Kino

"Wir sollten ambitionierter sein!"

Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für eine echte Arthouse-Strategie positioniert sich Christian Bräuer in der Debatte um eine Neuaufstellung der Förderung. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden der AG Kino-Gilde.

16.09.2019 09:51 • von Jochen Müller
Christian Bräuer (Bild: AG Kino-Gilde)

Mit einem leidenschaftlichen Plädoyer für eine echte Arthouse-Strategie positioniert sich Christian Bräuer in der Debatte um eine Neuaufstellung der Förderung. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden der AG Kino-Gilde.

Beginnen wir mit einem kurzen Blick auf den Gesamtmarkt, der sich vor allem in den ersten Wochen des dritten Quartals einen mittlerweile soliden Vorsprung auf 2018 von um die 15 Prozent erarbeitet hat. Und doch steht auch die Filmkunstmesse im Zeichen beunruhigender Prognosen. Wie beurteilen Sie die Evaluierungsstudie zum FFA-Abgabeaufkommen, die dem Kino ab dem kommenden Jahr bis 2026 jährliche Einbußen um jeweils zwei Prozent vorhersagt?

Christian Bräuer: Mit der Veröffentlichung dieser Studie ist die FFA einer gesetzlich vorgeschriebenen Aufgabe nachgekommen, die eine Diskussionsgrundlage für Maßnahmen zur Sicherung des Abgabeaufkommens liefert. Im Sinne der langfristigen Sicherung der nationalen Filmförderung wäre es eher kontraproduktiv, positive Veränderungen einzukalkulieren, die sich womöglich nicht realisieren. Insofern muss der Ansatz schon per se ein sehr konservativer sein - und das gilt nicht nur für die Kinos, sondern sämtliche Bereiche, die zur Abgabe herangezogen werden. Tendenziell spiegeln die Daten also eher einen "Worst Case" wider. Ich persönlich bin tatsächlich optimistisch, was die Entwicklung unseres Geschäfts betrifft. Aber das heißt nicht, dass die Studie nicht auch berechtigte Mahnung sein sollte. Denn passieren muss tatsächlich etwas. Wir stehen gerade irgendwo zwischen dem Anfang und der Mitte des größten strukturellen Umbruchs seit der Einführung des Fernsehens. Das geht selbstverständlich nicht spurlos an unserem Markt vorüber. Wenn das Kino wiederholt eines gezeigt hat, dann, dass es sich auch gegen einschneidende Veränderungen zu behaupten wusste, die als sein Ende gehandelt wurden. Die große Frage ist aber, wie wir uns den Herausforderungen stellen. Sich weiter im Klein-Klein zu verlieren, wäre fatal in einer Situation, in der Unternehmen wie Netflix, Google und Amazon um globale Marktmacht rangeln und die Regeln zu ihren Gunsten umschreiben wollen.

Sie sehen Streaming als Hauptbedrohung?

CB: Nicht Streaming per se. SVoD-Abonnenten gehen tatsächlich überdurchschnittlich häufig ins Kino, weil sie eben das Medium Film schätzen. Ich denke, dass es zuallererst lineares Fernsehen und vor allem physisches Home Entertainment sind, denen Streaming das Wasser abgräbt; in letzterem Fall ist das ja auch hierzulande mittlerweile schon unübersehbar. Nein, wirklich problematisch wird das Thema dort, wo wir zunehmende Marktkonzentration sehen, mit klaren Tendenzen hin zur Bildung von Monopolen und deren drohendem Marktmachtmissbrauch. Tatsächlich betrachten Experten das Marktgebahren insbesondere von Netflix aus kartellrechtlicher Sicht zunehmend kritisch, denn im Prinzip erfolgt der Kampf um Marktanteile über Preisdumping. Und wo Netflix sehr viel Geld für einige wenige Prestigeprojekte ausgibt, wird an anderer Stelle dem Vernehmen nach sehr hart verhandelt, wobei der sogenannte "Total Buy-Out" ohnehin Standard ist.

Eine gewisse Marktkonzentration lässt sich indes auch auf Kinoseite beobachten.

