Kino

UPDATE: CineStar gibt Standort Bielefeld auf

Diese Schließung wird eine ordentliche Delle im Kinobestand hinterlassen, sollte sich kein neuer Betreiber finden: CineStar trennt sich nach 20 Jahren von seinem Zehn-Saal-Haus in Bielefeld. Unterdessen wurde auch am Rande der Filmkunstmesse heftig über weitere Standorte spekuliert.

19.09.2019 12:08 • von Marc Mensch
Das CineStar Bielefeld schließt im März kommenden Jahres (Bild: CineStar)

Während das Bundeskartellamt die Frist im Hauptprüfverfahren der CineStar-Übernahme durch Vue bis Ende Dezember verlängert hat (wir berichteten), steht nun das Schicksal eines weiteren Standorts fest: Das CineStar Bielefeld wird nach Angaben von Geschäftsführer Oliver Fock zum 31. März 2020 geschlossen, letzter Spieltag werde voraussichtlich der 22. März 2020 sein. Danach würden die Mietflächen an den Vermieter zurückgegeben. Das Haus in Bielefeld galt nicht zuletzt deswegen als klarer Wackelkandidat im Übernahmeverfahren, weil sich vor Ort ein Cinemaxx befindet.

Anders als an den ehemaligen CineStar-Standorten Kassel und Osnabrück, die von den Kinofamilien Kieft bzw. Thies übernommen wurden (erst vor wenigen Tagen hatte Juliane de Boer die ambitionierten Pläne für das nun Filmpalast Kassel getaufte Haus bekannt gegeben), gibt es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt offenbar keinen Nachmieter für das Bielefelder Haus mit zehn Sälen und über 2.300 Sitzplätzen. Sobald die Details der Schließung feststünden, werde man gemeinsam mit den Beteiligten einen "für die Mitarbeiter bestmöglichen" Interessenausgleich bzw. Sozialplan erstellen.

Als Grund für die Schließung führt CineStar an, das Bielefelder Haus sei schon lange defizitär gewesen. Ergo sei beschlossen worden, das Gesamtunternehmen nicht mehr mit dem schlechten Ergebnis des Standortes zu belasten. Das Aus geht mit dem Ende der 20-jährigen Laufzeit des Mietvertrages einher. Eine Situation, vor der man Ende dieses Jahres auch im CineStar am Potsdamer Platz steht. Über das Schicksal unter anderem dieses Prestige-Standortes wurde am Rande der Filmkunstmesse Leipzig einmal mehr heftig spekuliert, Gerüchte über einen möglichen neuen Betreiber konnte CineStar indes ausdrücklich nicht bestätigen.

(UPDATE: Nachdem dieses Gerücht im Nachklapp der Verleiherparty auf der Filmkunstmesse augenscheinlich an Traktion gewinnt, sollte an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass die Vorstellung, Netflix könne sich das Objekt gesichert haben, ihr Leben als Witz unter Kollegen begann.)

Unterdessen mehren sich die Zeichen, dass ein in Freising bei München geplantes Fünf-Saal-Haus, an dem die noch mehr oder minder im Stadium des Rohbaus befindlichen Arbeiten offenbar schon seit geraumer Zeit ruhen, zumindest nicht mehr unter dem CineStar- (oder auch Vue-) Banner eröffnet werden wird. Auch diesbezüglich gibt es jedoch noch keine offizielle Auskunft.