Produktion

"NRW will vorne mitspielen"

Geht es nach den Worten von Ministerpräsident Armin Laschet, muss der Film- und Medienstiftung NRW um engagierte Unterstützung seitens der Politik sicherlich nicht bange sein. Ein großer Wunsch des Landesvaters - und der Gäste beim Berlinale-Empfang - bleibt indes wohl unerfüllt.

24.02.2020 01:49 • von Marc Mensch
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller im Kreis der Kreativen (Bild: Kurt Krieger)

Der zentrale Treffpunkt für die Filmbranche am ersten Berlinale-Sonntag? Ist traditionell der große Empfang in der nordrhein-westfälischen Landesvertretung. Das war auch in diesem Jahr nicht anders - auch wenn Ministerpräsident Armin Laschet die Frage in den Raum stellte, ob man solch eine ausgelassene Feier angesichts der Ereignisse in Hanau tatsächlich stattfinden lassen könnte - immerhin hatte man aus Respekt vor den Opfern bereits am vergangenen Donnerstag eine große Karnevalsparty in den Räumen der Landesvertretung abgesagt.

Und doch darf man sicherlich unterschreiben, was Laschet über die Film- und Fernsehbranche zu sagen hatte: Denn sie steht tatsächlich dafür, Menschen zu verbinden, für eine multikulturelle Gesellschaft einzustehen. "Was Film und Fernsehen leisten, ist auch ein Bekenntnis gegen Fanatismus, gegen Rechts!" Worte, für die ihm enthusiastischer Applaus der gut 1400 Gäste sicher war - umso mehr für seinen Wunsch, dass "rechtsradikale Parteien nicht mehr in der Hamburger Bürgerschaft vertreten sind!" Nun, dieser Wunsch scheint nach aktuellem Stand nicht in Erfüllung zu gehen - auch wenn man zumindest mit ein wenig Genugtuung sehen konnte, dass auch die AfD zu den Verlierern dieser Wahl zählt. Manchen anderen Parteien kann man wohl nur wünschen, dass sie den Schuss gehört haben...

Mit Blick auf die jüngste Förderbilanz der Film- und Medienstiftung NRW hob Laschet die rund 40 Mio. Euro hervor, mit denen man dort die Film- und TV-Branche im vergangenen Jahr unterstützen konnte. Seine klare Ansage: Im Wettbewerb der Länderförderungen will NRW vorne mitspielen - NRW will auf Platz 1! Das ist unsere Ambition!"

Worte, die man als Förderer goutieren durfte - und Filmstiftungs-Geschäftsführerin Petra Müller nahm ihn gerne beim Wort, was die weitere Unterstützung der Landesregierung betraf, die sich schon im Haushaltsentwurf abzeichne. Verbunden damit war natürlich ausdrücklicher Dank auch im Namen der Filmschaffenden für ein geradezu historisches Förderergebnis.

Die Filmschaffenden sind es natürlich, auf die es am Ende ankommt und die Tatsache, dass zuletzt jeweils über ein Drittel der Filmstiftungs-geförderten Projekte von Produzentinnen und/oder Regisseurinnen kam, betonte Müller mit besonderem Stolz - ohne sich natürlich auf diesen Anteilen ausruhen zu wollen. Ein weiteres Thema, dass ihr besonders am Herzen liege, sei Nachhaltigkeit: Müller hob hier vor allem (verbunden mit Dank in Richtung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters) die gerade erst von den Förderern und zahlreichen Verbänden gemeinsam unterschriebene Erklärung hervor, deren Ziele man nun Schritt für Schritt umsetzen werde.

Blieb vor der - mittlerweile längst traditionellen und durch Dominik Porschen wieder besonders schwungvoll moderierten - Vorstellung der European Shooting Stars und der Vorfreude auf noch viele der insgesamt 28 NRW-geförderten Projekte bei dieser Berlinale noch einmal Dank in Richtung der Landesregierung: Die verstanden habe, welch bedeutenden wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Beitrag Filme leisteten. Einen Beitrag, den man laut Müller gerade mit Blick auf die letzten zwei Punkte so sehr benötige wie nie zuvor.