Kino

Soforthilfeprogramm für Kinos aufgestockt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat auf die starke Nachfrage nach dem Soforthilfeprogramm reagiert - und den Topf kurzfristig um zehn Prozent aufgestockt. Dies gab die BKM anlässlich des kinopolitischen Abends des HDF Kino bekannt - und skizzierte gleichzeitig erste Ergebnisse der filmpolitischen Gespräche aus dem Sommer.

15.10.2019 19:00 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Ralf Emmerich)

Eines lässt sich bereits jetzt sagen: Das Soforthilfeprogramm als "Vorstufe" des Zukunftsprogramms Kino ist ein voller Erfolg - zumindest was die Nachfrage anbelangt. Hatte es anfangs noch vereinzelt Kritik an der Kurzfristigkeit der Maßnahme gegeben, deren Richtlinien zeitgleich zum Start des Programms Anfang Juli veröffentlicht wurden und das einen Abschluss der geförderten Maßnahmen grundsätzlich bis Ende Oktober vorsieht (etwaige Härtefälle sind angehalten, direkt Kontakt mit der FFA aufzunehmen), zeigt sich jetzt: Der relativ enge Zeitrahmen stand einer Ausschöpfung des Topfes nicht im Wege.

Vielmehr ist das Gegenteil der Fall: Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters anlässlich des heutigen kinopolitischen Abends von HDF und SPIO bekannt gab, fiel die Nachfrage derart stark aus, dass man beschlossen habe, den Topf von fünf Mio. Euro aus Mitteln des BMEL um weitere 500.000 Euro - oder zehn Prozent - aufzustocken. "Wir wollen möglichst alle Kinos, die die Fördervoraussetzungen erfüllen, an diesem Programm teilhaben lassen", so Grütters. Antragsberechtigt sind bekanntermaßen Kinos (unabhängig von deren Größe) in Gemeinden mit bis zu 25.000 Einwohnern.

Laut Grütters sei die Maßnahme, auf die im kommenden Jahr das eigentliche Zukunftsprogramm folgen wird, für das der Bund 17 Mio. Euro bereitstellt, nicht zuletzt eine Reaktion auf die stark rückläufigen Besucherzahlen aus 2018. Diese wolle die Bundesregierung "nicht einfach als unvermeidliche Begleiterscheinung des digitalen Wandels hinnehmen".

Beim kinopolitischen Termin im Zoo Palast skizzierte Grütters auch erste Resultate der im Sommer geführten filmpolitischen Gespräche. Sie betonte dabei, was BKM-Gruppenleiter Jan Ole Püschel bereits auf der Filmkunstmesse Leipzig berichtet hatte: Unter den Gesprächsteilnehmern habe es einen starken Konsens dahingehend gegeben, die Drehbuch- und Stoffentwicklung zu stärken, die Filmförderung von Bund und Ländern zu harmonisieren sowie effizientere Vermarktungsstrategien zu entwickeln.

Grütters betonte darüber hinaus aber auch grundsätzlich, dass "zukunftsfähige Erlösstrukturen" gefragt seien, "die einerseits eine angemessene Entlohnung der Produzenten ermöglichen und andererseits die Verleiher in die Lage versetzen, Filme durch zielgruppenspezifische Werbung weithin sichtbar zu machen". In diesem Zusammenhang lobte die Ministerin die Filmbranche für deren "Bereitschaft zum konstruktiven Austausch und die Offenheit für notwendige Veränderungen".