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"Sag Du es mir" gewinnt in Ludwigshafen

Mit der Preisverleihungsgala ist am Wochenende das 15. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen zu Ende gegangen, das Festivalleiter Michael Kötz als "die beste Ausgabe seit Bestehen des Filmfestivals" bezeichnete.

09.09.2019 09:00 • von Jochen Müller
Jury und Preisträger des 15. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am Rhein (Bild: Festival des deutschen Films)

Bei der Preisverleihungsgala des 15. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen am vergangenen Samstag ist Michael Fetter Nathanskys Sag Du es mir" mit dem Ludwigshafener Filmkunstpreis ausgezeichnet worden. Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung geht zu gleichen Teilen an den Regisseur, die Produktionsfirma und den Kinoverleih des Films.

"Hinter dem etwas rätselhaften Titel dieses Erstlingswerks verbirgt sich eine raffiniert aus unterschiedlichen Perspektiven erzählte, im Plattenbaumilieu der Potsdamer Havelbucht spielende Alltagsgeschichte, die es schafft, den Zuschauer auf ebenso intelligente wie vergnügliche Weise zum Komplizen in einem filmischen Vexierspiel zu machen. Michael Fetter Nathanskys formal erfindungsreiche Umsetzung seines präzise strukturierten Drehbuchs, Leander Otts atmosphärische Kamera und die große schauspielerische Leistung von Marc Ben Puch und ganz besonders von Gisa Flake und Christina Große als starkes Schwesternpaar verbinden sich zu einer Reflexion über die trügerische Eindeutigkeit von Realität und die manifeste Magie des Kinos", begründet die aus der Produzentin Katharina Dufner, dem Filmpublizist, Regisseur und Filmhistoriker Robert Fischer sowie dem Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Uwe Janson ihre Entscheidung.

"Lobende Erwähnungen" vergab das Trio an David Nawraths "Atlas" und Ilker Cataks Es gilt das gesprochene Wort".

Der von Juror Hans-Christoph Blumenberg vergebene Medienkulturpreis wurde ex aequo an Rainer Kaufmanns Und wer nimmt den Hund?" und Till Endemanns Im Schatten der Angst" vergeben, das Festivalpublikum wählte Dror Zahavis "Crescendo" zum Gewinner des Publikumspreises Rheingold.

Kaufmann hatte bereits zuvor den Regiepreis Ludwigshafen erhalten gehabt; Julia Koschitz und Bjarne Mädel waren mit dem Preis für Schauspielkunst ausgezeichnet worden.

"Es ist die bisher beste Ausgabe seit Bestehen des Filmfestivals", erklärte Festivalleiter Michael Kötz am Tag der Preisverleihungsgala und lieferte auch gleich die ersten Zahlen: "Wir rechnen mit 121.000 Besuchern. Eine Zahl, bei der sich dieses Festival offenbar eingependelt hat und die, je nach Wetter und Laune, immer etwas unter- oder überschritten wird. Wir sind damit unumstritten das zweitgrößte Filmfestival Deutschlands bezüglich der Beliebtheit bei den Besuchern; und das unter über 300 Filmfestivals im Land."

Einen Anstieg um 20 Prozent verzeichnete das Festival des deutschen Films nach eigenen Angaben bei der Zahl der Fachbesucher (378) und Pressevertreter (100).

2020 findet das Festival des deutschen Films von 26. August bis 13. September statt.