Kino

"Joker" führt Oscar-Nominierungen an

Die Favoriten haben sich bei den Nominierungen für die 92. Academy Awards durchgesetzt. "Joker" wurde für elf Oscars nominiert; "The Irishman", "1917" und "Once Upon a Time in Hollywood" folgen mit jeweils zehn Nennungen. Die eigentliche Sensation ist jedoch "Parasite": Erstmals erhielt ein südkoreanischer Film sechs Oscar-Nominierungen.

13.01.2020 14:47 • von Thomas Schultze
Elf Nominierungen für "Joker" (Bild: Warner Bros.)

Die Favoriten haben sich bei den Nominierungen für die 92. Academy Awards durchgesetzt. "Joker" wurde für elf Oscars nominiert; The Irishman", 1917" und "Once Upon a Time in Hollywood" folgen mit jeweils zehn Nennungen. Die eigentliche Sensation ist jedoch "Parasite": Erstmals erhielt ein südkoreanischer Film sechs Oscar-Nominierungen.

Alle der genannten Filme gehen auch ins Rennen um den besten Film und die beste Regie. Bei den Nominierungen für den besten Film kommen noch vier weitere Filme dazu: Le Mans 66 - Gegen jede Chance" (iver Nominierungen), Jojo Rabbit" (sechs Nominierungen), Little Women" (sechs Nominierungen) und Marriage Story". (sechs Nominierungen). Damit ist zumindest ein von einer Frau inszenierter Titel - "Little Women" von Greta Gerwig - mit dabei. Allerdings wurden nur Männer für den Regie-Oscar nominiert - dieselben fünf übrigens, die auch schon für die Globes nominiert waren (da gewann Sam Mendes für "1917").

Eine weitere kleine Sensation: Scarlett Johansson brachte es auf zwei Nominierungen, als beste Darstellerin für "Marriage Story" und als beste Nebendarstellerin für "Jojo Rabbit". Eine Überraschung war die Nominierung von Cynthia Erivo für ihre Leistung als Titelfigur in Harriet" - damit ist zumindest ein schwarzer Schauspieler unten den Nominierten. Erivo hat außerdem noch eine zweite Oscarchance: Sie ist Texterin des Songs "Stand Up", der als bestes Filmlied nominiert wurde.

Ins Rennen um den Oscar für die beste Darstellerleistung gehen Antonio Banderas für Leid und Herrlichkeit" (noch eine erfreuliche Sensation; der Film von Pedro Almodovar wurde auch als International Feature Film nominiert), Leonardo DiCaprio für "Once Upon a Time in...Hollywood", der für seinen letzten Auftritt davor in The Revenant - Der Rückkehrer" siegreich gewesen war, Adam Driver für "Marriage Story", Golden-Globe-Gewinner Joaquin Phoenix für "Joker" und Jonathan Pryce für "Die zwei Päpste". Hier hatte man an Stelle von Banderas eigentlich Robert De Niro oder Adam Sandler (für seine Leistung in "Der schwarze Diamant" erwartet). Bei den Darstellerinnen wurden neben Scarlett Johannson und Cynthia Erivo noch Saoirse Ronan für "Little Women", Charlize Theron für "Bombshell" und Golden-Globe-Gewinnerin Renee Zellweger für Judy" genannt.

Bei den Nebendarstellern finden sich Tom Hanks für Der wunderbare Mr, Anthony Hopkins für "Die zwei Päpste", Al Pacino und Joe Pesci für "The Irishman" sowie Golden-Globe-Gewinner Brad Pitt für "Once Upon a Time in... Hollywood". Abgesehen von Pitt ist jeder von ihnen ein vormaliger Oscar-Gewinner. Bei den Damen finden sich neben Scarlett Johannson noch Kathy Bates für Richard Jewell", Golden-Globe-Gewinnerin Laura Dern für "Marriage Story", Florence Pugh für "Little Women" und Margot Robbie für "Bombshell". Bates und Robbie sind vormalige Oscar-Gewinnerinnen; Pugh wurde erstmals nominiert. Dass es Jennifer Lopez für ihre Leistung in "Hustlers" nicht auf die Liste geschafft hat, war nicht zu erwarten gewesen: Lange Zeit hatte sie als potenzielle Favoritin gegolten.

Und hier noch die Nominierungen für den besten Animationsfilm: "Drachenzähmen leicht gemacht 3", I Lost My Body", Klaus", "Mister Link - Ein fellig verrücktes Abenteuer" und A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando" treten gegeneinander an. Und in der Kategorie "International Feature Film Award" sind neben "Parasite" und "Leid und Herrlichkeit" noch "Corpus Christie" aus Polen, Land des Honigs" aus Mazedonien und Die Wütenden - Les misérables" aus Frankreich. Der deutsche Vorschlag, Systemsprenger", hatte es nicht auf die neun Titel umfassende Shortlist geschafft.

Anders als in dem legendären Nominierungs-Jahrgang, in dem Tiffany Haddish zumindest gefühlt jeden dritten Namen aussprach, waren in diesem Jahr Isa Rae und John Cho vorbereitet und souverän und auf angenehme Weise witzig.

Die Oscar-Nominierungen im Überblick