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Deutscher Fernsehkrimipreis: Viermal "Tatort", viermal ZDF

Zehn Filme kämpfen auf dem Deutschen Fernsehkrimi-Festival um den Deutschen Fernsehkrimipreis, der in diesem Jahr zum 16. Mal vergeben wird.

06.02.2020 15:32 • von Frank Heine
Repräsentant des Privatfernsehens: "Todesfrist - Nemez und Sneijder ermitteln" von Sat.1 (Bild: Sat.1)

Bereits zum 16. Mal findet in der ersten Märzwoche (1. bis 8.) das Deutsche Fernsehkrimi-Festival in Wiesbaden statt. Neben dem alljährlich vergebenen Deutschen Fernsehkrimipreis, um den sich zehn Filme zanken, öffnet das von Cathrin Ehrlich geleitete Festival erstmals die Tore für Krimiserien - ebenfalls im Rahmen eines Wettbewerbs. Die Wettbewerbe werden von einem umfangreichen Rahmenprogramm begleitet. Gleich zum Festivalauftakt wird am 1. März zum zweiten Mal ein Ehrenpreis für besondere Verdienste um den Fernsehkrimi vergeben.

Während die eingeladenen Serien noch nicht publik gemacht wurden, stehen die Kandidaten für den Fernsehkrimi Preis inzwischen fest. Aus 68 Einreichungen wurden zehn Filme aus gewählt. "Ein starker Jahrgang, über den die Vorjury sehr ausführlich diskutieren musste", urteilt Cathrin Ehrlich. Unter den 68 Einreichungen waren zwölf Filme von Regisseurinnen, zwei schafften es in den Wettbewerb: Catalina Morina mit dem Salzburger Landkrimi "Das dunkle Paradies" von ORF und ZDF sowie Petra K Wagner mit dem HR-"Tatort: Die Guten und die Bösen". In dem Film, der das Festival am 1, März eröffnen wird, gibt es nochmals ein Wiedersehen mit Hannelore Elsner als pensionierter Kommissarin. Mit jeweils zwei Filmen sind die Regisseure Eoin Moore und Christopher Schier vertreten. Moore mit Til Schweigers gelungenem "Tatort"-Restart Tschill out" und dem Rostocker Polizeiruf 110: Der Tag wird kommen". Schier inszenierte den einzigen Beitrag des Privatfernsehens, "Todesfrist - Nemez und Sneijder ermitteln", ein vielversprechender potentieller Reihenauftakt mit Josefine Preuß und Raymond Thiry als deutsch-niederländischem Gespann, zu dessen fortbestand sich Sat1 bislang noch nicht öffentlich äußerte. Zweiter Schier-Film ist der Münchner Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn". Insgesamt sind vier "Tatorte" am Start, Vierter im Bunde ist die von Alex Eslam nach Erol Yesilkayas Drehbuch inszenierte Dresdner Folge Das Nest", die bereits Ende April 2019 ihre Feuertaufe bestand und mit ihrer Thriller-Anmutung Cathrin Ehrlichs großen Worten - "Bildsprachen, die Kinoformat" besitzen - Vorschub leistet. Entsprechend hohe Erwartungen sind auch an den ZDF-Film "Das Gesetz sind wir" geknüpft, stammt er doch von den Kino-Produzentinnen Kordes & Kordes und dem eingespielten Kreativduo Markus Imboden / Holger Karsten Schmidt. Auch ein Genremeister wie Lars Becker darf nicht fehlen, er ist aber mit keiner seiner "Nachtschichten" sondern dem zweiten Auftritt von Chef-"Nachtschichtler" Armin Rohde als "Der gute Bulle" (Friss oder stirb") mir von der Partie. Komplettiert wird das Feld von einem weiteren ZDF-Film, dem gerade erst ausgestrahlten Kriminaldrama Tage des letzten Schnees", einer Romanverfilmung von Lars-Gunnar Lotz und Nils-Morten Osburg

Das Auswahlgremium bildeten in diesem Jahr Burkhard Althoff (ZDF), Tina Ermuth (ProSiebenSat.1), Anne Even (ehem. Arte/ZDF), Kathrin Flessing (ProSiebenSat.1), Jürgen Heimbach (Krimiautor, Redakteur "Kulturzeit"/3sat), die frühere HR- Fernsehfilmchefin Liane Jessen, Diana Kraus (ZDF) sowie Cathrin Ehrlich.