Produktion

VRFF gründet Tarifkommission für "Freie Produktionswirtschaft"

Bei einem Treffen in der Münchner Seidlvilla hat sich eine zwölfköpfige Tarifkommission der Vereinigung der Rundfunk-, Film- und Fernsehschaffenden konstituiert.

22.10.2019 13:57 • von Marc Mensch
BVK-Geschäftsführer Michael Neubauer (Bild: BVK)

"Viele Filmschaffende leiden unter extremen Arbeitsbedingungen und mangelhaftem tariflichen Schutz. Auch die Vergütungen bei Film und Fernsehen sind häufig grotesk niedrig - verglichen mit dem Ruf der Medienindustrie als prosperierendem Berufsfeld." So formuliert es der VRFF - Die Mediengewerkschaft, in der sich aktuell die Branchenverbände BFS, BVFK, BVK, IDS und VSK zusammengefunden haben. Um die Bedingungen für freie Mitarbeiter*innen bei Film- und Fernsehproduktionen zu verbessern, hat sich am 21. Oktober bei einem Treffen in der Münchner Seidlvilla eine zwölfköpfige Tarifkommission konstituiert, die nun in die konkrete Tarifarbeit einsteigen soll.

"Der Zuspruch für die Betriebsgruppe 'Freie' der VRFF resultiert aus der großen Unzufriedenheit vieler Filmschaffender und zahlreicher Berufsverbände mit der überkommenen gewerkschaftlichen Schwäche auf Seiten der ver.di. Es sind bereits tragfähige Vereinbarungen der VRFF mit mehreren Berufsverbänden zustande gekommen - weitere werden folgen. Wir sind auf einem soliden Wachstumspfad", erklärte der Vorsitzende der Betriebsgruppe, Roland Kuhne, anlässlich der Gründung der Tarifkommission.

BVK-Geschäftsführer Michael Neubauer ergänzt: "Für die Berufsverbände ist ein starkes und engagiertes tarifpolitisches Netzwerk existentiell wichtig, denn die Arbeitsbedingungen in der Branche müssen attraktiver werden, um den Fachkräftemangel zu überwinden! Da ist ein frischer gewerkschaftlicher Ansatz gefragt - für die Beschäftigten und für den Produktionsstandort!"

Die VRFF vertritt nach eigenen Angaben aktuell die Interessen von über 1500 projektweise sozialversicherungspflichtigen Film- und Fernsehschaffenden, die Mitglieder der Berufsgruppe "Freie Produktionswirtschaft" bzw. der kooperierenden Verbände sind.