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Wilhelm kritisiert geplante Budget-Umverteilung

Dass die KEF in ihrem Bericht eine geplante Budget-Umverteilung zugunsten des ZDF und des Deutschlandradios empfiehlt, gefällt dem ARD-Vorsitzenden Ulrich Wilhelm nicht. Das ginge zulasten der nationalen Angebote.

11.12.2019 09:27 • von Michael Müller
Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm (Bild: ARD)

Der ARD-Vorsitzende Ulrich Wilhelm hat sich am Dienstag in einem FAZ-Interview zum Bericht der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) geäußert. Er beklagte die geplante Budget-Umverteilung zugunsten des ZDF und des Deutschlandradios.

"Damit würden die nationalen Angebote zulasten der regionalen gestärkt", sagte Wilhelm im Bezug auf den Vorschlag der KEF. Er begrüßte die empfohlene Beitragerhöhung auf 18,36 Euro, betonte aber gleichzeitig die steigenden Kosten im Medienbereich allgemein, etwa bei den Programmrechten. "Beitragsanpassungen, die nun unterhalb der Inflation bleiben, verringern unseren Spielraum, der Gesellschaft wichtige Dienste anzubieten", sagte Wilhelm.

Der ARD-Vorsitzende, der 2020 turnusmäßig vom WDR-Intendanten Tom Buhrow beerbt wird, betonte, dass finanziell schwächer aufgestellte öffentlich-rechtliche Sender nicht in erster Linie die privaten Rundfunkanbieter, sondern Unternehmen wie Amazon, Netflix oder Google stärkten. Die Gespräche der ARD mit der KEF finden in diesen Tagen statt. "Ich respektiere selbstverständlich die Rolle der KEF, dennoch bestehen Differenzen zu unseren Einschätzungen in einer Reihe von Punkten", so Wilhelm.