Umsatz im Bereich Streaming soll laut Rabe bis 2025 auf mindestens 500 Millionen Euro angewachsen sein und den Break-Even-Point erreicht haben.

Über die Mediengruppe RTL Deutschland heißt es in der Jahresbilanz, sie habe es trotz eines schrumpfenden Werbemarktes durch die crossmediale Vermarktung der Ad Alliance und Zuschauererfolge geschafft, den Umsatzrückgang auf nur 1,8 Prozent zu beschränken. Dabei hätten auch die Investitionen in die Streamingplattform TVNow geholfen.