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Köhler/Winckler: "Der Bildungsbürger hat das Kino nie als Kunstform akzeptiert"

Ulrich Köhler und Henner Winckler waren mit "Das freiwillige Jahr" im Locarno-Wettbewerb vertreten. Warum der Film für den WDR entstand und wie sie das Kunstkino im sich verändernden Markt sehen, erzählt das Duo hier.

21.08.2019 12:48 • von Barbara Schuster
Henner Winckler und Ulrich Köhler in Locarno (Bild: Locarno Film Festival/Ottavia Bosello)

Ulrich Köhler und Henner Winckler waren mit "Das freiwillige Jahr" im Locarno-Wettbewerb vertreten. Warum der Film für den WDR entstand und wie sie das Kunstkino im sich verändernden Markt sehen, erzählt das Duo hier.

Mit "Das freiwillige Jahr" waren Sie im Wettbewerb des Locarno Film Festivals vertreten. Hat Sie die Einladung überrascht?

Ulrich Köhler: Überrascht waren wir nicht, weil wir den Film ja eingereicht hatten und dazu auch von Lili Hinstin aufgefordert wurden. Dass unser Film schließlich für den Wettbewerb genommen wurde, war schon eine große Freude und war sehr viel mehr, als wir uns bei Beginn des Projekts erhofft hatten.

Ihr Film entstand für den WDR. Arbeitet man da anders, als wenn er von vornherein fürs Kino konzipiert wäre?

UK: Wir haben den Film so gemacht, wie wir ihn machen wollten. Für uns hat sich die Tatsache, dass "Das freiwillige Jahr" für einen Sender entstanden ist, bei der Herangehensweise nicht ausgewirkt. Unser Arbeitsstil war nicht anders. Wir sind beide cinephile Menschen. Von Seiten der Redaktion mit Corinna Liedtke bekamen wir viel Unterstützung. Es gab keine Eingriffe in unser Projekt. Wir haben uns gemeinsam beraten, aber wir hatten nie das Gefühl, kontrolliert zu werden.

Henner Winckler: Wir hatten wirklich einen großen Vertauensvorschuss.

Ingmar Trost von Sutor Kolonko ist Produzent von "Das freiwillige Jahr". Stammte die Idee, das Projekt über den WDR laufen zu lassen, von ihm?

UK: Das war Katrin Schlössers Idee. Sie war seit "Montag kommen die Fenster" in irgendeiner Form an all meinen Projekten beteiligt, so auch hier. Die Idee, "Das freiwillige Jahr" über einen Sender zu machen, stammt von ihr, sie hat den Film koproduziert. Ingmar hat das aufgegriffen und wirklich Unglaubliches geleistet. Trotz schmalen Budgets wurde uns eine Arbeitsweise möglich gemacht, um die uns andere TV-Regisseure beneiden würden. Wir hatten zum Beispiel 27 Drehtage anstatt der sonst üblichen 21 oder 22. Wir haben zwar an anderen Enden auch eingespart, zum Beispiel das Team klein gehalten. Aber Ingmar hat sich auf ein Experiment eingelassen und war sehr konkret am Projekt beteiligt, stark involviert. Er war an jedem Drehtag dabei und hat aktiv alles begleitet. Zudem war er auch kreativ hilfreich. Am letzten Mischtag haben wir noch ein Bild rausgeschmissen, weil Ingmar gesagt hat, wir sollen es mal ausprobieren. Normalerweise lieben das Produzenten gar nicht, wenn man mit solchen Ideen kurz vor Schluss noch ankommt.

Wirkt sich ein Festivalauftritt wie in Locarno nun auch auf die Auswertung des Films aus?

UK: Es gibt Interesse von Verleihern. Wir gehen davon aus, dass "Das freiwillige Jahr" sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern eine kleine Kinoauswertung erhält.

