Kino

Deutscher Drehbuchpreis vergeben

Im Rahmen des Empfangs des Verbands Deutscher Drehbuchautoren hat Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Goldene Lola für das beste unverfilmte Drehbuch überreicht - und das Gewinnerbuch könnte leider kaum zeitgemäßer sein.

22.02.2020 00:46 • von Marc Mensch
Kilian Riedhof, Sebastian Andrae, Monika Grütters, Jan Braren, Marc Blöbaum und Jan Herchenröder (Bild: Anna Schäflein)

"Mit außergewöhnlichem Feingespür schaffen es die drei Autoren, den Geist der Vorlage zu erhalten. Seine Würde. Seine Zartheit. Und damit auch seine unvergleichliche kostbare Botschaft." Mit diesen Worten lobte die Jury jenes Werk, dessen Schöpfer von Monika Grütters mit der diesjährigen Goldenen Lola für das beste unverfilmte Drehbuch ausgezeichnet wurden. Ein Werk, das nach den schrecklichen Ereignissen von Hanau leider kaum zeitgemäßer sein könnte. Denn die Wahl fiel auf "Meinen Hass bekommt ihr nicht" von Jan Braren, Marc Blöbaum und Kilian Riedhof, die damit die im Original "Vous n'aurez pas ma haine" betitelte Vorlage von Antoine Leiris in Drehbuchform gegossen haben. Wer von diesem Werk noch nicht gehört haben sollte: Es ist der autobiographische Bericht eines französischen Journalisten, der bei den Pariser Terroranschlägen des Jahres 2015 seine Frau verlor.

Der höchstdotierte deutsche Preis für Drehbuchautoren wird seit 1988 für das beste unverfilmte Drehbuch verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Hinzu kommt der Anspruch auf eine Förderung von bis zu 20.000 Euro für dessen Realisation. Indes ist schon die Nominierung mit einer Prämie verbunden, ergo gingen jeweils 5000 Euro an Ariane und Frank Zeller für ihr Drehbuch "Fluchten" sowie an Bettina Gundermann und Pascal Nothdurft für "Sie glauben an Engel, Herr Drowak?".

Kulturstaatsministerin Monika Grütters, die die Auszeichnung im Rahmen des VDD-Empfangs zur Berlinale vor über 800 Gästen vergab, erklärte: "Den Drehbuchautorinnen und Drehbuchautoren gelingt die große Kunst, ihren Ideenreichtum in spannende und bewegende Geschichten zu verwandeln. Mit Fantasie, erzählerischem Talent und fesselnder Sprache schaffen sie das Fundament filmischen Erzählens. Um den Zuschauer in den Bann der Geschichte zu ziehen, muss ein gutes Drehbuch eindringliche Bilder heraufbeschwören - und diese film- und serientauglich umsetzen. So sind die Drehbuchautorinnen und -autoren auch filmische Architekten, die mit ihrem handwerklichen Können und ihrer erzählerischen Präzision einen entscheidenden Anteil am Gelingen eines Films haben."

VDD-Vorstand Sebastian Andrae nutzte die Gelegenheit, um für eine Stärkung der Autor*innen einzutreten. Denn nur so könnten Drehbücher mit Haltung und damit gesellschaftlich relevante Filme entstehen.