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Behörden genehmigen französisches Streaming-Projekt

Französische Fernsehveranstalter haben von Regulierungsbehörden grünes Licht erhalten, mit "Salto" einen Gegenentwurf zu US-SVoD-Diensten voranzubringen.

13.08.2019 12:15 • von Jörg Rumbucher

Die öffentlich-rechtliche Fernsehanstalt France Télévisions hat zusammen mit den Sendern TF1 und M6 die Genehmigung für eine gemeinsame Streaming-Plattform erhalten. Die Autorité de la concurrence, die nationale Wettbewerbsbehörde Frankreichs, genehmigte das Projekt "Salto" unter Auflagen. "Salto", das sich als Gegenentwurf zu US-Plattformen versteht, wurde bereits vor mehr als einem Jahr angekündigt und soll im ersten Quartal 2020 gestartet werden.

"Jetzt, da Salto genehmigt wurde, können wir endlich Team Frankreich für den Rundfunk zusammenstellen, nach dem ich mich gesehnt habe", erklärte Delphine Ernotte, CEO France Télévisions. "Der Start der Plattform wird uns sehr bald das bieten, was wir benötigen, um uns gegen internationale Player auf unserem eigenen Territorium zu behaupten."

Das Projekt Salto wurde ursprünglich europäischen Wettbewerbsbehörden vorgelegt, die den Antrag an das französische Kartellamt zurückverwiesen. Dadurch kam es zu einer längeren Verzögerung, was französischen Medienberichten zufolge Unmut in der Regierung ausgelöst habe. Denn in der Zwischenzeit konnten die Platzhirsche des Streamingbusiness - Amazon und Netflix - viele Kunden hinzugewinnen. Geschätzt wird, dass beide Dienste kumuliert 5,5 Mio. Abonnenten auf sich vereinigen.

Zu den Verpflichtungen, die die Autorité de la concurrence vorgegeben hat, zählen Einschränkungen beim gemeinsamen Einkauf von Lizenzen. Das Projekt Salto wird in Frankreich mit Interesse verfolgt, weil sich die drei Anteilseigner normalerweise in einer starken Konkurrenzsituation befinden.