Festival

Diagonale stellt Jessica Hausner in den Fokus

Zum fünften mal zeichnet die Diagonale in diesem Jahr im Rahmen ihrer Reihe "Zur Person" einzelne Etappen und Passagen der österreichischen Filmgeschichte nach. Im Mittelpunkt steht in diesem Jahr die Regisseurin des einzigen österreichischen Wettbewerbsbeitrags in Cannes im vergangenen Jahr, Jessica Hausner.

12.02.2020 12:50 • von Jochen Müller
Jessica Hausner (Bild: Gian-Maria Gava)

Jessica Hausner steht im Mittelpunkt der Reihe "Zur Person" während der vom 24. bis 29. März in Graz stattfindenden Diagonale. Die Reihe, die in diesem Jahr zum fünften Mal stattfindet, zeichnet einzelne Etappen und Passagen der österreichischen Filmgeschichte nach. Ausgehend von Hausners Cannes-Wettbewerbsbeitrag Little Joe" im vergangenen Jahr zeigt die Diagonale nach eigenen Angaben eine Gesamtretrospektive von Hausners Werk inklusive der Wiederentdeckung einer frühen studentischen Arbeit.

Sebastian Höglinger und Peter Schernhuber, Intendanten der Diagonale, erklären: "Jessica Hausners Kino ist betörend, bestechend, mitunter verstörend - im faszinierendsten und so-mit besten Wortsinn. Ihre Filme sind stets aufwändig gestaltet, minutiös ins kleinste Detail hinein durchdacht und präzise montiert. Der gebannte Blick des Kinogängers, der Kinogängerin möchte förmlich auf jeder einzelnen Sequenz verweilen: im Speisesaal in 'Lourdes', entlang der Beete in den Gewächshäusern aus 'Little Joe', in den aufgeräumten Gängen aus 'Hotel'. Sie alle werden durch das Ineinanderwirken von Kamera und exakt choreografierten Figuren, deren häufig stilisiertes Auftreten zugleich Ausdruck und Reflexion der inszenierten Milieus ist, zu unverkennbaren Hausner-Szenen. Das Kino Hausners ist eines wider die Zerstreuung, das - und darin liegt eine große Besonderheit dieser Filmemacherin - bei aller Strenge nicht selten hochvergnüglich und voller Humor ist. Eines, das dem gegenwärtigen Authentizitätsfetisch selbstsicher mit größter Künstlichkeit antwortet und dabei umso treffsicherer die Beschaffenheit unserer Welt zu beschreiben vermag - auch um diese zu kritisieren."

"Zur Person" - Die Filme:

"Little Joe" (Regie: Jessica Hausner, AT/DE/UK 2019)

Vorfilm: Meshes of the Afternoon" (Regie: Maya Deren, Alexander Hammid, US 1943, Vertonung durch Teiji Ito 1959)

"Hotel" (Regie: Jessica Hausner, AT/DE 2004)

Vorfilm: "Attwenger - OIDA" (Regie: Jessica Hausner, AT 2015)

Vorfilm: "Attwenger - Rhapsodariddim" (Regie: Jessica Hausner, AT 2017)

Inter-View" (Regie: Jessica Hausner, AT 1999)

"Ich möchte sein manchmal ein Schmetterling" (Regie: Jessica Hausner, AT 1993)

Amour fou" (Regie: Jessica Hausner, AT/LU/DE 2014)

Lovely Rita" (Regie: Jessica Hausner, AT/DE 2001)

Nachfilm: "Flora" (Regie: Jessica Hausner, AT 1996)

Vorfilm: "Arabesque for Kenneth Anger" (Regie: Marie Menken, US 1961)

Lourdes" (Regie: Jessica Hausner, AT/FR/DE 2009)

Toast" (Regie: Jessica Hausner, AT 2006, Diagonale'06-Trailer)