Kino

Medienboard: 440 Mio. Euro Förderung in 15 Jahren

Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden heute nicht nur die Zahlen des Medienboard Berlin-Brandenburg für 2018 noch einmal analysiert, es wurde auch auf die vergangenen 15 Jahre zurück geblickt.

22.08.2019 12:00 • von Jochen Müller
Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin Filmförderung des Medienboard Berlin-Brandenburg (Bild: Medienboard Berlin-Brandenburg)

In den 15 Jahren seit seiner Gründung hat das Medienboard Berlin-Brandenburg insgesamt 440 Mio. Euro Film- und New-Media-Förderung an 4.592 Projekte vergeben. Die entsprechenden Produktionen haben in Berlin und Brandenburg einen Umsatz von mehr als 1,7 Mrd. Euro generiert; der Regionaleffekt liegt also bei rund 400 Prozent. Das gab Kirsten Niehuus, Geschäftsführerin Filmförderung, heute im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt und bezeichnete die 15 Jahre Medienboard dabei als eine "Erfolgsgeschichte", denn: "Die Hauptstadtregion hat sich dank der kreativen Filmemacher*innen neu erfunden. Insgesamt 15 Oscars, zahlreiche Bären, Lolas und Palmen sowie über 5.300 Drehtage pro Jahr haben die Hauptstadtregion zu Deutschlands künstlerisch und wirtschaftlich erfolgreichstem Film- und Serienstandort gemacht. Das Flair aus kreativer Freiheit, kulturellen Highlights und urbanem Lifestyle ist auch für internationale Stars attraktiv. Durch die Filme und Serien gehen die Bilder aus Berlin und Brandenburg um die ganze Welt, und so sorgt die Filmbranche neben Entertainment noch für Marketing und ca. 50.000 Arbeitsplätze."

Helge Jürgens, Geschäftsführer New-Media-Förderung bei Medienboard, betonte: "Der Standort Berlin-Brandenburg schafft die Verbindung von Storytelling-Tradition und Zukunftstechnologien, klassischen Medienproduktionen und innovativen Formaten wie kein anderer. Wir unterstützen dies in der Überzeugung, dass daraus ein einzigartiges kreatives und wirtschaftliches Potenzial erwächst. Das fördern wir mit dem New-Media-Mix aus innovativem Content, Veranstaltungen und Netzwerken, Nachwuchs- und internationalen Förderprogrammen."

Glückwünsche zum 15-Jährigen gab es für das Medienboard aus der Politik. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke: "Wir gratulieren zu 15 Jahren erfolgreicher Film- und New-Media-Förderung! Der Kreativstandort hat sich zu einem der internationalen Top Player entwickelt. In Berlin-Brandenburg Filme zu machen, ist weit über die Landesgrenzen hinaus attraktiv, das merkt man an dem hohen Drehaufkommen und dem Serienboom der letzten Jahre. Die Gamesszene ist einzigartig, es gibt internationale Studios genauso wie kreative Indies. Als gemeinsame Wirtschaftsförderung ist das Medienboard ein Erfolgsmodell, das sich unserer weiteren Unterstützung sicher sein kann."

Besonders betont wurde seitens des Medienboard der Erfolg der 2015 etablierten Serienförderung. Hier habe es im vergangenen Jahr einen Rekordwert beim Regionaleffekt von 600 Prozent gegeben und die Zahl der Drehtage sei auf 5.300 "in die Höhe geschnellt". Zu den neuen Produktionen zählen Serien wie Thomas Stubers Hausen", Christian Alvarts "Sloborn" sowie die dritte Dark"-Staffel. Außerdem befinden sich Deutschland 89" von Anna und Jörg Winger, Philipp Kadelbachs Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" und das Netflix-Original "The Queen's Gambit" in Vorbereitung.

"Auszahlen" würde sich nach Aussage des Medienboard Berlin-Brandenburg auch die New-Media-Förderung, in die mit RTL II in diesem Jahr erstmals ein TV-Sender einbezahlt (wir berichteten). So nehme die Medienboard-geförderte VR-Experience zur Sky-Serie Der Pass", Pagan Peak PR, am VR-Wettbewerb der Mostra teil. "Trüberbrook" der Neo-Magazin-Royale-Macher*innen wurde beim Deutschen Computerspielpreis als "Bestes deutsches Spiel" ausgezeichnet und "Sea of Solitude" wurde als erstes deutsches Spiel Teil der "EA Originals".

In 2018 hatte das Medienboard 38,8 Mio. Euro Film- und New-Media-Förderung für 240 Film- und 60 New-Media-Projekte bewilligt gehabt. Der durchschnittliche Regionaleffekt lag bei 425 Prozent (wir berichteten).