Kino

24 Bilder mit Musik und Ausbrecherkönig

Zum Auftakt der Filmwoche München präsentierte 24 Bilder ein überaus breitgefächertes Programm - mit viel Musik und einem vielversprechenden, neuen Titel von Port au Prince, die mit "Systemsprenger" 2019 einen Riesenhit hatte, "Bis wir tot sind oder frei!" über einen Schweizer Ausbrecherkönig und seine Anwältin.

14.01.2020 18:50 • von Heike Angermaier
24 Bilder hat mit "Limbo" ein spannendes Debüt im Programm (Bild: Nordpolaris)

Zum Auftakt der Filmwoche München fand im City die Tradeshow von 24 Bilder statt, die mit einem großen Danke zum kleinen Kinowunder 2019 Systemsprenger" eingeläutet wurde. Rene Krieger freute sich, mitteilen zu können, dass das Drama inzwischen die Marke von 600.000 Besucher geknackt hat. Das mache Mut, Filme wie diese in die Kinos zu bringen. Nora Fingscheidts vielfach preisgekrönter Film hatte einen großen Anteil an einem der besten Jahre der Agentur. 2019 versammelte man 2,4 Mio. Besucher. Besonders erfolgreich war auch Feuerwehrmann Sam - Plötzlich Filmheld!", der dritte Film der Kindermarke toppte mit rund 450.000 Kinogängern mit Leichtigkeit die Vorgänger. "So wollen wir weitermachen" versprach Krieger.

Als erster neuer Titel wurde Dreiviertelblut" vorgestellt. Die Macher, Marcus H und Johannes Kaltenhauser, stellten den Dokumentarfilm über die Köpfe des gleichnamigen Bandprojekts, Gerd Baumann und Sebastian Horn, selbst launig vor. In der ungewöhnlichen Doku, die "einen poetischen Blick auf Bayern" wirft, so Rosenmüller, steht u.a. ein Konzert der Band im Prinzregententheater mit den Münchner Philharmonikern im Zentrum. Der Film könne ein ähnliches Publikum erreichen wie Hubert von Goisern - Brenna tuat's schon lang", bei dem Rosenmüller und Falthauser bereits zusammenarbeiteten, so Kriger. Geplant ist eine Kinotour im Winter, ab Allerheiligen.

Rosenmüller rührte auch die Werbetrommel zum Debüt von HFF München-Absolventen Tim Dünschede, Regie, und der Produzenten von Nordpolaris Fabian Halbig und Florian Kamhuber, "Limbo". Der in einer Einstellung gedrehte und von Dünschede und Halbig vorgestellte Thriller wurde bereits auf Festivals viel beachtet und das Nordpolaris-Duo mit dem VGF-Nachwuchsproduzentenpreis gewürdigt. Halbig setzt auch auf eine besondere Kampagne, bei der zum Film passend eine Investmentfirma "gegründet" wird.

Von SquareOne kommt ein atmosphärischer Horrorfilm, "The Lodge" des Duos Veronika Franz und Severin Fiala, die mit Ich seh, ich seh" Aufmerksamkeit erregten. Das Material, Trailer und Szenen, sieht vielversprechend aus. Wieder stehen ungewöhnliche Familienbeziehungen im Zentrum der internationalen Produktion, die ihre Festival-Karriere in Sundance begann.

Für den neuen Partner Happy Entertainment kümmert sich 24 Bilder um die Musikdoku "Mystify" über den charismatischen INXS-Frontmann Michael Hutchence sowie die mit viel Interesse im Saal aufgenommene Doku "New York - Die Welt vor deinen Füßen", in der Matt Green bei seiner Mission begleitet wird, New York zu Fuß zu erkunden. In über sieben Jahren machte er lustige und spannende Begegnungen. "Mein persönlicher Geheimtipp", so Krieger zum auch in der Presse national und international gut aufgenommenen Film.