HW: Das ist toll. Gleichzeitig muss ich sagen, dass der Film auch im Fernsehen seine Berechtigung hat. Für uns ist es erstmal erfreulich, dass der Film überhaupt gemacht werden konnte und dass er gesehen wird. Ich finde, Fernsehzuschauer sind nicht weniger wert als Kinozuschauer. Aber ja, es ist sehr toll, dass jetzt beides möglich wird. Keine Frage.

"Das freiwillige Jahr" entstand als Zusammenarbeit zwischen Ihnen beiden, sowohl beim Drehbuch als auch bei der Regie. Hat das gut funktioniert, vor allem das gemeinsame Inszenieren?

HW: Vor Drehstart hatten wir längere Phasen, in denen wir uns aufeinander eingespielt haben. Ursprünglich hatten wir uns beim Inszenieren eine Aufteilung überlegt, die dann aber so nicht funktioniert hat. Sehr geholfen hat uns die gemeinsame Zeit vorab, weil da klar wurde, wer was am besten kann, wer zum Beispiel eher der Kommunikator nach außen ist, damit es nicht etwa zu sich widersprechenden Ansagen kommt.

UK: Unsere Idee war, dass vier Augen mehr sehen als zwei. Dass man durch das gemeinsame Tun mehr kreative Spielräume gewinnt. Gerade beim Inszenieren alleine gibt es die Tendenz, dass eine Figur mehr in den Mittelpunkt gerückt wird, man einen Schauspieler stärker nach vorne schiebt und dadurch die anderen etwas aus dem Blick verliert. Dennoch ist die Doppelregie kein zeitsparendes Verfahren, wie man vielleicht vermuten könnte. Wir arbeiteten unter hohem Zeitdruck. Aber ich empfand sie dennoch kreativer als üblich.

Wie unterscheidet sich "Das freiwillige Jahr" von Ihren vorherigen Arbeiten?

HW: Die Unterschiede sind in jedem Fall bei uns beiden anders gelagert, weil wir davor auch jeweils andere Filme gemacht haben bzw. unterschiedliche Herangehensweisen verfolgen. In der gemeinsamen Arbeit wurde mir klar, wie unterschiedlich unsere Ansätze und unsere Arbeitsweisen sind. Uli löst zum Beispiel weniger auf als ich. Ich wiederum drehe viel weniger Takes als Uli. Beim gemeinsamen Inszenieren guckt man, etwas Gemeinsames zu finden. Ich hatte immer Angst, dass ich den Schauspielern vorab zu viel sage. Ich bin eigentlich eher jemand, der vor dem Dreh viel mit den Schauspielern redet und sich dann zurückhält. Uli denkt da genau andersherum. Er guckt erst mal, was von den Schauspielern kommt, korrigiert jedoch im Nachhinein mehr, als ich das machen würde.

UK: Für mich war ein großer Unterschied, dass ich mehr aufgelöst habe als in meinen vorherigen Filmarbeiten. Dass wir sehr viel mehr Einstellungen pro Szene gedreht haben, als ich das sonst gemacht hätte. Das lag in der Natur des Drehbuchs, weil gerade am Anfang vieles auf sehr engem Raum, sei es im VW-Bus oder in der Wohnung des Bruders, stattfindet. Ich musste hier auf die Erfahrungen von Henner und unseres Kameramanns Patrick Orth bauen, weil ich sonst einfach überhaupt nicht in Schnitten denke, sondern eher eine Szene als Ganzes gelungen sehen will, bevor ich zur nächsten Szene schreite. Die Möglichkeit eine Szene im Schnitt gestalten zu können, ist gerade angesichts des engen Zeitrahmens, den wir hatten, eine schöne Sache. Das Drehen in Plansequenzen baut doch einen ganz anderen Druck auf, weil die Spielräume im Schneideraum viel kleiner sind. Bei unserer Arbeit hier die Möglichkeit zu haben, die Dramaturgie einer Szene noch umzugestalten und unterschiedliche Schwerpunkte zu setzen, war eine neue Erfahrung für mich. Auch wenn ich diese Art zu Arbeiten ansatzweise bei meinen letzten beiden Filmen bereits ausgetestet habe.

