Kino

NRW zieht bei Kofinanzierung des Zukunftsprogramms Kino mit

Die schwarz-gelbe Landesregierung von NRW hat verkündet, im kommenden Jahr zusätzliche Mittel für die Kinoförderung im Zuge einer Kofinanzierung des Zukunftsprogramms Kino zur Verfügung zu stellen.

06.11.2019 12:51 • von Marc Mensch
Die NRW-Koalition unter Ministerpräsident Armin Laschet will mehr für's Kino tun (Bild: Laurence Chaperon)

Es war eine der besten Nachrichten, die bei der Verleihung der Kinoprogrammpreise NRW die Runde machten. Denn in ihrer Eröffnungsrede konnte Petra Müller verkünden, dass die schwarz-gelbe Landesregierung per Twitter bekannt gegeben hatte, im kommenden Jahr das Zukunftsprogramm Kino des Bundes mit einer Mio. Euro an zusätzlichen Mitteln im Rahmen der angedachten Kofinanzierung zu flankieren.

Die Ankündigung folgte auf eine Expertenanhörung von vergangener Woche im Ausschuss für Kultur und Medien. Bei diesem Termin hatten Petra Müller, Petra Rockenfeller, Mustafa El Mesaoudi und Christian Bräuer unter anderem im Beisein des Staatskanzleichefs und anderer Staatssekretäre gesprochen. Offenbar mit Erfolg.

Tatsächlich ließe sich übrigens behaupten, dass die SPD-Opposition an diesem Beschluss nicht gänzlich unbeteiligt war. Zumindest hatte deren Landtagsfraktion bereits Mitte Mai einen Antrag eingebracht, in dem die Landesregierung nicht nur zu generellen Maßnahmen zum Erhalt der Filmkunsttheater aufgefordert wurde, sondern explizit auch dazu, über eine Kofinanzierung des Zukunftsprogramms Kino dazu beizutragen "eine mindestens gleich hohe Länderfinanzierung" zu erreichen.

Mit Blick auf eine solche Forderung (die ja im Prinzip den Vorstellungen des Bundes entspricht) ließe sich womöglich davon sprechen, an der nun angekündigten Summe könne noch etwas gefeilt werden. Denn wenn man den "Kinoanteil" von NRW in Betracht zieht, käme man bei 15 Mio. Euro (respektive 17 Mio. Euro durch die "Umschichtung" des freigewordenen BKM-Etats für das Soforthilfeprogramm) an Bundesmitteln rechnerisch auf einen NRW-Beitrag, der sich eher im Bereich von gut drei Mio. Euro für 2020 bewegen dürfte. Wobei NRW - anders als manches andere Bundesland - ja bereits eine Kinoinvestitionsförderung vorzuweisen hat.

In einer ersten Reaktion lobte Christian Bräuer als Vorstandsvorsitzender der AG Kino-Gilde jedenfalls einen Beschluss, den er auch als Signal wertet: "Es freut uns sehr, dass alle Parteien hier eine klare Unterstützung des Kinoförderungsprogramms signalisieren und auch schon festschreiben. Dies ist eine klare Würdigung der kulturellen Arbeit vieler engagierter Kinos. Wir hoffen, dass auch die anderen Bundesländer entsprechend mitziehen."

Auch die HDF-Vorstandsvorsitzende Christine Berg zeigte sich im Namen des Verbandes erfreut über die "positiven Nachrichten aus NRW". Man hoffe, "dass die anderen Bundesländer nachziehen und ebenfalls ihre Rolle als Kofinanzierer für das Zukunftsprogramm Kino ernst nehmen. Nur gemeinsam kann es gelingen, das Kino in Deutschland flächendeckend fit für die Zukunft zu machen."