CB: Nicht nur eine gewisse. Um uns herum wachsen über Zukäufe und Übernahmen internationale Kinogiganten heran, während in den USA ein Studio im ersten Halbjahr für rund 40 Prozent der Umsätze stand - und das mit sehr wenigen Filmen, die man beinahe alle zu den sogenannten Tentpoles zählen darf. Was aber passiert, wenn Netflix und Amazon am Ende auch noch als Kinobetreiber auftreten, dem Markt ihren Stempel noch stärker aufdrücken als sie es ohnehin schon tun? Was bedeutet es für die Vielfalt, wenn nur noch wenige Player über den Markt herrschen? Wer bestimmt am Ende, welche Meinungen noch die große Plattform erhalten? Das sind Fragen, die man sich auf deutscher und europäischer Ebene stellen muss. Und das jetzt. Denn je stärker diese immense Marktmacht globaler Player wächst, desto unerheblicher droht zu werden, was wir national diskutieren.

Sie betonen das Gebot der Vielfalt, gleichzeitig beklagt nicht zuletzt die AG Kino-Gilde ein Übermaß an Kinostarts. Wie geht das zusammen?

CB: Wir sprechen von Vielfalt, die auch sichtbar ist. Dafür muss sie ein nennenswertes Publikum erreichen. An Filmen, die das leisten, haben wir tatsächlich zu wenige - während viel zu viele Produktionen auf den Markt drängen, die nicht wahrgenommen werden. Sei es, weil sie misslungen oder überhaupt nicht für die große Leinwand gedacht sind, sei es, weil sie über viel zu kleine Marketingbudgets verfügen oder keine geeignete Herausbringungsstrategie besitzen. Wir haben über die vergangenen Jahre gelernt, dass sich die Ansicht, mehr Filme zu produzieren, bedeute automatisch auch mehr Erfolg, nicht bewahrheitet hat. Auf der anderen Seite bezweifle ich auch, dass alleine eine Förderkonzentration und die bessere Ausstattung von Produktionen automatisch zu besseren Filmen führt - auch wenn das Maßnahmen sind, die wir als Verband grundsätzlich befürworten. Das große Problem ist die Herausbringung, die von Förderseite nach wie vor stiefmütterlich behandelt wird. Die Unwucht in der Förderung zulasten von Vertrieb und Kino muss endlich behoben werden - und wir sprechen hier nicht von Flickwerk, sondern davon, dass aus unserer Sicht ein Drittel des gesamten Förderbudgets in die Herausbringung fließen muss. Aber selbstverständlich ist auch das kein Allheilmittel. Filme, denen keine originelle Idee zugrunde liegt, die nicht hinreichend ausgestattet sind, die nichts zu erzählen haben, sind verloren. Ganz gleich, wie sehr man an der Marketingschraube dreht. Am Ende greift eben alles ineinander und wir sind mehr denn je gefordert, in der Produktion die Spreu vom Weizen zu trennen. Das heißt beileibe nicht, nur noch auf "große" Filme zu setzen. Auch kleine Filme haben Potenzial - kulturell wie wirtschaftlich gleichermaßen. Aber eben längst nicht alle. Da müssen wir genauer hinsehen. Wir benötigen mehr Qualität. Wir benötigen eine echte Arthouse-Strategie, die Ideenentwicklung, Produktion und Herausbringung im Zusammenspiel betrachtet, die die Sichtbarkeit von Kinokultur insgesamt erhöht und die nicht zuletzt schon bei der Filmvermittlung als solche ansetzt.

"Die Spreu vom Weizen trennen" - sollte das auch einen Ausbau der als "Freischuss" titulierten Möglichkeit umfassen, gescheiterte Projekte ohne Fördersanktionen von einer Kinoauswertung zu entbinden?