In "Das freiwillige Jahr" will ein Vater seine Tochter zu einem Jahr im Ausland drängen, in der Hoffnung, sie aus dem Provinzleben zu befreien. Sieht man sich die Geschichte an, kommt einem eher das Wort "unfreiwillig" in den Sinn. Wer von Ihnen beiden hatte die Idee dazu?

UK: Es ist schon ein sehr komplexer Prozess gewesen. Henner ist biografisch näher an dem Stoff dran...

HW: Ich habe eine Tochter, die ein freiwilliges Jahr gemacht hat, aber vom Charakter her ganz anders ist als Jette. Sie geht gerne weg, hat die Welt sehr gerne erkundigt. Ich denke aber auch, dass in dem Film Elemente unserer vorherigen Filme zu entdecken sind, von "Bungalow" wie von "Lucy" beispielsweise. Ähnlichkeiten in der Konstellation und den Problemen sind zu finden.

UK: Die Idee von "Das freiwillige Jahr" hat schon viel damit zu tun, dass wir älter geworden sind, dass wir selbst auch Väter sind. Wenn ich im Nachhinein über die Entstehung meiner Drehbücher nachdenke, stelle ich fest, dass sie eine Art Projektion sind, ein Gedankenspiel: Was, wenn ich diese oder jene Entscheidung in meinem Leben anders getroffen, dies oder jenes anders gemacht hätte. Um diese Fragen kreisten auch oft unsere gemeinsamen Gespräche.

HW: Aber eine Figur, die sich einer Erwartung verweigert, die an sie gestellt wird, wie es hier bei Jette der Fall ist, ist in deinen Arbeiten ein Grundthema. Oder die Übergriffigkeit über Figuren ist auch etwas, was immer wieder durchschimmert. Die Eltern-Kind-Thematik ist etwas, was mich stark interessiert und worum es sich auch bei "Lucy" drehte.

UK: Genau, das Verhältnis Eltern-Kind. Wie weit greift man ein, wie viel kann man dem anderen überhaupt zu seinem Glück verhelfen?

Mit Ihren Filmen, Herr Köhler, zieht es Sie immer wieder auch in die deutsche Provinz....

UK: Ich sage das jetzt nicht aus politischer Korrektheit. Aber wenn ich meine Eltern besuche in der Kleinstadt, in der ich zum Teil aufgewachsen bin, sehe ich auch ganz vieles, um das ich meine Freunde, die dageblieben sind, beneide. Aber natürlich ist "Ein freiwilliges Jahr" aus der Perspektive von jemandem geschrieben, der weggegangen ist. Ich finde durchaus, dass das dramaturgische Grundproblem der Geschichte aber genauso gut in Berlin stattfinden könnte.

HW: Naja, das Grundthema "Woanders ist das Leben", was ja die Thematik von Jettes Vater ist, ist schwieriger zu erzählen bei jemandem, der in der Großstadt lebt. Durch die Verlagerung aufs Land erkennt man ihn viel eher als Fremdkörper, der das Bestreben hat, sein Kind wegzuschicken, damit es was erlebt.

Finden Sie, dass Kunstkino, für das Sie beide mit Ihren Arbeiten stehen, noch dieselbe Relevanz hat wie früher?

HW: Es ist Fakt, dass diese Art von Filmen heute wenig Kinobesucher in Deutschland erreicht. Aber aus meiner Sicht gibt es nach wie vor sehr viel Interessantes, extrem viel spannende Filme. Ich habe das Gefühl, dass die Krise des Kinos nicht auf Seite der Kreativen liegt, sondern auf Seite der Rezeption.

UK: Ich glaube, dass einiges geschönt wird, was die Vergangenheit betrifft. Wenn man die Zuschauerzahlen beim durchschnittlichen Fassbinder-Film sieht, schlackert man auch schon mit den Ohren. Filmemacher, die heute noch absolut relevant sind, wie eben Fassbinder oder Alexander Kluge, hatten damals zum großen Teil auch schon keine relevanten Zahlen bei den Kinozuschauern. Die Absurdität bei unseren Filmen und auch anderen ist, dass sie von den meisten Leuten dann erst im Fernsehen gesehen wurden, obwohl Henner und ich absolut kinosozialisiert sind und auch fürs Kino denken beim Inszenieren.

