Kino

"Systemsprenger" gewinnt Günter Rohrbach Filmpreis

Soeben ist in Günter Rohrbachs Geburtsstadt Neunkirchen der Günter Rohrbach Filmpreis vergeben worden.

08.11.2019 22:00 • von Jochen Müller
Großer Abräumer beim Günter Rohrbach Filmpreis: "Systemsprenger" (Bild: Port-au-Prince (24 Bilder))

Nora Fingscheidts deutscher Oscaraspirant Systemsprenger" ist soeben mit dem Günter Rohrbach Filmpreis ausgezeichnet worden. Der Preis ist heute Abend zum neunten Mal in Rohrbachs Geburtsstadt Neunkirchen im Rahmen einer feierlichen Gala verliehen worden.

Für Fingscheidt, die derzeit beruflich in den USA ist, nahmen die Produzenten Peter Hartwig und Jonas Weydemann den Preis entgegen und bedankten sich auch in Fingscheidts Namen: "Was für ein toller Preis! Arbeit und Gesellschaft - auch das sollte in unserem Film ein Thema sein. Wir freuen uns ganz besonders darüber, dass wir mit dem Film zahlreiche Debatten in unserer Gesellschaft anstoßen. Film kann etwas bewirken - Film kann Menschen bewegen, das spüren wir gerade vielerorts. Wir danken Nora und unserem ganzen Team für den Glauben an diese Sache."

Mit den Darstellerpreisen wurden Rosalie Thomass für ihre Rolle in dem Cybermobbing-Drama Rufmord" und Rainer Bock für seine Rolle in dem Kinodrama "Atlas" ausgezeichnet.

Thomass, die wegen einer Erkrankung nicht an der Verleihung teilnehmen konnte, bedankte sich per Videobotschaft für die Auszeichnung: "Unter all den großartigen Leistungen meiner Kolleginnen und Kollegen dieses Jahr mit dem Günter Rohrbach Preis ausgezeichnet zu werden, ist für mich eine ganz besondere Ehre. Unsere Arbeit als Schauspielerinnen ist nichts für alleine in der dunklen Kammer - wir wollen und müssen gesehen werden mit dem was wir tun. Wenn wir dann noch erkannt werden, wie hier von dieser wunderbaren hochkarätigen Jury, dann ist das wirklich ein besonders großes Glück, für das ich mich von Herzen bedanken möchte."

Bock erklärte nach der Preisübergabe durch Jurymitglied und Blickpunkt:Film-Chefredakteur Ulrich Höcherl: "Die Namensgeberschaft dieses Preises allein erfüllt mich mit großer Freude und großem Stolz... Die Darstellung eines sogenannten ,kleinen Mannes', der versucht, über sich hinauszuwachsen, mit diesem Preis zu bedenken, dessen Namensgeber Zeit seines Lebens am oberen Rande des Möglichen gearbeitet hat, ist einfach... Danke!"

Für seine Rollen in "Atlas" und "Systemsprenger" erhielt Albrecht Schuch den Preis des Saarländischen Rundfunks, der Preis der Saarland Medien GmbH ging an "Deutschstunde"-Kameramann Frank Lamm, mit dem Preis des Oberbürgermeisters wurden die Film-Editoren Julia Kovalenko und Stephan Bechinger für "Systemsprenger" ausgezeichnet.

Neunkirchens Oberbürgermeister Jörg Aumann erklärte im Rahmen der Preisverleihung: "In diesem Jahr zeichnet die Wettbewerbsbeiträge eine auffallend große Affinität zu Familienthemen aus. Es geht um Erziehung, um die Beziehungsebene zwischen Eltern und Kindern, um Verantwortung und das Eingebundensein in die Gesellschaft. Auf jeden der vier Filme, die es aus 61 Einsendungen ins Finale geschafft haben, trifft dies zu. Ganz besonders aber auf 'Systemsprenger', den Gewinner des Günter Rohrbach Filmpreises 2019."

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