Produktion

Erlöskorridor: Uneinigkeit in Reihen der Produzenten

Mit den gemeinsam mit dem Produzentenverband und dem Film- und Medienverband NRW erhobenen Forderungen für eine Neuregelung der Erlösverteilung bei Kinofilmen stößt die Produzentenallianz auf deutlichen Widerstand aus den eigenen Reihen.

12.02.2020 15:07 • von Marc Mensch
Martin Moszkowicz sieht die Produzentenallianz in der Frage der Erlösverteilung "auf dem Holzweg" (Bild: Mathias Bothor)

Es ist ein Ziel, hinter das sich im Prinzip weite Teile der Branche stellen - und das auch prominenten Raum im gerade veröffentlichten Eckpunktepapier der Regierungsfraktionen zur FFG-Novelle einnimmt (wir berichteten). Indes ist der Weg zu diesem Ziel massiv umstritten, wie zuletzt zwei offene Briefe illustrierten - einer von den Verleiherverbänden, einer von den Produzentenverbänden.

Letztere sehen sich nun Gegenwind aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Genauer gesagt den Reihen der Produzentenallianz. Denn als Vorstandsvorsitzender und Vorstand Film und Fernsehen der Constantin Film AG übte Martin Moszkowicz nun harsche Kritik an der Linie der Produzenten. Auf Facebook postete er wörtlich "Da sind die Kollegen von der Kinosektion auf dem Holzweg mit ihren Forderungen." Demnach unterstütze die Constantin Film AG die im offenen Brief der Produzenten dargelegte Position ausdrücklich nicht. "Mit den Forderungen der Allianz wird sich weder die wirtschaftliche Situation der Produzenten noch die des deutschen Kinos verbessern. Das wird erst erreicht, wenn der künstlerische und wirtschaftliche Erfolg von Filmen nachhaltig incentiviert wird", so Moszkowicz weiter. Anzumerken ist natürlich, dass die Constantin Film AG Produktion und Verleih unter einem Dach vereint.

Im eingangs erwähnten Eckpunktepapier hatte die Koalition der Branche noch eine gemeinsam getragene Lösung zur Erlösverteilung anheim gestellt - aber auch erklärt, eine der möglichen Maßnahmen in die FFG-Novelle einbringen zu wollen, sollte keine Übereinkunft innerhalb der Branche erzielt werden. Gleichzeitig könnte man feststellen, dass das Eckpunktepapier zumindest auf den ersten Blick nicht unbedingt in Richtung der Incentivierung von Erfolg geht. Zumindest nicht in dem Sinne, dass man darüber diskutieren wolle, Referenzförderung künftig zur Hälfte nur noch als bedingt rückzahlbares Darlehen zu vergeben.