Dennoch sorgte es einst für Schlagzeilen, wenn der neue Fellini oder der neue Bergman in die Kinos gekommen ist...

UK: Das Filmemachen war früher ein viel elitärerer Kreis an weißen Männern. Dass es heute anders ist, liegt an mehreren Faktoren. An der gestiegenen Anzahl der Filme, die produziert werden, daran, dass das Weltkino wichtiger geworden ist, dass Filme, die nicht aus Europa stammen, teilweise interessanter sind, dass es viel mehr Filmschulen gibt... Wenn man nur auf Deutschland blickt, liegt das Problem meines Erachtens darin, dass der Bildungsbürger das Kino nie als Kunstform akzeptiert hat. Der Bildungsbürger geht ins Theater und nicht ins Kino. Und in der Schule werden Filme nur an Themen angelehnt gezeigt, der Geschichtsunterricht wird mit einem Luther-Film aufgepeppt oder mit dem obligatorischen Film mit dem Hakenkreuz. Genau hier sehe ich Möglichkeiten, hier sollte man ansetzen: Filme sollten viel mehr wie Literatur im Deutschunterricht stattfinden; nicht nur themenfixiert als Anhängsel.

Sind Festivaleinladungen umso wichtiger geworden für Ihre Filme? Welche Bedeutung spielen Festivals allgemein für Ihre Arbeit?

HW: Mit Blick auf "Das freiwillige Jahr" hätte ich mich nichts mehr wünschen können als die Einladung in den Wettbewerb nach Locarno. Ich wollte immer einmal mit einem Film in Locarno laufen. Nicht nur, weil der Ort so schön ist, sondern weil hier schon so viele tolle Filme zu sehen waren.

UK: Ich mache zunächst einmal Filme, von denen ich denke, dass sie mich interessieren würden, wenn sie jemand anderer gemacht hätte. Filme, die versuchen, in irgendeiner Weise etwas Neues über einen Aspekt in der Welt zu erzählen. Wenn man dann an die Auswertung denkt, ist der Aufschlag bei einem Festival schon ein zentrales Element. Das ist der Moment, bei dem der Film zum ersten Mal nach außen getragen wird. In Anbetracht der schwindenden Zuschauerzahlen des Autorenkinos werden Festivals umso wichtiger. Das Absurde ist ja, dass die Vorstellungen bei Festivals ausverkauft sind. Oft erzielen die Filme mit ihren Festivalauftritten mehr Besucher als im Kino.

Eine Festivalpremiere ist ein sehr emotionaler Moment. Begegnen Sie der Reaktion des Publikums eher mit Freude oder Bibbern?

UK: Das Problem beim Filmemachen ist immer, dass man etwas inszeniert oder schneidet, an dessen Entstehung man maßgeblich beteiligt war. Man hat nie einen jungfräulichen Blick auf das, was man gemacht hat. Gerade im Schneideraum muss man sich immer wieder resetten. Wir haben bei "Das freiwillige Jahr"viele Leute in den Schneideraum geholt. Das haben wir bei unseren früheren Filmen auch getan. Uns beiden ist der Blick von außen sehr wichtig, um wieder selbst den Film anders sehen zu können. Da sind Festivalpremieren dann ein sehr wichtiges Element.

Aber selbst geht man immer am kritischsten mit seinen Filmen um?

UK: Bei der digitalen Restaurierung meines Erstlings "Bungalow" habe ich den Film wieder ein paar Mal angeschaut und hatte gehofft, dass ich nach all den Jahren eher einen jungfräulichen Blick einnehmen könnte. Aber dann gibt es doch einzelne Sätze, mit denen ich damals nicht ganz glücklich war. Und sofort kommt alles wieder hoch.

