Produktion

ndF zum aktuellen Produktionsstand von "Der Schwarm"

Hoch über Berlin haben die ndF-Geschäftsführer Eric Welbers und Matthias Walther den Zeitplan für die Serien-Megaproduktion "Der Schwarm" abgesteckt. Sie äußerten sich auch zu ihren neuen Kooperationen mit ZDF Enterprises und einem belgischen Partner.

23.02.2020 13:53 • von Michael Müller
Die ndF-Geschäftsführer Eric Welbers (l.) und Matthias Walther (Bild: ndF)

Die Geschäftsführer der neuen deutschen Filmgesellschaft (ndF), Eric Welbers und Matthias Walther, haben in Berlin erzählt, wo genau sich die Serien-Megaproduktion "Der Schwarm" nach dem Bestseller von Frank Schätzing auf dem Zeitstrahl befindet, wie es sich mit der neuen Kooperation mit ZDF Enterprises verhält und warum sie ihre Fühler nach Belgien ausstrecken.

Neben dem ZDF seien als Partner bei "Der Schwarm" die Sender RAI, France Television und wohl ein skandinavisches Unternehmen an Bord, dessen Name im Laufe der Berlinale veröffentlicht werden soll. Dort befinde man sich in der finalen Phase des Deals. Es gebe auch einen potenziell spannenden Partner in Asien. Es seien insgesamt drei bis vier Sender und zwei Streaming-Plattformen.

"Das ZDF ist ein guter Partner, dem es immer um die Qualität geht", sagte Welbers im Restaurant des Berliner Fernsehturms, das über der Hauptstadt seine Kreise zieht. Es sei beeindruckend, mit welcher Vehemenz der Sender sein Engagement bei diesem Projekt betreibe. So werde "Der Schwarm", der auf acht Episoden mit jeweils 45 Minuten angelegt ist, auch nach Qualität und nicht nach Nationalität besetzt. Auf die Frage, ob schon an eine Fortsetzung gedacht werde, hieß es, dass es Frank Schätzings Stoff sei und der zumindest schon über mögliche Ideen einer Weiterführung der Handlung nachgedacht hätte.

In Zahlen drückte Welbers die "Schwarm"-Produktion, bei welcher der Amerikaner Frank Doelger ("Game of Thrones") der Showrunner ist, folgendermaßen aus: Mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 90 Prozent sei dieses Jahr Drehbeginn in Südafrika, mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent solle die Serie schon 2021 im ZDF laufen. Sie seien bei der Besetzung hinter der Kamera beim Fine Tuning angelangt. Zum Budget sagte Welbers, dass die Kosten pro Sendestunde nochmal über dem Betrag lägen, die das Prestigeprojekt "Babylon Berlin" aufgelegt habe.

Am Tisch des Pressegesprächs saß auch der Belgier Jan Theis von der Produktionsfirma Bravado Fiction, an der sich die ndF mehrheitlich beteiligt hat. Walther bezeichnete den belgischen Markt als spannend. Dieser kreative Talentpool biete zudem die Möglichkeit, andere Produktionen mit europäischen Ländern wie Frankreich anzuschieben. Theis spreche zum Beispiel auch Italienisch. Im April ist Drehstart zu dessen dreiteiligem Crime-Format "Crossroads", das dann in der ARD laufen wird. Es gehe um eine Top-Anwältin und einen Polizeichef, deren Sohn in Belgien verschwindet. Die Handlung setzt zwei Jahre später ein, wenn die Eltern weiterhin versuchen, ihr Kind wiederzufinden.

Auch zu dem neu gegründeten Joint Venture FictionMagnet Produktions GmbH mit ZDF Enterprises äußerten sich die Geschäftsführer. "Wir bleiben Produktionsfirma, das ZDF bleibt Auftraggeber", sagte Walther. Der Joint Venture diene dazu, die Zusammenarbeit noch mehr zu formalisieren. Sie gebe dem ZDF die Sicherheit, dass ihr Content nicht plötzlich wo anders auftauche, als es gedacht sei.