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Trauer um Urs Egger

Schockierende Nachricht für die Film- und Fernsehbranche: Der Schweizer Regisseur ist im Alter von 66 Jahren gestorben.

20.01.2020 12:24 • von Frank Heine
Urs Egger (Bild: ARD/Degeto/Thomas Jantzen)

Der Regisseur Urs Egger ist am 18. Januar im Alter von 66 Jahren gestorben. Ein Weggefährte des Schweizers teilte Blickpunkt:Film heute Vormittag diese nur schwer zu akzeptierende Nachricht mit.

Egger war auf der Höhe seines Schaffens. Eine seiner letzten Regiearbeiten, der gerade erst für den Grimme-Preis nominierte Historienfilm Das Wunder von Wörgl", verzauberte Ende November das (Fach)Publikum beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden. In Österreich bescherte ihm der Film, eine Koproduktion von Epo Film und Film LIne, die Romy und das Grimme-Pendant, den Fernsehpreis der österreichischen Erwachsenenbildung.

Unzählige Preise zeugen von Eggers erfolgreicher Karriere, die in Deutschland in den späteren 90ern Fahrt aufnahm. Mit Hannelore Elsner arbeitete er bei der Krimiserie "Die Kommissarin" zusammen, mit dem noch sehr jungen Christoph Waltz beim Thriller Der Tourist", ehe ihn Bernd Eichinger für die Neuverfilmung von Die Halbstarken" (mit dem blutjungen Til Schweiger) und dem Aufsehen erregenden TV-Mehrteiler Der Opernball" engagierte. Egger avancierte zu einem der gefragtesten TV-Regisseure in Deutschland, galt genauso als Thriller-Spezialist (u.a. Die Rückkehr des Tanzlehrers" nach Henning Mankell oder Wolfsfährte" nach Craig Russell) wie für historische Epen (Die Seelen im Feuer", Gotthard") und hatte genauso ein Händchen für aufwühlende (Kriminal)Dramen (Der Fall Bruckner", Der Sohn", Ein Kind wird gesucht"). Außerdem war er mit von der Partie als mit "München Mord" die vielleicht originellste Krimireihe des ZDF aufs Gleis gesetzt wurde.

Seine letzte von Blickpunkt:Film erfasste Arbeit war das im vergangenen Jahr gedrehte ZDF-Drama Kranke Geschäfte", das auf dem Filmfest Hamburg Premiere feierte. Unfassbar und kaum vorstellbar, dass keine weiteren mehr folgen sollen.