HW: Beim gemeinsamen Gucken im Kino geht es mir so, dass ich gar nicht unbedingt die Reaktion des Publikums im Gespräch brauche. Mir muss niemand sagen, was ihm gefallen hat, was ihm nicht so gefallen hat. Ich nehme meinen Film anders wahr, wenn ich ihn mit vielen anderen Menschen angucken kann, wie etwa hier in Locarno. Ich denke mich dann eher in die anderen Zuschauer hinein, wie sie ihn wohl sehen. In diesem Moment sehe ich meinen Film ganz anders, als wenn ich alleine davorsitze. Das macht viel aus.

Der Markt verändert sich rasant, es wird mehr und mehr Content produziert für viele neue Player, die in den Markt drängen. Wie verfolgen Sie die Entwicklungen? Wirken sie sich auf Ihre Arbeit aus?

HW: Ich finde es nicht verwerflich, für jemanden wie Netflix zu arbeiten. Es gibt da sehr tolle Sachen. Aber ich selbst gehe lieber ins Kino. Ich bin bislang aber auch noch nicht gefragt worden von einem der neuen Anbieter.

UK: Letztendlich sind wir Menschen, die Filme machen wollen und hoffen, dass sie etwas zu erzählen haben. Genauso wie man sich beim Umschwung von Filmmaterial aufs Digitale umgestellt hat, muss man nun die Rezeption in gewisser Weise mitdenken. Aber klar sind wir von dem geprägt, was uns emotional anspricht - und wie Henner sagte, sehen wir uns schon eher in einem Kinosaal mit anderen Menschen sitzen und auf die Leinwand gucken, ein gemeinsames Erlebnis im Kinosaal ist die Form, an die wir hingeführt wurden. Aber genau wie Henner würde ich es nicht ausschließen, auch einmal für Netflix tätig zu werden.

Mit rund 800 Filmstarts pro Jahr sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Wird zu viel produziert fürs Kino?

UK: Es ist schon ein gewisser Luxus, den sich die Gesellschaft damit leistet. Film ist nun mal eine sehr teure Kunstform. Wobei inzwischen sogar Popmusik vom Staat gefördert wird. Dabei handelt es sich aber um andere Beträge als beim Film. Aber damit etwas Interessantes entstehen kann, muss einfach viel produziert werden. Das Problem ist eher, dass alles gleichrangig in der Auswertung ist. In Deutschland kann man keinen Kinofilm ohne Verleihvertrag produzieren. Die Verleiher sind dann verpflichtet, Filme ins Kino zu bringen, an die sie gar nicht wirklich glauben. Hier wäre ein möglicher Ansatzpunkt, neue Überlegungen anzustellen. Vielleicht reicht es auch, wenn manche Filme nur auf Festivals laufen. Auch bezüglich der Filmkritik habe ich etwas zu sagen, auch wenn ich mir damit vielleicht ins eigene Fleisch schneide: Die Filmkritik könnte in meinen Augen fast böser sein. Es ist letztendlich doch so, dass jeder Film seinen Fürsprecher findet, dass jeder Film irgendeinen Preis gewinnt. Es wird alles nivelliert.

HW: Das Problem mit den vielen Filmen ist ja nicht, dass es viele Filme gibt. Wir finden es alle toll, dass wir in einer Filmlandschaft leben, die so breit aufgestellt ist und in der man so viel unterschiedliche Sachen anschauen kann. Das Problem ist die dadurch verkürzte Auswertungszeit. Dass die Filme sich nicht wirklich entfalten können, keine Zeit haben, um wahrgenommen zu werden. Dass sich am ersten Wochenende entscheidet, ob der Film existiert oder nicht.

UK: Das entscheidet sich schon am Starttag...

HW: Eine schreckliche Entwicklung. Ich verpasse auch viele Filme, die ich unbedingt sehen wollte, weil sie zwei Wochen nach Start einfach nicht mehr gespielt werden.

Das Gespräch führte Barbara Schuster