Kino

Höchster NRW-Medienetat seit 2002

Die Film- und Medienstiftung NRW hat heute ihre Bilanz für 2019 vorgestellt. Für 2020 ist in NRW nicht nur der höchste Medienetat in NRW seit 2002 zu erwarten, mit MagentaTV und Sky gibt es auch zwei neue Förderpartner.

13.02.2020 13:11 • von Jochen Müller
Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW (Bild: Uwe Schaffmeister)

Die Film- und Medienstiftung NRW hat im vergangenen Jahr rund 40,3 Mio. Euro an Fördermitteln ausgeschüttet. Eine "rekordverdächtige" Summe, wie Geschäftsführerin Petra Müller betont: "Mit rekordverdächtigen 40 Mio. Euro für die Förderung von Filmen, Serien und Games, Festivals und Standortprojekten konnte die Film- und Medienstiftung ein außerordentlich erfolgreiches Jahr 2019 abschließen. Mit Mittelerhöhungen für die kulturelle Filmförderung, für Serien und Games und zuletzt auch für die Kinoförderung hat das Land NRW 2019 starke Impulse gesetzt. Der Blick in den aktuellen Haushaltsentwurf zeigt, dass NRW auch 2020 Kurs halten und den höchsten Medienetat seit 2002 zur Verfügung stellen wird. Darüber hinaus freuen wir uns, dass MagentaTV und Sky neue Förderpartner der Film- und Medienstiftung werden. So können wir noch mehr spannende und innovative Projekte ermöglichen. Dabei ist uns Gendergerechtigkeit und Nachhaltigkeit ein wichtiges Anliegen."

Mit den Mitteln, die MagentaTV und Sky 2020 in den NRW-Fördertopf einbezahlen, soll vorrangig die Produktion von High-End-Serien in NRW unterstützt werden. Zusätzliche Unterstützung erhalten 2020 auch die Kinos in NRW. Als Beitrag des Landes zum Zukunftsprogramm Kino des Bundes stellt NRW zusätzlich eine Mio. Euro für die Kinoförderung zur Verfügung.

Doch zurück zur 2019er-Bilanz der Film- und Medienstiftung NRW: von den gut 40 Mio. Euro an Fördermitteln flossen rund 25 Mio. Euro in die Produktionsförderung von 67 Kinofilmen, 5,7 Mio. Euro an elf Serien und TV-Projekte, rund 1,3 Mio. Euro in die Entwicklungsförderung, 1,8 Mio. Euro an Verleih und Vertrieb, 1,1 Mio. Euro an Festivals und innovative Standortprojekte. Für Kinomodernisierung, Filmpräsentationen und Kinoprogrammprämien wurden rund 800.000 Euro ausgeschüttet, davon 450.000 Euro bei der Vergabe der Kinoprogrammprämien im November vergangenen Jahres.

Mit NRW-Förderung entstanden waren u.a. deutsche Kinoerfolge wie Der Junge muss an die frische Luft", der beim Deutschen Filmpreis dreimal ausgezeichnet worden war und Ich war noch niemals in New York" sowie Family-Entertainment-Titel wie Die Drei !!!", TKKG" und Mein Lotta-Leben - Alles Bingo mit Flamingo!" und Arthouse-Produktionen wie "Wintermärchen", easy love" und 7500". Neben "Der Junge muss an die frische Luft" wurden mit Gundermann" (sechs) und Styx" (vier) zwei weitere Filmstiftungs-geförderte Filme beim Deutschen Filmpreis mehrfach ausgezeichnet, während die ebenfalls mit Filmstiftungs-Mitteln entstandenen Koproduktionen Über die Unendlichkeit" und You will die at 20" in Venedig zwei Löwen erhielten.

Zu den elf von der Film- und Medienstiftung NRW mit insgesamt 5,7 Mio. Euro geförderten High-End-Serien und TV-Produktionen gehören u.a. die dritte Staffel von Babylon Berlin",Heinrich Breloers Brecht", Lars Kraumes Bauhausserie Die neue Zeit", die TNT-Comedy-Serie Andere Eltern" sowie Richard Hubers Satire Der König von Köln".

Groß geschrieben werden bei der Film- und Medienstiftung NRW auch Themen wie "Gendergerechtigkeit" sowie "Diversität und Nachhaltigkeit". So stellt die Filmstiftung nach eigenen Angaben seit Beginn der Erfassung im Jahr 2015 eine kontinuierliche Steigerung des Frauenanteils fest. Demnach ging 2019 rund ein Drittel der Produktionsförderungen an Projekte von Regisseurinnen und Produzentinnen. Unterstützt werden von der Film- und Medienstiftung NRW die aktuellen Studien der MaLisa-Stiftung zu Genderdarstellungen und Audiovisueller Diversität in Film, Fernsehen und Neuen Medien sowie der kommende Diversity-Gipfel in Köln. Darüber hinaus hatte die Film- und Medienstiftung NRW in Zusammenarbeit mit der ifs - internationale filmschule köln im November zu den Workshops "Green Production" und "Green Storytelling" eingeladen gehabt.

Auf der kommenden Berlinale werden 28 Filmstiftungs-gefröderte Projekte zu sehen sein; Christian Petzolds "Undine" und Burhan Qurbanis "Berlin Alexanderplatz" laufen im Wettbewerb, Orphea" und Alexander Kluge und Khavn De La Cruz in der neuen Wettbewerbsreihe Encounters. Barbara Otts Kids Run" eröffnet die Perspektive Deutsches Kino, in der auch Daphne Charizanis Im Feuer" zu sehen sein wird. 22 mit Mitteln der Film- und Medienstiftung NRW entstandene Produktionen sind im Rennen um den Deutschen Filmpreis, zehn sind für den Grimme-Preis nominiert.