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Publikumspreis in Toronto für "Jojo Rabbit"

Der Publikumspreis des Toronto International Film Festival gilt als Gradmesser für die kommende Oscarsaison: In diesem Jahr gewinnt "Jojo Rabbit", der nach seiner Premiere am letzten Sonntag von der Kritik durchaus kontrovers aufgenommen worden war.

15.09.2019 19:54 • von Thomas Schultze
Siegreich in Toronto: "Jojo Rabbit" (Bild: TIFF)

Der Publikumspreis des 44. Toronto International Film Festival gilt als Gradmesser für die kommende Oscarsaison: In diesem Jahr heißt der Gewinner Jojo Rabbit". Die "Anti Hass Satire" von Taika Waititi über einen zehnjährigen deutschen Jungen mit Adolf Hitler als bestem imaginären Freund, der ein jüdisches Mädchen kennenlernt, das seine Mutter im Speicher versteckt hält, war nach seiner Premiere am letzten Sonntag von der Kritik durchaus kontrovers aufgenommen worden, wurde am vom Publikum frenetisch gefeiert - und galt als einer der Favoriten für den begehrten Preis. An die zweite Stelle wurde die Netflix-Produktion Marriage Story" von Noah Baumbach gewählt, Drittplatzierter ist Cannes-Gewinner "Parasite" von Bong Joon-ho, der Geheimfavorit für den Publikumspreis war, nachdem wegen der großen Nachfrage wiederholt neue Vorführungen angesetzt worden waren.

Natürlich gewinnen die Sieger des Publikumspreises später nicht immer bei den Oscars. im vergangenen Jahr nahm der Erfolgslauf von Green Book" aber eben genau in Toronto mit dieser Auszeichnung seinen Anfang. Im Jahr davor hatte sich Three Billboards outside Ebbing, Missouri" durchgesetzt und gehörte später auch zu den großen Gewinnern bei den Academy Awards: "Three Billboards" stellte unter anderem die beste Schauspielerin und den besten Nebendarsteller.

Bereits mehrfach war der Publikumspreisgewinner in Toronto der später Oscartriumphator. In den letzten 20 Jahren traf das auf Titel zu wie 12 Years a Slave", "The King's Speech", Slumdog Millionär" und American Beauty". Zu den späteren Nominierten für den besten Film gehörten in diesem Zeitraum neben "Three Billboards" die Publikumspreisgewinner La La Land", "Raum", "The Imitation Game", "Silver Lininigs", "Precious", Tiger & Dragon" und Das Leben ist schön".

Den Publikumspreis für den besten Film der Reihe Midnight Madness ging an Galder Gaztelu-Urrutias "T?he Platform??", gefolgt von AndrewPattersons "T?he Vast of Night?" und Jeff Barnabys? "Blood Quantum?". Der Grolsch People's Choice Documentary Award ging an The Cave" von Feras Fayyad, gefolgt von Garin Hovannisians "?I Am Not Alone" und Bryce Dallas Howards ?Dads".

Der Preis für den besten Film in der Reihe Platform ging an den Venedig-Wettbewerbstitel "Martin Eden" von Pietro Marcello, der auf der Mostra bereits für den besten Hauptdarsteller, Luca Marinelli, prämiert worden war.