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BBC-Generaldirektor Tony Hall kündigt Rücktritt an

Tony Hall, seit März 2013 Generaldirektor der BBC, hat seinen Rücktritt für Sommer dieses Jahres angekündigt.

20.01.2020 12:44 • von Jochen Müller
BBC-Generaldirektor Tony Hall will diesen Sommer zurücktreten (Bild: BBC)

Im März 2013 war Tony Hall vom Royal Opera House in London als Generaldirektor zur BBC gewechselt (wir berichteten). Jetzt hat er seinen Rücktritt für diesen Sommer angekündigt.

Presseberichten zufolge war in Insiderkreisen vermutet worden, dass Hall noch bis zu den Feierlichkeiten des 100-jährigen Bestehens der BBC im Jahr 2022 im Amt bleiben werde. In einer E-Mail an die BBC-Belegschaft erklärte er, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt für seinen Rücktritt sei. Schließlich bereite man sich derzeit auf die Gespräche mit der Regierung über die weitere Ausrichtung der BBC vor. Aktuell sei diese im Jahr 2016 für eine Dauer von elf Jahren, also bis 2027, festgelegt worden. Bereits im Frühjahr 2022 finde jedoch nach der Hälfte der Laufzeit eine Überprüfung der gesteckten Ziele statt und da halte er es für sinnvoll, sowohl diese Gespräche, als auch die über die weitere Ausrichtung der BBC in eine Hand zu legen, so Hall in seiner E-Mail an die BBC-Belegschaft.

In Richtung von Premierminister Boris Johnson, der seit seinem Wahlkampf auf Kriegsfuß mit der BBC steht, deren Finanzierung der BBC infrage gestellt und eine Abschaffung der Rundfunkgebühren ins Spiel gebracht hatte, richtete Hall klare Worte: "In einer Zeit, in der sich unsere Land auf dem Weg in ein neues Kapitel befindet, braucht es eine starke BBC, eine BBC, die sich für die Kreativen innerhalb und außerhalb des Landes einsetzt und ihren Teil dazu beiträgt, Großbritannien zu einen. In einem Zeitalter der Fake-News halten bleiben wir die Hüter von Unparteilichkeit und Wahrheit. Was die BBC ist und wofür sie steht, das ist wertvoll für unser Land. Das zu ignorieren, ist gefährlich."