Festival

Ludwigsburger Lichtspielliebe geht in zweite Runde

Jochen Laube kündigt die zweite Runde seines im vergangenen Jahr initiierten Festivals Ludwigsburger Lichtspielliebe an. Nach dem erfolgreichen Start 2018 hat der Produzent das Festival nun sogar um einen Tag verlängert. Auch ein neuer Preis wurde eingeführt.

23.10.2019 07:23 • von Barbara Schuster

Jochen Laube (Sommerhaus Filmproduktion) kündigt die zweite Runde seines im vergangenen Jahr initiierten Festivals Ludwigsburger Lichtspielliebe an. Nach dem erfolgreichen Start 2018 hat der Produzent das "Festival der Kinoerlebnisse" nun sogar um einen Tag verlängert (6.-11. November). Austragungsort ist wieder das Scala in Ludwigsburg. Zu Eröffnung am 6. November hat Laube mit "Hass" von Mathieu Kassovitz einen für seinen Geschmack "beeindruckendsten Filmen der Neunzigerjahre" kuratiert. Das Besondere dabei: Der Film kommt im Gepäck der britischen Band Asian Dub Foundation, die ihre eigenen Interpretation des Soundtracks während Vorstellungen des Films live zu Gehör bringen und damit bereits schöne Erfolge in Frankreich und England feierten. Zum ersten Mal überhaupt kommt die Band damit nun nach Deutschland.

Der Folgetag ist dem respektvollen Miteinander in einer Welt ohne Rassismus gewidmet, "für eine Wertschätzung unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer Herkunft, Religion oder Weltanschauung, Behinderung, Alter, sexueller Orientierung und Identität", wie Laube formuliert. In der an diesem Tag angesetzten Schulvorführung (vormittags) und öffentlichen Präsentation (nachmittags) steht David Wnendts "Kriegerin" über die Neonazi-Szene in Deutschland auf dem Programm. Eingeladen wurden alle weiterführenden Schulen Ludwigsburgs. Im Anschluss an die Filmvorführung steht eine Gesprächsrunde mit Ingo Klier an, einem der bekanntesten Aussteiger der Deutschen Neonaziszene. Er ist Autor der Bücher "Führer Ex" und "Die Abrechnung - ein Neonazi steigt aus" sowie Mitbegründer der Neonazi-Aussteiger-Organisation Exit Deutschland. "Gemeinsam mit ihm wollen wir über den Film und die aktuellen Methoden der rechten Szene sprechen, wie sie gerade versuchen in den Schulhöfen landesweit Fuß zu fassen", so Laube, der sich freut, dass bei sämtlichen Kinder- und Jugendfilmen während des ganzen Festivals der Eintritt dank Sponsoren kostenlos ist. Am selben Tag steht zudem noch "Booksmart" an, ebenfalls für die jugendliche Zielgruppe, angereichert mit einer kleinen Infobörse zu "Jobs im Film" im Foyer des Kinos. Am Abend kommt dann mit Jan-Ole Gerster und Corinna Harfouch Prominenz ins Haus, wie Laube formuliert: Der Regisseur und seine Hauptdarstellerin präsentieren ihre jüngste Zusammenarbeit, "Lara", als Preview im Scala.

Der Freitag, 8. November, steht ganz im Zeichen der Fridays-for-Future-Bewegung: Während des Festival werden hier die Filme "2040 - Wir retten die Welt", "Greenpeace - How to Change the World" sowie, am Abend, "Gegen den Strom" präsentiert. Über den ganzen Tag hinweg, werden laut Laube Umwelt- und Naturschutzorganisationen eingeladen, im Foyer des Scalas ihre Arbeit vorzustellen, um mit allen Besuchern der Filme über umweltpolitisches Engagement ins Gespräch zu kommen. Zum Abschluss des dritten Festivaltags findet im Fräulein Cluss wieder "der heimliche Liebling des letzten Jahres", so Laube, statt. Bei "Totall Recall - Das Festival des nacherzählten Filmes" gilt es, einen persönlich ausgewählten Film live nachzuerzählen. Der Preisträger darf die "Silberne Linde" mit nachhause nehmen.

Am 9. November, dem 30. Jahrestag des Mauerfalls, steht bei der Ludwigsburger Lichtspielliebe "Fritzi - Eine Wendewundergeschichte" auf dem Programm mit einem anschließenden Vortrag der Animationskünstler des Films, in dem erläutert wird, wie ein Animationsfilm überhaupt entsteht. Zudem wird die Komödie "Smuggling Hendrix" über die zypriotische Grenze, eine der letzten großen Mauern Europas, welche die türkische und die griechische Seite der Insel trennt, gezeigt. Als Gast ist Hauptdarsteller Adam Bousdoukos vor Ort. Am Abend kommt hoher Besuch in Gestalt von Mario Adorf. Der renommierte Schauspieler reist mit seinem Regisseur Dominik Wessely nach Ludwigsburg, um den Dokumentarfilm "Es hätte schlimmer kommen können" vorzustellen.

Der letzte Tag des Festivals, der 10. November, steht im Zeichen des weltberühmten Musikers Leonard Cohen. Neben einem Vortrag von Urs Spörri und einem Konzert des Leonard Cohen Projects darf sich das Publikum auf den Film "Leonard and Marianne" freuen, der über den Musiker und seine Frau Marianne Ihlen erzählt. Am Nachmittag hat Regisseurin Mariko Minoguchi ihren Film "Mein Ende" Im Gepäck. Und zum Abschluss am Abend läuft der gefeierte Dokumentarfilm "Diego Maradona - Rebell Held Gott".

Darüber hinaus kündigt Jochen Laube einen neuen Preis an, der sich an das Festivalpublikum richtet. Der Scala Zuschauerpreis geht an den Festivalbesucher/die Festivalbesucherin, der/die den interessantesten Text, die intensivste Filmkritik oder den eigenwilligsten Gedanken zu einem der gezeigten Filme aufschreibt und einreicht. Die Beiträge werden in zwei Alterskategorien aufgeteilt, bis 17 Jahre und ab 18 Jahre. Die prämierten Texte werden nicht nur in der Ludwigsburger Kreiszeitung abgedruckt, beide Gewinner erhalten zudem ein Macbook.