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Kein Abonnenten-Schwund für Netflix wegen Mitbewerber

Das Finanzdienstleistungsunternehmen Piper Jaffray sagt auf Basis einer neuen Umfrage voraus, dass der Markteintritt von Apple TV+ und Disney+ nicht zu einem signifikanten Abonnentenverlust bei Netflix führen werde.

04.10.2019 09:43 • von Jörg Rumbucher
Kürzlich erwarb Netflix die SVoD-Rechte an der Serie "Seinfeld" (Bild: Sony Pictures)

Der Markteintritt von Apple und Disney in den nächsten Wochen in den US-Streamingmarkt bewegt weiterhin die Wall Street. Das Finanzdienstleistungsunternehmen Piper Jaffray hat jetzt eine Handvoll Zahlen zu der Frage veröffentlicht, ob dies zu einem Verlust an zahlenden Kunden bei Netflix führen wird. Dies auf Basis einer Umfrage unter 1500 Abonnenten des Streamingpioniers. Haupterkenntnis: Eine Merhheit von 75 Prozent der Befragten beabsichtige nicht, Disney+ oder Apple TV+ zu abonnieren. Und: Diejenigen, die davon ausgehen, einen der neuen Dienste zu abonnieren, würden mehrheitlich Netflix dafür nicht kündigen. Verteilt auf die beiden neuen Dienste bedeutet dies: 28 Prozent der Umfrageteilnehmer können sich vorstellen, Disney+ in ihr Medienportfolio aufzunehmen. Entsprechend verneinten dies 72 Prozent. Für Apple TV+ liegt die Ablehnungsrate sogar bei 77 Prozent. Mit "Ja" stimmten also 23 Prozent.

"Die meisten bestehenden Netflix-Kunden tendieren offenbar dazu, mehrere Video-Streaming-Services zu abonnieren, zumal viele ihre Ausgaben für traditionelle TV-Angebote weiter senken", erklärte Piper Jaffray-Analyst Michael Olson.

Piper Jaffray sendet mit seiner Veröffentlichung ein wichtiges Signal an die Wall Street, die Netflix-Aktie nicht zu unterschätzen, nachdem in den letzten Wochen andere Börsenprofis regelrecht Alarm geschlagen hatten. Unter den Börsengurus hatte sich zuletzt immer mehr die Auffassung verbreitet, dass das Netflix-Papier unter Druck geraten werde, weil die Kosten für neue Lizenzen und Eigenproduktionen immer mehr ansteigen, und weil Netflix für das zweite Quartal nach langer Zeit ein Abominus mitteilen musste. Dazu käme der verschärfte Wettbewerb durch die neuen Konkurrenten.

Michael Olson behauptet hingegen, dass die Netflix betreffenden Risiken in den Kurs größtenteils eingepreist seien. Das Bewertungsniveau der Aktie sei aktuell so niedrig wie schon seit Jahren nicht mehr.