Kino

"Wir hoffen auf eine Lösung im Sinne des Film- und Medienstandortes"

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der HessenFilm und Medien GmbH haben in einem öffentlichen Schreiben Stellung zur Kontroverse um ihren Geschäftsführer bezogen. Die Botschaft könnte kaum klarer sein.

19.09.2019 16:57 • von Marc Mensch
Hans Joachim Mendig (Bild: HessenFilm und Medien GmbH)

Hunderte von Branchenangehörigen haben bereits den Rücktritt von Hans Joachim Mendig gefordert, nun äußern sich die Mitarbeiter*innen der HessenFilm und Medien GmbH öffentlich - und auch wenn der Wunsch nach einem Wechsel in der Geschäftsführung unausgesprochen bleibt (wie übrigens auch ausdrücklich der Name Mendigs), so lassen die Zeilen diesbezüglich denkbar wenig Zweifel. Im Wortlaut heißt es zum Treffen ihres Geschäftsführers mit Jörg Meuthen und Moritz Hunzinger:

"Wir, die Mitarbeiter*innen der HessenFilm und Medien, können nachvollziehen, dass dieses Treffen über den Geschäftsführer hinaus in Zusammenhang mit der HessenFilm als Organisation gebracht wird. Die politische Brisanz dieses Treffens ist uns bewusst. Wir erleben, dass sich seitdem Partner von der Institution abwenden, Kooperationen abgesagt werden und Jurymitglieder zurücktreten. Es ist uns daher ein Anliegen, uns zu äußern.

In aller Deutlichkeit...

... distanzieren wir uns von jeder Partei, Organisation oder Gesinnung, die die Freiheit von Kunst und Kultur einschränken will oder unsere Freiheit, Gleichheit und Demokratie in Frage stellt.

... sprechen wir uns aus für kulturelle Vielfalt, Offenheit, Toleranz, Gleichheit und Gleichbehandlung und handeln nach diesem Grundverständnis in unserer Arbeit und darüber hinaus.

... sprechen wir uns aus für einen lebendigen Film- und Medienstandort Hessen, der die Vielfalt seiner Filmschaffenden widerspiegelt.

Wir Mitarbeiter*innen arbeiten engagiert für die weitere Entwicklung des Filmlands Hessen mit dem Ziel, Film- und Medienschaffende bestmöglich zu unterstützen. Wir schaffen Voraussetzungen für die Herstellung von künstlerischen und kulturell wertvollen Projekten, die die Vielfalt und Weltoffenheit in der Filmkultur Hessens und Deutschlands weiter stärken. Wir fühlen uns der HessenFilm und ihren kulturellen Zielen verbunden.

Wir möchten weiterhin mit der Branche im offenen Austausch arbeiten und den hessischen Filmschaffenden Raum geben für ihre Projekte und Erfolge. Damit wir unserer Aufgabe im Sinne der Filmschaffenden fortsetzen können, hoffen wir auf eine Lösung im Sinne des Film- und Medienstandorts Hessen."

Unterzeichnet ist das Schreiben von Daniela Berkermann, Sandra Duschl, David Harth, Christiane Leonhardt, Catherine Lieser, Elena Lindenzweig, Stefanie Marschner, Regine Ruf, Patrick Schaaf, Birgit Schmidt, Torsten Seehaas, Maximilian Tyrai, Marion Wagner und Jasper Wiedhöft.