CB: Ich sehe hier die klare Gefahr, dass solche "Freischüsse" lediglich als Ausrede genutzt würden, um Fernseh- und Streamingprojekte über Kinomittel zu finanzieren. Denn jeder, der einen Film nicht von Anfang an dediziert für diese Kanäle produziert hat, wird versuchen, ihn auf die Leinwand zu bringen, ganz gleich, wie gering sein Potenzial sein mag. Denn der Kinostart ist die Chance auf Sichtbarkeit. Aus meiner Sicht ist ein "gescheiterter Film", wenn man das so nennen möchte, ein Scheitern des Fördersystems. Wofür ich aber nicht die Fördergremien verantwortlich machen will, ich bin durchaus überzeugt, dass diese ihr Metier verstehen. Die grundlegende Frage sollte daher vielmehr lauten, weshalb es an guten Ideen, an wagemutigen Projekten mangelt. Sicherlich muss man unter anderem bei der Stoffentwicklung ansetzen, eine Vielzahl an Ideen erarbeiten, von denen die Besten dann möglicherweise in einer Art Pitch landen? Aber auch hier gilt: Einfach die Förderung für Projektentwicklung aufzustocken, ohne dies mit einem neuen Denken zu verknüpfen, wäre nicht zielführend. Vielleicht hilft an dieser Stelle der Blick auf innovative Ansätze, wie sie zum Beispiel in Skandinavien gelebt werden. Wie wäre es, auch hierzulande auf erfahrene Kuratoren zu setzen, die Filme von der Ideenentwicklung bis zur Herausbringung begleiten?

Wäre das aber nicht eine Form von Einmischung, wie sie nicht zuletzt die Drehbuchautoren eher ablehnen?

CB: Das kommt ganz darauf an, wie man die Aufgaben definiert. Grundsätzlich halte ich sehr viel vom Austausch, Film ist schließlich ein Gemeinschaftswerk, eine Teamleistung. Ein Kurator muss ja nicht zwangsläufig inhaltlich Einfluss nehmen. Ich sehe ganz klar die Notwendigkeit, das Publikum von Beginn an konsequent mitzudenken, das geschieht gerade im Arthouse-Bereich nicht ausreichend. Ehrlich gesagt macht es mir geradezu Angst, wenn ich hören muss, Filmkunst habe nichts mit Publikumspotenzial zu tun - Kultur lebt doch auch davon, dass sie die Leute erreicht! Und jeder Kreative, der von seiner Sache wirklich überzeugt ist, wird sie mit möglichst vielen Menschen teilen wollen. Und dafür stehen wir als Arthouse-Kinos: filmkünstlerisch gelungenen Filmen eine große Bühne zu geben. Gerade hier sehe ich Chance, mit Hilfe innovativer Ansätze das Publikumspotenzial besser zu auszuschöpfen.

Als wie vorwärtsgewandt empfanden Sie die Atmosphäre bei den "Sondierungsgesprächen", die auf Einladung von Monika Grütters bereits unter anderem zur Vorbereitung der FFG-Novellierung stattfanden?

CB: Es ist auf jeden Fall positiv, dass sich die Kulturstaatsministerin ein breites Bild verschaffen will. Direkte Rückschlüsse auf den kommenden Kurs ließen die Termine indes noch nicht zu, zumal der eigentliche "Runde Tisch" ja erst noch ansteht. Was sich aber bereits abgezeichnet hat und was wir für unverzichtbar erachten, ist die Tatsache, dass das nächste FFG im Kontext einer Gesamtschau diskutiert wird. Wichtig wäre auch - und damit komme ich wieder auf eine Abkehr vom "Klein-Klein" zu sprechen - sich konkrete Ziele zu stecken, auf die man mit einer Neujustierung der Rahmenbedingungen hinarbeitet. Wir benötigen eine Steigerung des nationalen Marktanteils auf einen Wert von wenigstens 35 Prozent, wir sollten in der Produktionsförderung eine Rückzahlungsquote von 30 Prozent anstreben. Deutsche Filme sollten regelmäßig in den Wettbewerben der großen A-Festivals vertreten sein - und es muss unser Ziel sein, die Frequenz der Kinobesuche auf jährlich zwei pro Einwohner zu erhöhen. Das mag hoch gegriffen klingen, aber selbst mit Erfüllung dieser Ziele wären wir noch ein gutes Stück von der europäischen Spitze entfernt. Wir sollten in der Debatte also tatsächlich noch ambitionierter sein!

