Kino

"Meilenstein in der Geschichte der Synchronbranche"

Über Vereinbarungen mit Constantin Film und Studiocanal werden Synchronschauspieler und -regisseure sowie Dialogbuchautoren erstmals am wirtschaftlichen Erfolg von synchronisierten Filmen und Serien beteiligt.

21.08.2019 10:12 • von Jochen Müller
BFFS-Vorstand Till Völger (Bild: Kornelia Boje)

Constantin Film und Studiocanal sind die ersten Unternehmen, die Synchronschauspieler und -regisseure sowie Dialogbuchautoren künftig am wirtschaftlichen Erfolg der von den Verleihern synchronisierten Filme und Serien beteiligen. Eine entsprechende Vereinbarung haben der Bundesverband Schauspiel (BFFS), der Bundesverband Synchronregie und Dialogbuch (BSD), der Bundesverband Regie (BVR) und ver.di jetzt mit den beiden Unternehmen abgeschlossen. Bis dato, so die Mitteilung des BFFS, seien die Leistungen der Synchronkreativen pauschal vergütet worden, eine weitere Vergütung bei wirtschaftich besonders erfolgreichen Produktionen habe nicht stattgefunden.

"Das Ergebnis ist ein Meilenstein in der Geschichte der Synchronbranche. Endlich erhalten wir für unsere kreativen und schöpferischen Leistungen von den Verleihern eine Beteiligung an ihrem wirtschaftlichen Erfolg, den sie mit der Verwertung der von uns synchronisierten Filmwerke erzielen", kommentiert BFFS-Vorstand Till Völger die jetzt getroffene Vereinbarung, die rückwirkend zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt und die künftigen Verwertungen aller Produktionen berücksichtigt, deren reguläre Auswertung in Deutschland nach dem 28. Februar 2002 begonnen hat.

Die mit Constantin Film und Studiocanal vereinbarte Beteiligung an den Erträgen eines Films oder einer Serie erfolgt nach einem Verteilungsplan, der zunächst zwei Beteiligungsschwellen vorsieht. Die erste dieser Schwellen ist erreicht, wenn die Erträge die so genannten Verleihergesamtkosten - bestehend etwa aus Vorleistungen für Verleih und Vertrieb, geleistete Minimumgarantien und anderweitige Vergütungen - plus weiterer 20 Prozent dieser Verleihergesamtkosten übersteigt. Eine zweite Beteiligungsschwelle ist erreicht, wenn der Verleih nach Erreichen der ersten Beteiligungsschwelle weitere 20 Prozent der Verleihergesamtkosten erzielt hat. Dann steht der "Gesamtheit der Beteiligten", wie es in der "Gemeinsamen Vergütungsregel Synchron" heißt, ein Prozent an sämtlichen Erträgen des Verleihs (abzüglich Mehrwertsteuer oder etwaiger Quellensteuern) aus allen Nutzungen, die der Verleih nach Erreichen dieser Beteiligungsschwellen vereinnahmt, zu. Von diesen Beteiligungsansprüchen können individuell mit den einzelnen Beteiligten vereinbarte Gewinn- oder Erfolgsbeteiligungen abgezogen werden, heißt es in der "Gemeinsamen Vergütungsregel Synchron" weiter.

Die Erträge werden jeweils zum Jahresende berechnet und den Synchronschauspieler*innen über die Deutsche Schauspielkasse ausbezahlt.

"Unser Ziel ist es nun, auch mit anderen Verleihern entsprechende gemeinsame Vergütungsregeln abzuschließen und damit eine Teilhabe der Synchronkreativen am wirtschaftlichen Erfolg ihrer Synchronleistungen zu sichern. Auf diese Weise können wir für alle Seiten das Maß an Rechtssicherheit weiter ausbauen", betont der geschäftsführende Justiziar des BFFS, Bernhard F Störkmann.

Die Gemeinsamen Vergütungsregeln Synchron

Verteilungsschema zu den Gemeinsamen Vergütungsregeln Synchron