Kino

Fünfter Baumi Script Development Award geht nach Südafrika

Die in Erinnerung an den Produzenten Karl "Baumi" Baumgartner ins Leben gerufene Auszeichnung ist jetzt zum fünften Mal verliehen worden.

25.02.2020 16:24 • von Jochen Müller
Bei der Verleihung des Baumi Script Development Award (v.l.n.r.): Martina Baumgartner, Gastjurorin Malgorzata Szumowska, Preisträgerin Amy Jephta, Claudia Steffens (Pandora Film), Sandra Baumgartner und Petra Müller (Film- und Medienstiftung NRW) (Bild: Kurt Krieger/Film- und Medienstiftung NRW)

Unter 51 internationalen Einreichungen ist die südafrikanische Dramatikerin, Drehbuchautorin und Theaterregisseurin Amy Jephta führ ihr Kinospielfilm-Projekt "Have You Seen Rita?" als Gewinnerin des fünften Baumi Script Development Award ausgewählt worden. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung wird in Erinnerung an den Produzenten Karl "Baumi" Baumgartner von dessen Familie, der Film- und Medienstiftung NRW und Pandora Film vergeben.

"Have You Seen Rita?" erzählt die Geschichte der 40-jährigen Hausfrau Rita Hoefling aus Kapstadt, die alle Privilegien der weißen Bevölkerung in Südafrika genossen hat, bis sie 1973 erkrankt und ihre Haut immer dunkler wird. Von der weißen Gemeinschaft verstoßen, lebt sie fortan in Townships. Als sie 1978 spontan wieder weiß wird, versucht sie, in ihr altes Leben zurückzukehren. Doch ihre Familie tut so, als hätte sie nie existiert.

"'Have you seen Rita?' ist eine der außergewöhnlichsten Geschichten die wir je gelesen haben. Amy Jephta gelingt es mühelos, Rita Hoeflings wahre Erlebnisse in ein mitreißendes Drama zu übertragen. Sie beschreibt ihre weibliche Hauptfigur und die Atmosphäre der 1970er Jahre in Südafrika in einer Art und Weise, dass ihre Geschichte bis heute eine aktuelle Relevanz hat. Der Film kann nicht nur in Südafrika, sondern weltweit eine differenzierte Diskussion über Rassismus initiieren. Wir sind glücklich, ein solch großartiges Projekt einer vielseitigen und engagierten Autorin auszuzeichnen", begründet die Jury ihre Entscheidung.

Die diesjährige Gastjurorin, die polnische Regisseurin Malgorzata Szumowska, ergänzt: "Ich kann mir einen sehr originellen Film vorstellen: Die Stimme einer jungen afrikanischen Frau. Das Thema ist hochaktuell und beschäftigt sich mit Problemen, mit denen wir heute auch noch zu kämpfen haben."