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IFFR mit ersten Titeln und neuem Preis

Das International Film Festival Rotterdam (IFFR) hat bereits den ersten Schwung Titel für seine 49. Ausgabe bekannt gegeben, die am 22. Januar 2020 startet. Es wird die letzte unter der künstlerischen Leitung von Bero Beyer sein. Im Line-up finden sich viele Festivallieblinge wie "Little Joe" oder "La Gomera". Zudem wird als neuer Preis der Robby Müller Award eingeführt.

12.12.2019 08:03 • von Barbara Schuster
"La Gomera", von Komplizen Film produziert, läuft auch in Rotterdam (Bild: Alamode)

Das International Film Festival Rotterdam (IFFR) hat bereits den ersten Schwung Titel für seine 49. Ausgabe bekannt gegeben, die am 22. Januar 2020 startet. Es wird die letzte unter der künstlerischen Leitung von Bero Beyer sein. Im Line-up finden sich Festivallieblinge wie "Über die Unendlichkeit" von Roy Andersson, Mati Diops Atlantique", Kleber Mendonça Filhos Bacurau", "Beanpole" von Kantemir Balagow, Pablo Larraíns Ema", Robert Eggers' Der Leuchtturm", Little Joe" von Jessica Hausner, Pedro Costas Vitalina Varela", La Gomera" von Corneliu Porumboiu oder Ladj Lys "Die Wütenden - Les Misérables"; aber auch die Weltpremiere von Artem Aisagalievs Babai" aus Russland, die internationale Premiere von Oda Kaoris "Cenote" oder die Europa-Premiere von Nigina Sayfullaevas "Fidelity" gehören ins Programm, das in die Sektionen "Voices", "Bright Future", "Deep Focus" und "Perspectives" unterteilt ist.

Die Jury, die über die Vergabe des Tiger Awards und des Special Jury Awards der in die Tiger Competition eingeladenen Titel entscheidet, besteht für die anstehende Festivalausgabe aus Emilie Bujès, künstlerische Leiterin des Festivals Visions du Réel in Nyon, Filmemacher Hany Abu-Assad, der mit "Paradise Now" und "Omar"jeweils oscarnominiert wurde, dem in Südkorea geborenen amerikanischen Filmemacher Kogonada, der holländischen Filmemacherin Sacha Polak, deren "Dirty God" das IFFR 2019 eröffnet hatte, sowie dem aus Indonesien stammende Künstler, Kurator, Filmemacher und künstlerischer Leiter des ARKIPEL - Jakarta International Documentary and Experimental FilmFestival, Hafiz Rancajale.

Darüber hinaus wird im Rahmen des Festivals erstmals der neu initiierte Robby Müller Award verliehen. Bereitgestellt wird er vom IFFR, der Netherlands Society of Cinematographers (NSC) sowie Andrea Müller-Schirmer, Ehefrau des verstrorbenen Kamermanns und Namensgebers. Die Auszeichnung soll einen "Bilder-Macher" ehren, eine/n Kameramann/Kamerafrau, Filmemacher*in oder Visual Artist, der oder die mit einer glaubwürdigen und herausragenden visuellen Sprache überzeugt. Erster Preisträger ist der mexikanische Kameramann Diego García, der in seiner Karriere mit u.a. Apichatpong Weerasethakul ("Cemetery of Splendour"), Gabriel Mascaro ("Neon Bull") oder Carlos Reygadas ("Nuestro tiempo") zusammengearbeitet hat. Die Preisverleihung am 27. Januar wird mit einer Masterclass abgerundet. "In einer Welt, die vornehmlich von homogenem Big-Budget-Entertainment dominiert wird, stellt sich das IFFR hinter die ganz eigenen Stimmen des Kinos. Der neue Robby Müller Award zollt unserer Ambition Anerkennung, die Filmemacher zu unterstützen, die die Konventionen Herausforderung und etwas Neues anbieten."

Ebenfalls zum ersten Mal wird bei der 49. Ausgabe des Festivals das Angebot Young Curators eingeführt, um das Programm noch mehr für Nachwuchstalente zu öffnen. Unter 100 Bewerbungen wurde Darunee Terdtoontaveedej als erste "Young Curator" ausgewählt. Sie wird in Rotterdam ihren Themenschwerpunkt vorstellen, der auf eine neu gedachte, prä-koloniale Genderfluidität abzielt.

Das Thema der diesjährigen Konferenz Reality Check ist Originalität. Wie lässt sich eine eigene Stimme finden in einer monolithischen Kultur, die von globalen Giganten dominiert wird? Wie funktioniert originäres Storytelling? Auf welchen originellen Wegen lässt sich heute sein Publikum erreichen? Das sind Fragen, die die Konferenz am 26. Januar behandelt.

Das komplette Festivalprogramm wird am 18. Dezember bekanntgegeben.