Kino

César-Vorstand tritt geschlossen zurück

Der Vorstand der Akademie, die den französischen Filmpreis César verleiht, hat auf die Kritik an den zwölf César-Nominierungen für Roman Polanskis "Die Intrige" reagiert und seinen Rücktritt angekündigt.

14.02.2020 12:07 • von Jochen Müller
Auch die Kritik an den zwölf César-Nominierungen für Polanskis "Inrige" hat jetzt zum Rücktritt des kompletten Akademievorstands geführt (Bild: Weltkino)

Der 21-köpfige Vorstand der Academie de César hat seinen Rücktritt für nach der diesjährigen César-Verleihung am 28. Februar angekündigt und damit nicht nur den Weg für Neuwahlen, sondern auch eine Reform der Akademie frei gemacht. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP.

Mit dem Rücktritt reagiert der Akademie-Vorstand zum einen auf die Kritik an den zwölf César-Nominierungen für Roman Polanskis Intrige". Gegen Polanski, dem vorgeworfen wird, 1978 eine 13-Jährige vergewaltigt zu haben, waren im November vergangenen Jahres neuerliche Vergewaltigungsvorwürfe aufgetaucht. Diesmal hatte ein ehemaliges Model ihn beschuldigt, sie 1975 vergewaltigt zu haben.

Der Akademie-Vorstand war in letzter Zeit aber auch verstärkt wegen fehlender Gendergleichheit, Diversität und Transparenz im Auswahlgremium in die Kritik geraten. Erst am Donnerstag hatten 400 Filmschaffende, darunter die Schauspieler Omar Sy und Lea Seydoux, Produzent Said Ben Said sowie die Regisseure Michel Hazanavicius, Eric Toledano, Olivier Nakache, Jacques Audiard und Arnaud Desplechin in einer in der Tageszeitung "Le Monde" veröffentlichten Petition eine Reform der César-Akademie gefordert.

Um das Augenmerk jetzt wieder auf die Ehrung der Filmschaffenden des Jahres 2019 zu lenken, habe man sich zu dem Rücktritt entschlossen, ließ der Akademievorstand mitteilen.