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King Vidor im Mittelpunkt der Berlinale-Retrospektive 2020

Im Rahmen der Berlinale-Retrospektive 2020 werden rund 35 Filme des US-Regisseurs, -Produzenten und -Drehbuchautors aus fünf Jahrzehnten zu sehen sein.

09.10.2019 14:29 • von Jochen Müller
"Hallelujah" ist einer von fünf Filmen, der King Vidor eine Oscarnominierung in der Kategorie "Beste Regie" einbrachte (Bild: Turner Entertainment)

Dem 1982 verstorbenen US-Regisseur, -Produzent und -Drehbuchautor King Vidor widmet die Berlinale im kommenden Jahr ihre Retrospektive. Einer Pressemitteilung zufolge werden dabei rund 35 Filme aus fünf Jahrzehnten des Regisseurs, der Ende der Stummfilmära und in der nachfolgenden Blütezeit Hollywoods seine Hochphase hatte, fünf Mal ("Ein Mensch der Masse", Hallelujah", The Champ", "The Citadel", Krieg und Frieden") für den Regieoscar nominiert war und 1978 mit einen Ehrenoscar ausgezeichnet worden war, gezeigt werden.

Der Künstlerische Direktor der Deutschen Kinemathek und Leiter der Berlinale-Retrospektive, Rainer Rother, betont: "Anhand von King Vidors Werk lässt sich nicht nur die Geschichte Hollywoods über 50 Jahre hinweg nachvollziehen, sondern auch die der Vereinigten Staaten in jenem Zeitraum: Von Anfang an griff Vidor in seinen Filmen bedeutende Ereignisse und aktuelle politische Entwicklungen vom Ersten Weltkrieg über die Weltwirtschaftskrise bis zum New Deal auf. Eindrucksvoll ist zugleich seine vielseitige Inszenierungskunst."

Mariette Rissenbeek, Geschäftsführerin der Berlinale, und deren Künstlerischer Leiter Carlo Chatrian erklären in einem gemeinsamen Statement: "Wir danken der Deutschen Kinemathek für die umfangreiche Retrospektive. Filminteressierte aller Generationen werden die Gelegenheit haben, erstmals oder erneut eine Reihe großartiger Filme zu sehen, die uns in das Universum eines einzigartigen Filmemachers führen. King Vidor war überzeugt von der Menschlichkeit, die das Kino seinem Publikum vermitteln kann, und hat zu diesem Zweck immer wieder neue filmische Mittel entwickelt. Das macht ihn heute - vielleicht mehr als andere Altmeister, deren Stil klar identifizierbar ist, - zu einer Inspirationsquelle für all diejenigen, die unsere sich rapide verändernde Welt erzählen möchten."