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ARD/ZDF-Onlinestudie: Streamingdienste treiben mediale Internetnutzung voran

ARD und ZDF haben heute ihre im Rahmen der "Studienreihe Medien und ihr Publikum" entstandene Onlinestudie vorgelegt.

10.10.2019 14:26 • von Jochen Müller

Die Zeit, die die deutsche Bevölkerung täglich im Durchschnitt täglich mit medialen Inhalten - Anschauen von Videos, Hören von Audios oder Lesen von Texten - im Internet verbringt, ist im Jahresvergleich um fünf auf 87 Minuten angestiegen. Das ist eines der Ergebnisse der im Rahmen der "Studienreihe Medien und ihr Publikum" entstandenen ARD/ZDF-Onlinestudie, die heute vorgelegt worden ist. "Treiber dieser Entwicklung", so heißt es in einer Pressemitteilung, sind vor allem Streamingdienste in den Bereichen Video und Musik wie Netflix, Amazon Prime Video, Spotify und YouTube. 41 Prozent der Befragten hatten angegeben, das Internet täglich für "mediale Tätigkeiten" zu nutzen, wobei die Bewegtbildnutzung mit 25 Prozent vor der rein textlichen Nutzung (22 Prozent) und der Audionutzung (19 Prozent) liegt.

Mehr als ein Drittel der Befragten gab an, mindestens einmal pro Monat eine Mediathek genutzt zu haben, wobei die stärkste Nutzung bei den 30- bis 49-Jährigen festgestellt werden konnte. Mit 25 bzw. 26 Prozent am beliebtesten sind der Studie zufolge die Mediatheken von ARD und ZDF. Video-on-Demand-Angebote werden wie Audiostreamingangebote im Internet verstärkt von den 14- bis 49-Jährigen genutzt, die ältere Zielgruppe hört Radio via Internet vorwiegend live.

Insgesamt nutzen rund 90 Prozent der Bevölkerung der Studie zufolge das Internet zumindest gelegentlich. Während dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr konstant blieb, stieg der Anteil derjenigen, die das Internet täglich nutzen, von 67 auf 71Prozent an; bei den 14- bis 29-Jährigen betrug diese sogenannte Tagesreichweite sogar 98 Prozent.

Auf "konstant hohem Niveau" blieb die Unterwegsnutzung des Internets. So nutzen über 90 Prozent der Unter-50-Jährigen das Internet gelegentlich unterwegs. Bei den Über-70-Jährigen liegt dieser Anteil bei knapp einem Drittel.

"Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie zeigen, dass wir mit unserer Strategie der Fokussierung und Stärkung der digitalen Angebote der ARD richtig liegen. Die Konzentration des digitalen Portfolios entspricht dem, was die Menschen erwarten und nutzen. Der Trend zu noch stärkerer On-Demand-Nutzung bei Nachrichten wie auch im Audio- und Videobereich zeigen die großen Chancen für unsere starken Marken wie die Tagesschau sowie für die neue ARD Mediathek und die ARD Audiothek und deren Weiterentwicklung", erklärt Benjamin Fischer, Leiter von ARD Online und des ARD Digitalboards, zu den Ergebnissen der Studie.

Martin Berthoud, Leiter der Hauptabteilung ZDF-Programmplanung ergänzt: "Die weiter zunehmende Bedeutung non-linearer Videonutzung erfordert, die ZDFmediathek noch stärker als bislang als eigenständigen Ausspielkanal in die Planungsstrategie der ZDF-Senderfamilie einzubauen. Nachrichten, Dokumentationen, Comedys, Serien, Filme, Kinder- und Kulturprogramme umfangreich, schnell und in eigenen Publikationsrhythmen zu präsentieren, non-lineare mit linearer Planung zu verzahnen und dadurch die Zugänglichkeit der ZDF-Programm-Marken für die Zuschauer zu erhöhen, steht im Mittelpunkt integrierter linearer/non-linearer Planung."

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