Produktion

Lüthje und Schneider: "Kein Schema F"

Maren Lüthje und Florian Schneider haben mit dem Dreh von "Freaks" begonnen, dem ersten Projekt ihrer PSSST! Film.

15.08.2019 08:18 • von Jörg Rumbucher

Maren Lüthje und Florian Schneider haben mit dem Dreh von Freaks" begonnen, dem ersten Projekt ihrer aus Lüthje Schneider Hörl hervorgegangenen PSSST! Film. Blickpunkt:Film sprach mit den beiden Produzenten über den Film für ZDF/Das kleine Fernsehspiel und Netflix und die neue Firmenkonstellation.

Wie kam es zur ungewöhnlichen Zusammenarbeit von ZDF/ Das kleine Fernsehspiel und Netflix bei "Freaks"?

Maren Lüthje: Noch während der Arbeiten zu Lerchenberg" haben Felix Binder, Marc O Seng und wir die Idee zu "Freaks" entwickelt. Superhelden in Deutschland war für uns der nächste logische Schritt. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit bei "Lerchenberg" waren Claudia Tronnier und Alexandra Staib von ZDF/Das kleine Fernsehspiel schnell überzeugt. Die Suche nach einem mutigen weiteren Partner führte uns zu Netflixund Kai Finke, der uns bei "Freaks" inhaltlich und produktionell den Rücken stärkte. Wenn man sich die innovativen Projekte und auch die kreativen Köpfe der beiden Partner anschaut, erscheint uns die Kooperation nicht ungewöhnlich sondern äußerst fruchtbar für spannende und auch inhaltlich überraschende Projekte.

Ja, auch der Inhalt klingt ungewöhnlich. Wie viel Superheld und wie viel Freak steckt im Film, in der Hauptfigur?

Florian Schneider: Wendy ist zunächst einmal eine ziemlich gewöhnliche Frau, eine Mutter und Ehefrau, die versucht den Alltag zu bestreiten. Sie ist eine Superheldin des Alltags bis sie ihre Tabletten absetzt und sich verändert. Und das macht sie aus Sicht der anderen zu einem Freak, jemand, der nicht gesellschaftskonform ist. Im Film selbst steckt eine ausgewogene Mischung aus Realität und Superhelden - oder sind es doch Freaks?

"Freaks" ist das erste Projekt mit ihrer neuen Firma Pssst! Film, Constantin Television ist Mehrheitseigner. Was bringt ihnen die neue Firmenkonstellation? Wie sieht die Zusammenarbeit aus?

ML: Wir wollen weiterhin ungewöhnliche und besondere Projekte entwickeln, den Zuschauer überraschen und begeistern, neue Wege beschreiten und weiterhin unseren kreativen Partnern die besten Möglichkeiten für ihre Ideen bieten. Das ist nicht immer auf dem schnellsten oder einfachsten Weg möglich, aber wir sind der Überzeugung, dass die Projekte und auch die Kreativen, mit denen wir diese bisher realisiert haben, für sich sprechen. Wir möchten diese Art von Projekten auch zukünftig, aber mit einer anderen Schlagzahl und Größe auf die Beine stellen. Mit der Constantin Television haben wir einen Partner gefunden, der uns in unserer Vision unterstützt, gerade weil er selbst mit seiner einzigartigen Firmengeschichte für Kreativität und ungewöhnlichen Mut steht.

Bei all den Neuerungen verließen Sie sich bei Regie, Buch und Cast (Cornelia Gröschel) auf bewährte Kräfte.

FS: Wir suchen bei jedem Projekt neue Herausforderungen und sind bereit neue Wege zu gehen. Gleichzeitig schätzen wir das gewachsene kreative Potential sowie das Vertrauen untereinander und freuen uns immer wieder gemeinsam an Projekten arbeiten zu können. Neben Felix Binder, Marc O. Seng und Cornelia Gröschel verbindet uns auch mit Wotan Wilke Möhring, Freddy Linkemann sowie hinter der Kamera mit Szenenbildnerin Heike Lange und Kamerafrau Jana Lämmerer eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Sich im Kreativen auf vertraute Partner zu verlassen, macht für uns die Stärke dieser Produktionen aus - vor allem, wenn sie dann noch mit der gleichen Vision und Spaß an der gemeinsamen Arbeit verbunden sind. "Freaks" wird sicherlich nicht die letzte Arbeit in dieser Konstellation bleiben, wir denken gerade schon über Nachfolgeprojekte nach.

Welche Projekte sind das und in welchen Formaten, bei welchen Plattformen wollen Sie sie realisieren?

ML: Bei uns gibt es viel, aber kein Schema F. Wir sind wie auch schon in der Vergangenheit für Inhalt, Format, Sender oder Plattform offen. Aktuell beobachten wir bei vielen Partnern einen großen inhaltlichen Mut, und Hunger auf Neues, den wir gerne bedienen wollen. Als nächstes verlassen wir uns wieder auf eines anderes bewährtes Team und werden im September mit den Dreharbeiten der zweiten Staffel Servus Baby" unter der Regie von Natalie Spinell für den BR beginnen.

Wie kamen Sie zu Ihrem neuen Firmennamen?

FS: Bei uns stehen die Projekte und das kreative Team im Vordergrund und sprechen für sich selbst. Daher ... Pssst!

Das Interview führte Heike Angermaier