Kino

Jury spricht Weinstein schuldig

Die Geschworenen des Obersten New Yorker Gerichts haben nach mehrtätigen Beratungen Harvey Weinstein schuldig gesprochen; allerdings nicht in allen Anklagepunkten.

24.02.2020 19:14 • von Jörg Rumbucher
Wurde schuldig gesprochen: Harvey Weinstein (Bild: Kurt Krieger)

In dem aufsehenerregenden Prozess um sexuellen Missbrauch hat die Jury am Montag, 24. Februar, eine Entscheidung gefällt: Sie sprach den Angeklagten Harvey Weinstein wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung schuldig. Kein Schuldspruch erfolgte beim Anklagepunkt "raubtierhafter, sexueller Angriff" ("predatory sexual assault"). Dieser Straftatbestand war aus Sicht der Geschwornen nicht erfüllt.

In den vergangenen Jahren hatten mehr als 80 Frauen Weinstein sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Vor Gericht ging es im Wesentlichen um zwei Frauen, die in zum Teil drastischer Offenheit über Vergewaltigung und sexuellen Missbrauch aussagten: Die ehemalige Produktionsassistentin Mimi Haleyi und die heutige Friseurin Jessica Mann.

Der Filmproduzent kann Berufung gegen die Entscheidung einlegen. Prozessbeobachtern und ersten Reaktionen der Verteidigung zufolge wird dies mit hoher Wahrscheinlichkeit auch geschehen. Das Strafmaß wird am 11. März verkündet.

Die im Herbst 2017 bekannt gewordenen Anschuldigungen gegen Weinstein hatten die MeToo-Bewegung ausgelöst. In Gang gesetzt hatte die Bewegung und letztlich auch den Prozess u.a. ein von Ronan Farrow im "New Yorker" veröffentlichter Artikel im Oktober 2017. Er tweetete nach der Urteilsverkündung: "Der heutige Ausgang des New Yorker Prozesses gegen Harvey Weinstein ist das Ergebnis der Entscheidung mehrerer Frauen, sich mit hohen persönlichen Kosten und Risiken an Journalisten und Staatsanwälte zu wenden. Bitte behalten Sie diese Frauen heute in Ihren Gedanken."