Wenn es um Maßnahmen zur Erhöhung der Besuchsfrequenz geht, tauchen auch wiederholt Abomodelle in der Diskussion auf. Die Yorck-Gruppe bietet selbst ein Kinoabo an. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

CB: Man kann unsere Erfahrungen schon aufgrund der besonderen Unternehmensstruktur nicht verallgemeinern, aber für uns hat sich das Kinoabo zu einem spannenden Thema entwickelt - auch, weil es ein Geschäftsmodell ist, das gerade junge Leute anspricht. Tatsächlich haben wir im vergangenen Jahr einen durchaus nennenswerten Anteil unserer Tickets über Abos verkauft - und vor allem kleinere Filme und Dokumentarfilme haben davon überproportional profitiert. Wir haben festgestellt, dass Abo-Inhaber deutlich offener in der Filmauswahl sind und dass ihre Besuche erheblich geringeren saisonalen Schwankungen unterworfen sind. Das Abo ist also durchaus ein probates Mittel, um Filme ans Publikum zu bringen. Und passenderweise kommen die Abo-Inhaber übrigens am häufigsten donnerstags zu uns, nicht unser stärkster Tag der Woche. Natürlich gibt es Besucher, bei denen man unter dem Strich draufzahlt. Aber dem Angebot liegt eine Mischkalkulation zugrunde. Und als solches ist es hochinteressant. Zugleich gilt allerdings auch: Kinoabos sind in keiner Weise ein Allheilmittel. Es muss vielmehr um eine Ausdifferenzierung gehen, darum, dem Gast das für ihn passende Angebot zu machen.

Auch wenn er bei Ihnen gerne einen Film sehen würde, den Netflix anbietet?

CB: Ach, der Punkt ist doch am Ende der: Roma hat massive Branchendebatten ausgelöst, aber am Ende in der Öffentlichkeit nicht die gesellschaftliche Relevanz erhalten. Gemessen an der Qualität des Films muss die europaweite Resonanz für den Filmemacher doch eine einzige große Enttäuschung sein. Für uns geht es letztlich um unser Geschäftsmodell, das noch immer darauf beruht, Filme zu vermitteln und nicht Abos zu verkaufen. Denn wie sollen die großen Studios und die unabhängigen Filmproduzenten reagieren, wenn wir an dieser Stelle nachgeben? Das ist doch schon eine Frage der Gleichbehandlung. Ich sehe nicht, dass ein Parallelstart für das Kino wirtschaftlich ist. Ganz klar sehe ich auch die Festivals und nicht zuletzt die Politik in der Verantwortung. Denn man sollte sehr vorsichtig sein, wie weit man Türen für Player öffnet, deren wachsende Marktmacht am Ende nicht im Sinne der Vielfalt sein kann - und erst recht nicht im Sinne des europäischen Films. Wie sinnvoll ist es, Filme in den Wettbewerb zu holen, die danach mehr oder minder in der Versenkung verschwinden? Haben Festivals nicht auch eine gewisse Verantwortung für das Leben der Filme danach? Für die Kinos sind Festivals und Filmpreise wichtige Aushängeschilder. Diesbezüglich freue ich mich über das klare Bekenntnis zum Kino, dass ich den Worten der neuen Berlinale-Verantwortlichen entnehme. Ich denke aber, dass der Fall Elisa y Marcela - der anders als behauptet auch in Spanien keine echte Kinoauswertung erfuhr - gezeigt hat, dass eine Konkretisierung der Richtlinien vonnöten ist.

Aber kann es dem Kino auf Dauer noch gelingen, sich so klar von den neuen Playern abzuschotten?

CB: Uns abzuschotten ist doch gar nicht unser Ziel. Niemand ignoriert sich verändernde Märkte - und ich denke, dass durchaus eine große Chance darin liegen würde, Potenziale zusammen zu bringen. Um diese besser refinanzieren zu können, raten Marktanalysten Netflix längst zu einem echten Kinorelease für teure Qualitätswerke. Ich halte es für durchaus möglich, dass es hier mit dem Markteintritt von Disney+ zu Bewegungen kommt.