Besonders interessant war der Blick auf das neue Drama von Port au Prince, Bis wir tot sind oder frei!", in dem Joel Basman den schweizer Ausbrecherkönig Stürm spielt, Marie Leuenberger eine überaus engagierte Anwältin und Jella Haase eine Demonstrantin, die im Zürich von 1980 festgenommen wird, während Stürm auf der Flucht ist. Die ersten Minuten des Films sind packend. Oliver Rihs, Mitgründer von Port au Prince, setzte das in einer schweizerischen und hochdeutschen Fassung voraussichtlich im Winter startende Drama in Szene. 24 Bilder wird außerdem beim französisch-deutschen Coming-of-Age-Drama "Die Magnetischen" und beim von Frisbeefilms produzierten Das schwarze Quadrat" mit Bernhard Schütz, Sandra Hüller und Jacob Matchenz mit Port au Prince arbeiten.

Ein weiteres spannendes Spielfilm-Highlight könnte Ironbark" werden, in dem Benedict Cumberbatch einen britischen Geschäftsmann spielt, der 1962 von Großbritannien nach Russland als Spion geschickt wird. Rachel Brosnahan, The Marvelous Mrs spielt eine weitere Hauptrolle. Das Agentendrama, das in Sundance Premiere feiert, ist einer von zwei Titeln, den 24 Bilder für Telepool vertreibt. Der zweite, "#iamhere" ist ein Film fürs erwachsene Publikum, eine französische Wohlfühl-Tragikomödie mit Alain Chabat, der sein Restaurant und seinen Sohn in Frankreich zurücklässt, um in Korea seine neue Liebe zu besuchen und am Flughafen unverhofft zum Internetstar wird. Eric Lartigau, der mit Verstehen Sie die Beliers?" auch hierzulande einen Hit landete, inszenierte.

Mit Red Bull setzt 24 Bilder die Zusammenarbeit nach Cerro Torre" und "Die Streif" ab 6. Februar bei The Longest Wave", einer Doku von Joe Berlinger über die Surferlegende Robbie Nash fort, die mit beeindruckenden Bildern eine weitere Sportheldengeschichte erzählt. Nach Die Wiese" bringt 24 Bilder von Polyband den Dokumentarfilm "Becoming Nobody" über den Bewusstseinsforscher Ram Dass für ein spirituell interessiertes Publikum in ausgewählte Kinos.

Im Bereich Eventcinema betreut 24 Bilder die Starts von Animes von Universum und dem neueren Partner Animoon ("Date A Live", Goblin Slayer", "Konosuba", nun auf deutsch) von Januar bis März. Auf Interesse auch außerhalb der großen Fancommunity sollte "Weathering with You" stoßen, der bereits diese Woche gezeigt wird. Im Bereich Musik, Metalcore, sind ganz neu die Starts eines Konzertmitschnitts von Parkway Drive Viva the Underdogs" und ein Porträt der deutschen Heaven Shall Burn, "Mein grünes Herz in dunklen Zeiten" im Februar geplant. Im Actionbereich wird der Abschluss des Actionfranchise "Ip Man 4:The Finale" zusammen mit Koch Films und KSM ins Kino gebracht.

Und nach "Reiß aus" 2019 bringt 24 Bilder mit Besser Welt als nie" einen weiteren, sympathischen Reisefilm in die Kinos, in dem Dennis Kailing seinen weltumspannenden, abenteuerlichen Fahrradtrip schildert, bei dem er viele herzliche Begegnungen hatte und zu dem er auch ein Buch veröffentlichte. Er stellte mehrere Ausschnitte vor.

Im Family Entertainment ist 24 Bilder auch 2020 aktiv. Für Splendid Film bringt die Münchner Agentur den schwedischen Animationsspaß Mina und die Traumzauberer" zu Ostern und die neue Arbeit von Ben Stassen, der mit "Sammys Abenteuer" einen Millionen-Hit hatte, "Bigfoot Family", ein Sequel zu Bigfoot Junior", in die Kinos. Die Trailer versprechen sympathische Unterhaltung, perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten. Auch von Justbridge hat 24 Bilder wieder einen Titel im Programm, der estnische Kinderfilm "Zaubereulenwald", der beim Schlingel ausgezeichnet wurde.

Als charmanter Abschluss wurde eine Wiederaufführung des in München spielenden Klassikers "Zur Sache Schätzchen" mit Uschi Glas angekündigt.