Kino

Margit Carstensen mit Götz George Preis ausgezeichnet

Gestern Abend wurde zum zweiten Mal der im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Götz George Preis verliehen. Nach der Schauspielerin Karin Baal im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung in diesem Jahr an die 79-jährige Theater- und Filmschauspielerin Margit Carstensen.

20.08.2019 14:56 • von Jochen Müller
Marika George (Vorstandsvorsitzende Götz George Stiftung), Laudator Leander Haußmann, Preisträgerin Margit Carstensen und Tanja George (Vorstand Götz George Stiftung, v.l.n.r.) bei der Verleihung des Götz George Preises 2019 (Bild: Florian Liedel/ Götz George-Stiftung)

Die 79-jährige Theater- und Filmschauspielerin Margit Carstensen ist gestern Abend in der Berliner Astor Film Lounge mit dem Götz George Preis ausgezeichnet worden. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung war auf Wunsch des 2016 verstorbenen Schauspielers initiiert worden und soll vor allem ältere Schauspielerinnen und Schauspieler ehren. Im vergangenen Jahr war er an die Schauspielerin Karin Baal gegangen (wir berichteten).

"Margit Carstensen ist eine Ausnahmeerscheinung in der deutschen Theater- und Filmlandschaft, einzigartig in ihrem intensiven, bedingungslosen Spiel, ihrer grenzüberschreitenden Darstellung und in ihrer Konzentration, die das Publikum zum Zuhören zwingt und ausnahmslos in ihren Bann zieht. Mit ihrer Erscheinung, ihrer Stimme und ihrer Persönlichkeit gestaltet sie mühelos und virtuos die großen Frauengestalten im Film und auf der Bühne. Ihre Kunst widerspricht dem glattgebügelten, klischeebehafteten Bühnen- und Filmbetrieb, dem Vorhersehbaren und dem Bedeutungslosen. Deshalb brauchen wir dringend Schauspielerinnen wie Margit Carstensen", würdigt die Jury die 79-Jährige, die in Fassbinder-Filmen wie "Martha", Nora Helmer", "Berlin Alexanderplatz" und Die bitteren Tränen der Petra von Kant", für den sie mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet worden war, zur Ikone wurde. 2002 erhielt sie den Bayerischen Filmpreis für die beste Nebenrolle in Chris Kraus' Scherbentanz". In der Folge spielte sie in Kinoproduktionen wie Sonnenallee", Finsterworld", Agnes und seine Brüder" und Zeit der Zärtlichkeit" sowie dem Bodensee-Tatort: Wofür es sich zu leben lohnt" mit und stand darüber hinaus bis 2011 unter der Regie von René Pollesch auf der Berliner Volksbühne.