Als Vorstufe zum Zukunftsprogramm erfahren Kinos im ländlichen Raum schon in diesem Jahr Unterstützung durch das Soforthilfeprogramm. Überzeugt Sie, was damit auf die Beine gestellt wurde - auch hinsichtlich des kurzen Zeitraums, innerhalb dessen die Maßnahme durchgeführt wird?

CB: Das Soforthilfeprogramm ist eine pragmatische Maßnahme - und es ist begrüßenswert, wie flexibel es ist. Allerdings ist es für manche kleine Betriebe durchaus eine Herausforderung, förderfähige Maßnahmen in der vorgegebenen Zeit zu stemmen. Daher haben wir als Verband unsere Mitglieder sehr frühzeitig auf mögliche zeitliche Engpässe hingewiesen. Und natürlich ist die finanzielle Unterstützung überschaubar, ambitionierte Projekte lassen sich damit nicht verwirklichen. Wirklich spannend wird daher sein, wie das Zukunftsprogramm ausgestaltet wird. Wichtig wäre es, dass die Maximalsumme je Kino und Leinwand nicht zu gering ausfällt. Schließlich sind Foyers und Säle unterschiedlich groß und unterschiedlich ausgestattet. Die Möglichkeit der Kumulierung pro Standort wäre an dieser Stelle durchaus sinnvoll. Auch, um Prestigeprojekte zu ermöglichen.

Auch in den Städten?

CB: Selbstverständlich auch in den Städten! Wir sind zwar durchaus der Ansicht, dass den Landkinos besondere Aufmerksamkeit gebührt. Dies gilt in gleicher Weise für Arthouse-Kinos, die maßgeblich für Programmvielfalt und die Sichtbarkeit kulturell anspruchsvoller Filme stehen. Ohne die Stadt gäbe es indes in der Fläche kein Arthouse. Für die Marktrelevanz von Kino braucht die Stadt das Land und umgekehrt, Kino muss eine Plattform sein, deren Breite diesen Auswertungsweg per se rentabel macht. Grundsätzlich ist entscheidend, dass das Programm den Mittelstand erfasst. Denn die Mitte macht den Markt stark.

Mit der angestrebten 50-prozentigen Beteiligung der Länder sieht es bislang aber offenbar nicht übermäßig rosig aus.

CB: Ich denke, wir werden hier ähnliches beobachten wie einst bei der Kinodigitalisierungsförderung. Einzelne Länder, wie im aktuellen Fall Bayern, gehen voraus, andere werden peu a peu nachziehen. Bei den großen Filmländern mache ich mir da keine Sorgen, in anderen Fällen könnte es aber vereinzelt ein großer Kampf werden. Daher stehen wir auch schon jetzt mit den Filmreferenten der Länder in Kontakt und sensibilisieren sie für die Thematik.

Politiker zu sensibilisieren, ist für Sie nicht zuletzt in der Rolle des neuen CICAE-Präsidenten auch eine Aufgabe von europäischer Dimension.

CB: Auf jeden Fall, zumal wir es nach den Wahlen nun ja auch mit neuen Ansprechpartnern zu tun haben. Wir hoffen aber trotz massiven Personalwechsels auf etwas Kontinuität - und ich freue mich daher auch sehr darüber, dass Sabine Verheyen zur neuen Vorsitzenden des Kulturausschusses gewählt wurde. Eine Frau auf diesem Posten zu haben, die eng mit unserem Markt vertraut ist, ist ein Glücksfall! Gerade jetzt, wo es unter anderem um die Zukunft des MEDIA-Programms geht. Dabei unsere Expertise einzubringen, wird eine der wesentlichen Aufgaben der CICAE in nächster Zeit sein - und ich freue mich darauf, sie mit einem engagierten Team im neu gewählten Verwaltungsrat angehen zu können, der nun insgesamt internationaler, weiblicher und jünger besetzt ist als zuvor. Wir kämpfen für die Freiheit künstlerischen Schaffens, wir sehen uns als Partner der Kreativen und wir treten für Vielfalt und die Unabhängigkeit der Verbreitungswege ein. Und im Grundsatz stehen wir dabei Seite an Seite mit den Festivals.

Das Gespräch führte Marc Mensch