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MDR stärkt heimische Produzenten

Aus dem Produzentenbericht des Senders geht hervor, dass der MDR im vergangenen Jahr mehr Geld für Produktionen ausgegeben hat und viele Aufträge an Produzenten aus dem Sendegebiet vergibt.

06.11.2019 18:43 • von Frank Heine
Intendantin Carola Wille mit den MDR-Rundfunkratvorsitzenden Steffen Flath, Gabriele Schade und Horst Saage (Bild: MDR/Axel Berger)

Der MDR hat am 4. November zum fünften Mal seinen alljährlichen Produzentenbericht vorgelegt. Das im Jahr 2018 für Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen sowie Lizenzproduktionen aufgebrachte Gesamtvolumen betrug 58,18 Mio. und liegt mehr als fünf Mio. Euro über der Vorjahressumme. Die Steigerung resultiert allein aus Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen. Bei den Lizenzproduktionen verringerte sich das Volumen um 380.000 Euro. Zählt man noch die Produktionsaufträge für den KiKA hinzu, für den der MDR federführend verantwortlich ist, beläuft sich der Wert auf 67,16 Mio. Euro. Beim MDR ist von einer kontinuierlichen Steigerung seit 2016 die Rede.

Das Gesamtvolumen von 58,17 Mio. Euro verteilt sich zu 19,3 Prozent an abhängige und zu 80,7 Prozent an unabhängige Produzierende und Lizenzgebende. Als abhängige Unternehmen gelten Tochter- und Beteiligungsgesellschaften des MDR. 2018 waren dies Saxonia Entertainment, Saxonia Media, MCS GmbH Thüringen, Kinderfilm, Motion Works und die Bavaria Film sowie bis zum 12. Juni die Telepool. Mit 45,43 Mio. Euro ging die bislang höchste Summe an unabhängige Produzenten. Allerdings fiel 2016 das Verhältnis zugunsten der Unabhängigen mit 82,8 Prozent noch höher aus als 2018.

Fast 100 Prozent der Produktionen wurden in Deutschland realisiert, davon verblieb nicht ganz die Hälfte (45,1 Produzent) im MDR-Sendegebiet in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. 32,7 Prozent der Gelder, die an Unabhängige flossen, gingen an Produzenten in Mitteldeutschland.

Die Aufträge an abhängige Produzierende und Lizenzgebende stammen überwiegend aus den Hauptredaktionen Fernsehfilm, Serie und Kinder (50,7 Prozent, 2017: 58,7 Prozent) sowie Unterhaltung (28,2 Prozent, 2017: 26,8 Prozent). Die Unabhängigen beziehen fast 90 Prozent der Aufträge aus den Hauptredaktionen Fernsehfilm, Serie und Kinder (36,1 Prozent, 2017: 31,6 Prozent), Unterhaltung (32,2 Prozent, 2017: 30,1 Prozent) sowie Information (21,1 Prozent, 2017: 28,0 Prozent).

Von den 58,16 Mio. Euro Gesamtvolumen fließen 22,64 Millionen an Fernsehfilme, Serien und Kinderprogramme, das entspricht 38,9 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr bleiben diese Werte relativ konstant (20,53 Mio. / 39,0 Prozent). Für Unterhaltungsprogramme wurden 2018 18,30 Mio. Euro (31,5 Prozent), für Informationsprogramme 11,86 Mio. Euro (20,4 Prozent) ausgegeben.

Erstmals werden innerhalb des Produzentenberichts die Beträge der gemeinschaftlich finanzierten Produktionen unter Federführung des MDR aufgeführt. Es handelt sich dabei ausschließlich um fiktionale Produktionen, die über die Degeto beauftragt werden - etwa Hauptabendserien oder "Tatort"-Produktionen. Im Rahmen der redaktionellen Federführung wurden durch den MDR Volumen von insgesamt 124,53 Mio. Euro verantwortet, 2017 waren es noch 112,36 Millionen. Rund 66,83 Mio. Euro und damit über die Hälfte (53,7 Prozent) gehen an Projekte, die von Produzenten aus Mitteldeutschland realisiert werden (2017: 65,91 Mio.). Für diesen erstaunlichen Wert dürfte vor allem die von Saxonia Media produzierte Weekly In aller Freundschaft" verantwortlich sein. Von den 124,53 Mio. Euro Gesamtvolumen fielen 43,80 Millionen an abhängige, 80,73 Millionen an unabhängige Unternehmen.

Interessant ist auch wieder der Blick auf die Kosten der Sendeminuten diverser MDR-Programme. So kommen die "Tatorte" aus Weimar und Dresden im Durschnitt auf 19.215 Euro je Sendeminute. Dies ergibt ein durchschnittliches Gesamtbudget von 1,71 Mio. Euro pro Folge. Bei der KiKA-Serie Schloss Einstein" sind es 5.546 Euro pro Minute, was wiederum 138.650 Euro pro Folge entspricht.

Horst Saage, stellvertretender Vorsitzender des MDR-Rundfunkrats, wertete Produzentenbericht als Indiz für die große Bedeutung des Senders als zuverlässiger Partner für die mitteldeutsche Produzentenlandschaft.