Produktion

Warner beteiligt sich an der Filmförderung im Norden

Warner Bros. Entertainment wird den Förderetat der FFHSH künftig um eine Mio. Euro pro Jahr aufstocken. Um gezielt die Talententwicklung zu stärken, sollen mindestens 25 Prozent der Summe an Nachwuchsprojekte vergeben werden. Eine entsprechende Vereinbarung wurde heute unterzeichnet.

24.01.2020 13:28 • von Marc Mensch
Willi Geike, Warner Bros., Helge Albers, FFHSH, Peter Schauerte, Warner Bros., und Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda (v.l.n.r.) bei der Unterzeichnung der Kooperations-Vereinbarung (Bild: FFHSH/ Daniel Szewczyk)

In Hamburg wurde heute zwischen der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und Warner Bros ein wegweisendes Abkommen unterzeichnet. Demnach wird Warner den Förderetat der FFHSH künftig um eine Mio. Euro pro Jahr aufstocken, die Vereinbarung hat zunächst eine Laufzeit von drei Jahren. Die Summe wird der FFHSH zur treuhänderischen Verwaltung zur Verfügung gestellt. Gefördert werden aus dem neuen Topf Drehbuchentwicklungen und Produktionen für Kinofilme aus bzw. in Hamburg und Schleswig-Holstein. Die Projekte müssen dabei eine besondere inhaltliche, künstlerische und/oder kulturwirtschaftliche Bedeutung vorweisen.

Mindestens 25 Prozent der Summe werden an Nachwuchsprojekte vergeben, um gezielt die Talententwicklung am Standort zu stärken. Vergeben werden die Mittel von einem neuen Gremium, das sich aus drei Personen zusammensetzt. Zwei werden von der FFHSH benannt, die dritte Person wird von Warner Bros. gestellt, darf allerdings in keinem direkten Abhängigkeitsverhältnis zur Firma stehen. FFHSH-Geschäftsführer Helge Albers wird eine beratende Funktion haben. Der Betrag wird dieses Jahr auf drei Gremiumssitzungen aufgeteilt und ab April vergeben, im Jahr 2021 wird es vier Gremiumssitzungen geben. Die Förderung aus dem neuen Modell kann natürlich mit anderen Förderungen (insbesondere auch jenen der FFHSH) kumuliert werden.

"Der Film im Norden hat in den letzten Jahren mit zahlreichen Produktionen auch international für Aufsehen gesorgt. Mit Warner hat die Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein einen starken Partner gewonnen, mit dem der Filmstandort noch weiter ausgebaut werden kann. Diese Zusammenarbeit zeigt, was möglich ist, wenn man innovative Wege geht. Das ist beispielhaft. Dank der Unterstützung von Warner können wir neue Filmfördersysteme erproben und die Talententwicklung am Standort weiter ausbauen. Eine Zusammenarbeit, die das Genre Film und die Filmwirtschaft gleichermaßen stärkt und den Weg für qualitätsvolle Kinoproduktionen made im Norden ebnet", so Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien und Vorsitzender des Aufsichtsrates der FFHSH.

FFHSH-Geschäftsführer Helge Albers verlieh seiner Freude darüber Ausdruck, dass ein großer Major gezielt die Filmbranche vor der eigenen Haustür unterstütze: "Die Mittel aus diesem Fördertopf werden in Projekte mit starkem regionalem Fokus fließen und ein Viertel des Geldes ist für Nachwuchsprojekte reserviert. Der Treuhandfonds ist ein neues, innovatives Förderinstrument, mit dem wir ab 2020 noch mehr Projekte in unserer Region unterstützen können und dessen solidarischen Grundgedanken ich sehr schätze. Ich danke ausdrücklich meiner Vorgängerin Maria Köpf für den Impuls zu dieser Initiative."

Willi Geike, President & Managing Director Warner Bros. Entertainment GmbH erklärte: "Warner Bros. engagiert sich seit 1995 für den deutschen Film durch Investments als Koproduzent und Verleiher. Besonders wichtig ist uns die Förderung junger Nachwuchstalente wie unsere Zusammenarbeit bei 'First Steps' und 'Into The Wild' zeigt. Mit unserer neuen Initiative bei der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein wollen wir insbesondere junge Drehbuchtalente und Filmemacher aus der Region unterstützen, die Herstellung innovativer Kinofilme ermöglichen und den Standort stärken."

Das Engagement für den Nachwuchsbereich bringt Warner demnächst übrigens noch auf andere Weise zum Ausdruck: So holt man Fatih Akins lange Zeit nicht erhältliches Langfilmdebüt "Kurz und schmerzlos" (vormals bei UIP) am 22. März zunächst für Screenings auf 16 Hamburger Leinwänden im Rahmen der Initiative "Eine Stadt sieht einen Film" zurück - um das Werk daraufhin auch noch bundesweit für Kinovorstellungen anzubieten.